Befreiungsschlag für Wagner! FC schießt Union ab und steht im Achtelfinale

Das Traumduo des Pokalabends: Said El Mala und Linton Maina. (Foto: Bucco)
Das Traumduo des Pokalabends: Said El Mala und Linton Maina. (Foto: Bucco)

Ein wie verwandelter 1. FC Köln steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. Am Dienstagabend zeigten die Geißböcke die erhoffte Reaktion auf die schwache Leistung gegen Schalke 04 und besiegten Union Berlin deutlich mit 5:0 (1:0). Said El Mala überragte.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer und Martin Zenge

Es war fraglos Druck auf diesem Pokalabend. Für den 1. FC Köln galt es, den Traum von Berlin am Leben zu halten. Für René Wagner galt es, einen Sieg gegen die Zweifel einzufahren. Und dem Trainer gelang dieser notwendige Befreiungsschlag. Nach dem mit Abstand höchsten Sieg und der besten Leistung in Wagners junger Karriere als Chefcoach ertönten diesmal keine Raus-Rufe, sondern ganz andere Lieder.

Tore und Highlights

25. Minute: Die Anfangsphase war das berühmte Abtasten, bei dem keine Mannschaft den ersten Fehler machen wollte. Dann kam der FC zum ersten Hochkaräter des Abends, der es direkt in sich hatte. Nach starkem Pass von Said El Mala schlenzte Linton Maina den Ball an den Pfosten.

30. Minute: Auf der Gegenseite wurde Van den Bosch bei einer Ecke völlig allein gelassen, doch Marvin Schwäbe war zur Stelle.

32. Minute: Der erlösende Moment! Nach Tom Krauß‘ Ballgewinn in der eigenen Hälfte ging die Post ab. El Mala und Maina, die sich immer wieder suchten und fanden, spielten einen Doppelass. Dann schob El Mala von links überlegt zum 1:0 ins lange Eck ein.

43. Minute: Mit der Führung im Rücken dominierte der FC das Geschehen. Mikey Moore hob den Ball mit etwas Glück in den Lauf von El Mala, der jedoch kein Vorbeikommen an Union-Keeper Raab fand.

51. Minute: Der FC machte nicht den Fehler, sich gegen einen Gegner, dem mit Ball nur ganz wenig einfiel, zurückzuziehen, sondern ging auf das 2:0. Es war erneut eine Ko-Produktion von El Mala und Maina. Nachdem Marius Bülter im Union-Sechzehner erfolgreich nachgesetzt hatte, legte der DFB-Star quer, sodass Maina den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken musste.

60. Minute: Das 3:0 machte El Mala dann wieder selbst. Nach Pass von Bülter zog er von rechts nach innen, tanzte mit Van den Bosch, der nicht wusste, wie ihm geschah – und schlenzte wohlgemerkt mit dem linken Fuß perfekt platziert ins lange Eck. Ein Traumtor zur Vorentscheidung.

78. Minute: Im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs hatte der FC keinerlei Probleme, die Führung zu verwalten. Union wusste mit seinem Ballbesitz nichts anzufangen. Stattdessen erhöhte der FC auf 4:0. Jan Thielmann steckte durch auf Bülter, dessen Querleger verwandelte Isak Johannesson. Und plötzlichen sangen die Kölner Fans wieder von Mailand. So schnell geht’s.

88. Minute: Ein Premierentreffer setzte den Deckel drauf. Reigan Heskey legte für Sebastian Sebulonsen auf, der aus 16 Metern mit Effet zum 5:0 ins linke untere Eck traf. Sein erstes Tor für den FC. Wohl nicht nur Stadionsprecher Michael Trippel fragte sich: „Bin ich hier richtig?“

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Schmied, Simpson-Pusey, Krauß – Castro-Montes (63. Sebulonsen), Okon-Engstler, Sosa (82. Mensah) – Maina (71. Thielmann), Moore (71. Johannesson) – Bülter, El Mala (82. Heskey)

Zur Aufstellung: René Wagner hatte angekündigt, einige frische Beine in seine Startelf bringen zu wollen. Im Vergleich zum 0:0 gegen Schalke 04 entschied er sich für drei Änderungen: Alessio Castro-Montes, Joel Schmied und Paul Okon-Engstler rückten für Sebastian Sebulonsen, Luka Lochoshvili und Isak Johannesson in die Anfangsformation. Überraschend begann der FC mit einer Dreierkette, wobei Tom Krauß in die letzte Reihe rückte. Ragnar Ache fehlte weiterhin im Kader.

Fazit

Der 1. FC Köln ist hochverdient ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Nach dem uninspirierten Auftritt gegen Schalke platzte gegen Union Berlin der erhoffte Knoten. Der FC trat wie verwandelt auf, solch einen ausgelassenen Abend hat Müngersdorf lange nicht erlebt – es war genau der Abend, den die Geißböcke gebraucht haben. Anders als am Samstag ist es dem FC gelungen, einen fußballerisch limitierten Gegner zu dominieren und die Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden. Der Heimsieg gegen Union bedeutete nicht nur den Sprung in die nächste Runde, sondern auch fußballerisch einen großen Schritt in die richtige Richtung. Einen Schritt, den Trainer René Wagner dringend benötigt hat. Die Auslosung des Achtelfinales findet am Sonntagabend im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund statt.

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