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Plötzlich Stammspieler: So sieht Mavraj seine FC-Zukunft


Sie hatten ein schwieriges Jahr 2015. In der Winterpause sind Sie nach Mekka gepilgert. Wie kam es dazu und warum war Ihnen das so wichtig?
Mein Glaube war im letzten Jahr sehr wichtig für mich. Aber auch jetzt hilft er mir, demütig zu bleiben. Egal, wie schlecht es einem geht, aber auch egal, wie gut es einem geht, man bleibt dankbar für das Leben. Egal ob Trauer oder große Freude, der Glaube hält mich im Gleichgewicht. Deswegen war für mich die Pilgerreise sehr wichtig.

Viele versuchen es, nur wenige schaffen es

Sie beten kurz vor dem Anpfiff auf dem Rasen. Worum bitten Sie in diesem Moment?
Ich persönlich bitte Gott nicht. Es gibt diese Bittgebete, das stimmt. Aber ich würde mich schämen, Gott um etwas zu bitten. Dafür habe ich viel zu großes Glück mit meinem Leben. Dass ich an dieser Stelle auf dem Rasen im Stadion stehen darf, dafür bin ich sehr dankbar. Es gibt viele Menschen, die einen darum beneiden. Viele versuchen es, nur wenige schaffen es. Das ist ein Privileg, für das ich dankbar bin. Vor allem, wenn man nach acht Monaten wieder auf den Platz zurückkehrt.

Sie sprechen offen über Ihren Glauben. Wie nehmen Sie die aktuellen Diskussionen um den Islam in Europa wahr? Fühlen Sie sich in einer Position, noch stärker als Vorbild vorangehen zu müssen?
Zunächst mal bin ich Fußball-Profi, kein Politiker. Aber kein Mensch kann sich freisprechen vom Einfluss, den er auf andere Menschen hat. Jeder einzelne, ob Moslem, Christ, Jude oder Buddhist, hat eine große Verantwortung, weil jeder zum Guten – aber auch zum Schlechten – beitragen kann. Es sollte jeder bei sich selbst anfangen. Wenn Ali und Mehmet und Mergim klauen und dealen, dann müssen sie sich nicht beschweren, wenn von manchen schlecht über Moslems gesprochen wird.  Wir sind alle gefragt. Je mehr Leute Farbe bekennen und andere Menschen aufklären, desto weniger Menschen haben Vorurteile. Es wird nicht genug aufgeklärt, auch nicht über den Islam. Das ist unser großes Problem. Wenn ich da helfen kann, mache ich das.

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