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Hosiner außen vor: Abschied durch die Hintertür?

Dass Philipp Hosiner den 1. FC Köln verlassen wird, ist bekannt. Der Effzeh hat die Personalie zwar noch nicht abschließend kommuniziert, die Entscheidung ist aber längst gefallen. Nun stand der Österreicher in den letzten beiden Spielen nicht einmal mehr im Spieltags-Aufgebot. Droht dem Angreifer ein Abschied durch die Hintertür?

Köln – Peter Stöger stellte unlängst klar: Mit ihm wird es keine Experimente und keine personellen Geschenke geben. Jeder Spieler muss sich auch am Saisonende noch einmal sportlich qualifizieren, um Teil des 18er-Kaders eines jeden Spieles zu sein. Philipp Hosiner schaffte dies zuletzt nicht. Der Stürmer weiß, er hat in Köln keine Zukunft mehr. Sichtlich schwerer fällt es ihm seit einigen Wochen, Tag für Tag im Training Top-Leistungen abzurufen.

Zuletzt reichte es deswegen nicht einmal mehr für den Spieltags-Kader, von Kurzeinsätzen oder gar Nominierungen von Beginn an ganz abzusehen. Bekommt Hosiner trotzdem noch einmal eine Chance, sich auf dem Rasen von den Effzeh-Fans und Köln zu verabschieden? Daheim gegen Bremen am kommenden Samstag oder am 34. Spieltag in Dortmund – mehr Chancen bleiben Hosiner nicht mehr.

Gegen den HSV trifft Philipp Hosiner erstmals für den FC: Der Österreicher gleicht zum zwischenzeitlichen 1:1 aus. (Foto: JS)

Gegen den HSV trifft Philipp Hosiner erstmals für den FC: Der Österreicher gleicht zum zwischenzeitlichen 1:1 aus. (Foto: JS)

Wer Stöger kennt, weiß auch un die menschliche Komponente, die dem FC-Coach wichtig ist. Einzig, es muss auch zu den sportlichen Zielen passen. Und die lauten bis zum Saisonende: einstelliger Tabellenplatz.

Eines ist aber so oder so sicher: Hosiner wird den Effzeh-Fans in Erinnerung bleiben. Mit seiner bewegenden Geschichte – dem geplatzten Transfer im Januar 2015 wegen eines Nierentumors und dem späteren Wechsel im Sommer – hat er sich als Vorbild für viele Menschen präsentiert, wie man mit Schicksalsschlägen umgeht. Zudem wird sein Tor zum 1:1 am dritten Spieltag gegen den HSV in seinem allerersten Bundesliga-Spiel in Erinnerung bleiben. Ein emotionaler Moment, der im 2:1-Sieg gipfelte und ganz Köln in euphorische Stimmung versetzt hatte. Hosiner hat in Köln die Menschen bewegt. Das wird ihm niemand mehr nehmen.

3 Kommentare
  1. SchweizerSchoggi
    SchweizerSchoggi says:

    Schade, dass es beim FC nicht zu „mehr“ gereicht hat. Ich hätte es diesem äußerst sympathischen und in Österreich bereits sehr erfolgreichen Spieler von Herzen gegönnt. Alles Gute für für die Zukunft!!

  2. Nottes
    Nottes says:

    Im täglichen Berufsleben ist das auch nicht anders. Hier and fire ist die Methode. Der FC hat Hosiner eine Chance geben wollen,die er leider nicht nutzen konnte. Für die Sportwelt gilt,was auch in der realen Welt gilt, nur der Erfolg gilt.Schade für den Sportler Hosiner.

  3. BÄRBELCHEN
    BÄRBELCHEN says:

    Es gibt Spieler, die sind einem egal. Ziehen sie weiter, kostet es nicht einmal ein Achselzucken.
    Es gibt Spieler, von denen man sich sehnlichst wünscht, dass sie schnell weiterziehen. Oder sogar, dass sie nie gekommen wären. Mit dem Abstieg 2012 war meine große Hoffnung verbunden, all die schlechten Charaktere mit einem Schlag loszuwerden….
    Und es gibt Spieler, denen gönnt man von Herzen Erfolg. Man zittert mit, dass sie einen längerfistigen Vertrag erhalten und zeigen können, was in ihnen steckt. Dass sie alles für den Verein tun mögen, sich wohl fühlen, im Team Erfolg haben und möglichst lange bleiben.
    Zur letzten Kategorie gehört Philipp Hosiner. Weniger aus Mitleid aufgrund der Vorgeschichte von Probetraining, Nierentumor, Leihvertrag usw. Sondern aus einem anderen, unbestimmbaren Gefühl. Wie man Menschen eben wahrnimmt und einsortiert, ohne sie näher zu kennen.
    Wie zur Bestätigung dieses guten Gefühls bei Philipp Hosiners kommt heute seine Eigenwahrnehmung bei kicker online. Überschrift: „Klartext von Hosiner“. Hätte ich bis dato Zweifel am Charakter von Hosiner gehabt, dann wären sie jetzt restlos ausgeräumt. Fast beängstigend klar im Kopf, der Bursche. Insofern schade, dass es nicht gereicht hat. Jammerschade!

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