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"Stillos und weltfremd!" Effzeh schießt gegen den DFB

Der 1. FC Köln und Jörg Schmadtke verzichten auf einen Einspruch im „Eierköppe“-Prozess und werden nicht das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes anrufen. Der FC-Sportchef akzeptierte das am Dienstag gesprochene Urteil und die Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro. Anschließend holten der 51-Jährige sowie Präsident Werner Spinner zum verbalen Rundumschlag aus.

Köln – Schmadtke erklärte, er akzeptiere das Urteil und die Haltung des Gerichts, dass ein Freispruch einen schwierigen Präzedenzfall geschaffen hätte. „Das Strafmaß ist für mich allerdings völlig überzogen. Ich habe mir in 30 Jahren Profi-Fußball nie etwas zuschulden kommen lassen und habe die Schiedsrichter lediglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Kabinengang kritisiert, nachdem wir wochenlang nachweislich benachteiligt worden sind“, ließ der Geschäftsführer am Mittwoch wissen.

Jedes Vertrauen in DFB-Instanzen verloren

Schmadtke erneuerte seine bereits in Frankfurt geäußerte Kritik der fehlenden Verhältnismäßigkeit. Bruno Labbadia, der Trainer des HSV, war in einem anderen Fall zu 5.000 Euro Strafe verurteilt worden, nachdem er öffentlich geäußert hatte: „Wir sind betrogen worden.“ Dass Schmadtkes „Eierköppe“ nun zu 6.000 Euro Strafe führten, sei unverhältnismäßig gewesen.

Den Verzicht auf eine Berufung erklärte derweil Präsident Werner Spinner mit drastischen Worten. „Wir haben nach der Erfahrung bei der mündlichen Verhandlung in Frankfurt, bei der insbesondere der Kontrollausschuss stillos und weltfremd aufgetreten ist, jedes Vertrauen darin verloren, dass der Fall in den DFB-Instanzen fair und korrekt behandelt werden könnte“, sagte Spinner. „Wir sehen keinerlei Aussicht auf Erfolg, das Urteil spürbar korrigieren zu können. Daher unterstützen wir Jörg Schmadtke darin, auf eine Berufung zu verzichten, auch wenn wir das Urteil für ungerecht halten und er es nicht verdient hat.“

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2 Kommentare
  1. Martin
    Martin says:

    Die Entscheidung nicht in Berufung zu gehen halte ich für richtig, das Urteil jedoch nicht. Es ist eine Sache das man sich als Schiedsrichter/ Assistenten nicht alles gefallen lassen muss, aber an Hand der Tatsache das es im Fußball sehr emotional zugeht, sollte man die Augen bei der Berufswahl schon auf machen. Zudem sind Beleidigungen der Zuschauer ( wobei in meinen Augen “ Eierkopp“ nicht darunter fällt ) oft viel schlimmer.

    Fußball wird von Tatsachenentscheidungen/ Momentsituation geprägt. Das heißt nicht das diese immer richtig sind. Im Gegenteil. Die Fernsehbilder die x mal wiederholt werden beweisen oft, das das Schiedsrichtergespann häufig daneben liegt. Ist es da nicht naheliegend den Bilder Beweis endlich einzuführen? Wenn der Schiedsrichter doch zum Assistenten laufen muss, um unklare Situationen zu diskutiéren entschliesst sich mir die Funktechnik nicht. Nach meiner Meinung würde es zu weniger “ Beleidigungen“ kommen, würden endlich der Fernsehbeweis zu gelassen, die dem Schiedsrichter vom 4.Offiziellen eben per Funk mitgeteilt werden könnte. Solange dies nicht der Fall ist wird es wohl einer Never Ending Story bleiben…….. und die Schiedsrichter bleiben unter Beschuss. Der Ball ist zwar immernoch rund, aber das Spiel hat schon lange keine 90min mehr.

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