Joel Schmied hat sich in der Innenverteidiger-Hierarchie des 1. FC Köln nach oben gearbeitet. Nach seinem überzeugenden Auftritt im DFB-Pokal erhält der Schweizer auch für das Bundesligaspiel gegen Union Berlin eine Startgarantie.
René Wagner stutzte kurz, als der GEISSBLOG ihn am Freitag auf die makellose Statistik ansprach: Wenn Joel Schmied auf dem Platz stand, hat der 1. FC Köln in dieser Saison noch kein einziges Gegentor kassiert. Seine persönliche weiße Weste hielt sowohl nach den Einwechslungen gegen Würzburg, Hoffenheim und Gladbach als auch in Frankfurt vor seinem verletzungsbedingten Aus und erst recht bei der Pokalgala gegen Union Berlin. Am Dienstag spielte der Schweizer erstmals seit Februar wieder die vollen 90 Minuten.
So zog Wagner am Freitagmittag den einzig logischen Schluss. Schmunzelnd kündigte der FC-Trainer an: „Dann müssen wir dafür sorgen, dass er nicht vom Feld geht.“ Doch zunächst einmal sorgt Wagner dafür, dass Schmied auf dem Feld bleibt. Denn nach seiner genutzten Chance im DFB-Pokal ist der 28-Jährige auch für die Bundesliga-Partie am Sonntag (15.30 Uhr) gesetzt.
Wagner: Schmied bekommt das Vertrauen
„Am Ende geht es bei uns um Leistung, und die hat Joel jetzt zweimal gebracht“, sagte Wagner im Rückblick auf den 5:0-Sieg gegen Union, aber auch auf die 0:1-Niederlage gegen Frankfurt, als der FC mit Schmied zunächst die Null gehalten hatte. „Deswegen kann man davon ausgehen, dass er auch im nächsten Spiel das Vertrauen bekommt.“
So hat Luka Lochoshvili seinen Stammplatz wohl vorerst verloren. Keine Frage: Als die FC-Verantwortlichen im vergangenen Sommer die Mannschaft planten, war der robuste und als führungsstark geltende Georgier als potenzieller Partner für England-Juwel Jahmai Simpson-Pusey vorgesehen. Nicht umsonst haben die Geißböcke für den 28-jährigen Linksfuß rund fünf Millionen Euro nach Nürnberg überwiesen.
Ein Wechsel mit einer Botschaft
Nun droht Lochoshvili erstmals in der Bundesliga die Bank – sollte sich Wagner nicht für eine Dreierkette mit dem georgischen Nationalspieler, Schmied und Simpson-Pusey entscheiden. „Wenn Spieler in Positionen kommen, wo sie Leistung bringen, wird es für die Spieler, die vorher da gespielt haben, immer schwerer“, betonte Wagner. Er sendet mit der vorläufigen Wachablösung in der Abwehr natürlich auch grundsätzliche Botschaften an seine Mannschaft: Niemand darf nachlassen, niemand darf sich zu sicher sein. Und: Fleiß wird belohnt.
„Joel ist ein Spieler, das wissen wir alle, der sich in jedem Training reinschmeißt, der ein super Standing in der Mannschaft hat, der laut ist auf dem Feld, der organisiert – ein super Charakter“, lobte der Kölner Coach. „Er hat sich über die Spiele gegen Frankfurt und Union etwas erarbeitet.“ Nämlich einen Stammplatz. Wagner wird fraglos hoffen, dass die Bilanz seines Mr. Makellos noch eine Weile lupenrein bleibt. Mindestens mal bis Sonntagabend.






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