Ein Derbysieg kann Berge versetzen. Der 1. FC Köln hat nach dem 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach allen Grund, an diese Kraft zu glauben. Auch wenn die Geißböcke den Erfolg teuer bezahlen mussten.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Die Spieler des 1. FC Köln umarmten sich, jubelten, tanzten, ballten Fäuste. Und nach einer kurzen Ansprache im Kreis rannten sie alle in die Südkurve und ließen sich von ihren Fans feiern. Diesen Moment hatten sie sich verdient.
Ein Derbysieg ist immer besonders. Wenn er auf diese Weise zustande kommt, umso mehr. Gegen die Null-Punkte-Gladbacher, die alles dafür getan hatten, um die Stimmung in Müngersdorf noch hitziger zu gestalten. Trotz des unnötigen Ausgleichs kurz vor der Pause. Trotz der Personalsorgen, die durch die Verletzung von Ellyes Skhiri nur noch größer wurden.
„Tommi“ in der Kabine – das schweißt zusammen
Der FC hat den Derbysieg teuer bezahlt. Skhiri wird lange fehlen, nach Dallinga der nächste schlimme Ausfall, der sich wohl über Monate ziehen wird. Und doch hatte der Erfolg gegen den Erzrivalen am Sonntag die Kraft, selbst diese Wunden zu heilen und das Team noch enger zusammenzuschweißen.
Wer das Video der Mannschaft gesehen hat, wie sie später in der Kabine „Tommi“ von AnnenMayKantereit sang, kann erfühlen, wie wichtig dieser Tag gewesen sein könnte. Jetzt haben auch die vielen Neuzugänge erstmals erlebt, welche Kraft dieser Club mit seinen Fans entwickeln kann. Auch deshalb waren sie zum FC gekommen. Und auch deshalb besteht die Hoffnung, dass der Derbysieg etwas ausgelöst hat, was durch die ganze Saison tragen kann.
Mit Energie in wichtige Spiele – bis zum nächsten Derby
Es geht nicht darum, das Träumen anzufangen. Sportlich geht es in dieser Saison nicht darum, tabellarisch noch höher zu klettern als der aktuell zehnte Platz. Doch diese Region würde alles bieten, was dem FC gut tun würde: Stabilität, Vertrauen und die Sicherheit, auch mit Rückschlägen umgehen zu können. Die gab es zum Saisonstart bereits, und sie wird es wieder geben. Doch wenn man sich darauf besinnt, was am Sonntag zum Sieg verhalf, kann auch beim nächsten Mal wieder die Wende gelingen.
Die nächsten Wochen bieten Chancen. Frankfurt, Schalke, Union im Doppelpack – hier darf sich der FC wieder etwas ausrechnen. Und dann kommt am 8. November nur drei Tage vor dem Elften im Elften mit Bayer Leverkusen der nächste unliebsame Rivale nach Müngersdorf. Es dürfte keinen besseren Zeitpunkt geben für den nächsten Derbysieg. Die Grundlage dafür hat die Mannschaft gegen Mönchengladbach gelegt.








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