„Wut im Bauch“ und warnende Szene: Nach dem Spektakel droht Platz 17

Linton Maina und der 1. FC Köln müssen auch in der Bundesliga wieder siegen. (Foto: Bucco)
Linton Maina und der 1. FC Köln müssen auch in der Bundesliga wieder siegen. (Foto: Bucco)

So spektakulär der Sieg im DFB-Pokal war, so ernüchternd könnte die Rückkehr in den Bundesliga-Alltag sein. Knüpft der 1. FC Köln nicht an den ersten Erfolg gegen Union Berlin an, droht an diesem Wochenende ein Absturz in der Tabelle.

Einen Makel hatte das rauschende Fußballfest gegen Union Berlin: In der Bundesliga-Tabelle hat sich durch den 5:0-Erfolg am Dienstagabend gar nichts getan. Hier steht der 1. FC Köln weiterhin bei acht Punkten aus sieben Spielen – zwei Zähler vor der Abstiegszone. So unterlegen die Berliner im Pokal auch waren, in der Liga könnten sie am Sonntag am FC vorbeiziehen.

Im schlimmsten Fall könnten die Geißböcke an diesem Wochenende sogar auf Platz 17 abstürzen. Neben Union könnten theoretisch auch Schalke (gegen Leipzig), Stuttgart (in Leverkusen), Frankfurt (gegen Hamburg) und Paderborn (in Gladbach) den FC überholen. Unwahrscheinlich, aber möglich. Der Einzug ins Achtelfinale wäre dann nur ein kurzer Stimmungsaufheller gewesen.

Trotz 5:0-Sieg: „Nicht jede Phase war gut“

Für René Wagner gilt es, den Mix zu finden: einerseits den Schwung mitnehmen und seine Mannschaft bestärken, andererseits „auf das aufmerksam machen, was nicht so gut war“. Trotz der Deutlichkeit des Pokalergebnisses ist der Trainer fündig geworden. „Ich glaube nicht, dass jede Phase gut war. Das haben wir der Mannschaft klar und deutlich gezeigt“, so Wagner.

Vorgeführt wurde dem Team beispielsweise eine warnende Szene aus der 30. Spielminute: Zeno Van den Bosch kam nach einem Eckball völlig frei zum Kopfball. Hätte Marvin Schwäbe nicht pariert, wer weiß, wie dieser Abend verlaufen wäre. „Der Eckball kann natürlich Momente verändern – dass wir dann zwei Minuten später selbst das 1:0 machen, dass wir mit einem guten Gegenpressing-Moment Tore machen.“

Wir fahren mit einer breiten Brust zu Union – mit dem Ziel, das Spiel zu gewinnen.

René Wagner

Ohnehin werde das Spiel am Sonntag „nicht das gleiche“ wie am Dienstag sein. Schon allein, da es an der Alten Försterei stattfindet. „Das Spiel wird anders sein, weil Union zu Hause mutiger agiert mit Ball“, sagt Wagner. Der FC-Trainer rechnet mit aggressiven Berlinern, die auf die Klatsche antworten wollen. „Ich glaube, da wird viel Wut im Bauch sein, was nach so einem Spiel völlig verständlich ist. Dafür müssen wir gewappnet sein, um am Ende bei Union gewinnen zu können.“

Auch Platz acht ist möglich

Dann kann es in der Tabelle natürlich auch wieder in die andere Richtung gehen. Mainz hat bereits in Elversberg verloren, Augsburg empfängt den Tabellendritten Freiburg, Hoffenheim muss nach Bremen und der HSV nach Frankfurt – der FC könnte bestenfalls um vier Plätze auf Rang acht klettern. Noch wichtiger: Union, ein direkter Konkurrent, kann früh in der Saison auf fünf Punkte distanziert werden.

Wagner versichert trotz seiner Warnungen: „Wir werden natürlich nicht versuchen, den Jungs das Selbstbewusstsein auszureden, sondern wir fahren mit einer breiten Brust zu Union – mit dem Ziel, das Spiel zu gewinnen.“

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