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Kölner Fan-Demo: Ärger an allen Derby-Fronten

Über eintausend Fans des 1. FC Köln werden das Derby bei Borussia Mönchengladbach am Samstag nicht im Stadion verfolgen, sondern am Vormittag vor dem Spiel demonstrieren. In beiden Fan-Lagern wird das Duell der beiden Rheinischen Rivalen genutzt, um zu protestieren.

Köln/Mönchengladbach – Die Demonstration ist angemeldet und findet statt: Von elf Uhr an werden gut 1.000 Kölner Fans vom Rheydter Bahnhof aus in Richtung Harmonieplatz ziehen und gegen die Personalisierung der Eintrittskarten und die Kontingentierung der Auswärtstickets protestieren. Die Polizei hat bereits weiträumige Sperrungen angekündigt. Erwartet wird ein Großaufgebot inklusive mehrerer Hundertschaften.

Die Demonstration ist nicht willkommen

Der Umstand, dass die Demonstration nicht in Köln, sondern in Rheydt stattfindet, stößt gleich auf diversen Seiten auf Unverständnis. Die Polizei äußerte sich zurückhaltend, wer demonstrieren wolle, dürfe das, es müsse eben nur abgesichert werden. Die Rheydter Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann sagte der „Rheinischen Post“, dass „die Kölner Demonstration hier nicht willkommen ist.“ Die Leute wüssten genau, „was passieren kann“.

Die Choreografie der FC-Fans vor dem Spiel gegen die Eintracht. (Foto: Jörg Schüler)

So eindrucksvoll hatten die Kölner Fans noch am letzten Samstag gefeiert. (Foto: JS)

Auch beim 1. FC Köln hält sich die Begeisterung über die Demonstration in Grenzen, weil viele Anhänger dies mit dem Fernbleiben vom Derby selbst kombinieren. Weniger Unterstützung im Stadion, ausgerechnet gegen Gladbach, ist für die FC-Bosse weiterhin unverständlich. Zumal die Arbeit für die Fan-Beauftragten um Rainer Mendel aufgrund der Demo nicht weniger wird. Da die Demo von den Borussen-Fans als Provokation angesehen werden könnte, versuchen die Verantwortlichen seit Tagen, proaktiv auf die Fanszene einzuwirken.

Ohne Gegenüber ist es kein richtiges Derby

Auf der anderen Seite hat die führende Mönchengladbacher Ultragruppe Sottocultura für das Derby einen Stimmungsboykott im Stadion ausgerufen. Ähnlich des Boykotts der Kölner Heimfans im Hinspiel, wollen die Gladbacher Ultras sich auf diese Weise den Kölner Protesten anschließen. Auch eine Choreografie wird es nicht geben. „Ein Derby ohne Gegenüber ist für uns schlicht und ergreifend kein richtiges Derby“, teilte die Sottocultura mit.


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