Der 1. FC Köln darf sich wieder als Derbysieger feiern. Große Emotionen in Müngersdorf, die allerdings überschattet wurden von hässlichen Szenen aus dem Gästeblock von Borussia Mönchengladbach. Danach verwunderte allerdings auch die Reaktion von FC-Geschäftsführer Philipp Türoff.
Derbysieger! Auf dieses Gefühl hat der 1. FC Köln fast auf den Tag genau drei Jahre lang warten müssen. Seit dem 3:1-Sieg am 22. Oktober 2023 zuhause in Müngersdorf gab es in den folgenden drei Partien keinen Sieg. Nun endlich wieder ein Dreier – und er fühlte sich am Sonntag noch besser an, da Borussia Mönchengladbach mit null Punkten Tabellenletzter blieb.
Die Fohlen-Fans zeigten sich allerdings während des gesamten Spiels bereits als schlechte Verlierer und bedienten das gesamte Repertoire an grenzüberschreitendem Verhalten: zahlreiche Böller knallten vor und während des Spiels, Leuchtraketen landeten mehrfach in Zuschauerrängen, das Spiel musste sogar zwischenzeitlich von Schiedsrichter Florian Badstübner unterbrochen werden. Was man sah, gehört in kein Fußballstadion der Welt.
Trennscheibe mit Werkzeug eingeschlagen
Im Laufe der zweiten Halbzeit auf dem Oberrang der Nordtribüne musste sogar die Polizei auffahren, nachdem Gladbacher Fans so lange mit mitgebrachtem Werkzeug ein Sicherheitsglas bearbeitet hatten, bis sie es durchbrachen und damit die Barriere einrissen, die zwischen den Gladbacher und Kölner Fans gestanden hatte. Es kam zu Handgreiflichkeiten, ehe die Sicherheitsbeamten sich dazwischen stellten und dem Spuk ein Ende bereiteten.

IMAGO / HMB-Media)
Umso überraschender: FC-Geschäftsführer Philipp Türoff fand dies offenbar nicht weiter schlimm. „Wir haben viele Dinge gesehen, die sehr stark mit individuellen Störungen zu tun haben“, schob der FC-Boss die Geschehnisse auf Einzelpersonen in den Fanblöcken, obwohl die Zahl der Böller und Raketen sowie der Einsatz von Werkzeug auf geplanten Vorsatz hindeuteten. „Heute haben wir nichts gesehen, was uns die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt. Auch, wenn es einzelne Szenen sind, die wir nicht so sehen wollen.“
Türoff verurteilt Aktionen erst später schriftlich
Auch nach mehrfacher Nachfrage der Journalisten wollte Türoff die Geschehnisse nicht verurteilen. So sah sich der FC später gezwungen, ein schriftliches Statement des FC-Bosses nachzureichen. „Selbstverständlich verurteilen wir aufs Äußerste die gewalttätigen Aktionen, von denen wir heute auf der Nordtribüne leider Zeuge werden mussten“, hieß es in Türoffs späterer Stellungnahme. „Diese Bilder haben im Fußball nichts verloren und geben dem Derbysieg heute einen unschönen Beigeschmack.“ Immerhin: Kurz nach dem Spiel lagen dem FC keine Informationen vor, dass Menschen zu Schaden gekommen waren.
Derweil verurteilte Gladbachs Sportchef Rouven Schröder die Aktionen der eigenen Fans bei DAZN scharf: „Wir brauchen nicht drumherum reden: Das gehört nicht ins Stadion. Das Spiel wurde nicht umsonst unterbrochen. Ich bin ganz klar gegen so etwas. Das müssen wir aufarbeiten und angehen.“ Dies dürfte auch mit Blick auf das neue Sicherheitskonzept bei Fußballspielen geschehen – und weder Politik noch Polizei dürften über die Äußerungen der Kölner Seite erfreut sein.







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