Der 30-Millionen-Mann bleibt sich und Köln treu

Macht er den 1. FC Köln im Sommer reich oder macht er auch in der kommenden Saison für die Geissböcke seine Sache so ruhig und zuverlässig wie bisher? Jonas Hector schert sich nicht um die Transfergerüchte um seine Person. In drei Tagen beginnt für ihn die EM 2016. Da hat er ganz andere Sorgen. Wobei, was heißt Sorgen?

Köln/Evian – Er saß ruhig auf dem Podium neben DFB-Pressesprecher Jens Grittner und Manuel Neuer. Seine Antworten waren kurz, manchmal wirkte er etwas verkrampft. Es sind Auftritte, die Jonas Hector nicht mag. Nur einmal, als er auf seinen Bruder angesprochen wurde, legte sich ein breites Grinsen über sein Gesicht.

Bruder Lucas schießt 39 Tore – holt Jonas den EM-Titel?

„Er hat im Abschluss ein paar Qualitäten mehr als ich“, sagte Hector in Evian-les-Bains über seinen Lucas, der in der abgelaufenen Saison für den SV Auersmacher in 30 Spielen 39 (!) Tore erzielte. Der ältere Bruder des Nationalspielers – ein Knipser. Der jüngere Bruder bald Europameister?

„Ich will bei den Spielen dabei sein. Das ist was anderes als bei Bundesliga- oder Qualifikationsspielen“, sagte Hector am Donnerstag, für den es noch immer etwas Besonderes ist, bei der DFB-Auswahl dabei zu sein „Normal ist es noch nicht. Es ist noch mal etwas anderes, wenn es auf ein so großes Turnier zugeht. Ich bin positiv aufgeregt und freue mich auf die Zeit.“

Jonas soll genau das spielen, was er bisher gespielt hat

Lob bekam er zudem von Torhüter Manuel Neuer. „Jonas hat schon sehr gute Spiele für die Nationalmannschaft gemacht. Er ist ein fester Bestandteil des Teams und ist total angekommen“, lobte der Bayern-Star, der am Sonntag gegen die Ukraine wahrscheinlich die Kapitänsbinde tragen wird. „Jonas soll genau das spielen, was er bisher gespielt hat. Wir wissen um seine Stärken.“

Das tun sie auch beim 1. FC Köln, weshalb Sportchef Jörg Schmadtke kein gesteigertes Interesse hat, den Nationalspieler in diesem Sommer gehen zu lassen. „Wir planen mit Jonas“, sagt der 52-Jährige seit Monaten. Nun aber hängte sein Geschäftsführer-Kollege Alexander Wehrle dem EM-Star ein Preisschild um. In der „BILD“ erklärte Wehrle, Schmadtke und er seien sich einig, dass Hector mindestens 30 Millionen Euro wert sei.

Ich bin nicht darauf angewiesen, mir nach der EM einen Klub zu suchen

Und was sagt der Nationalspieler dazu?  „Auf die EM schauen viele, da muss man nicht um den heißen Brei herumreden“, sagte Hector in einem Interview mit dem „kicker“. „Das ändert aber nichts daran, dass ich mich in Köln wohlfühle. Ich bin nicht darauf angewiesen, mir nach der EM einen Klub zu suchen.“

So verlockend die Aussicht auf 30 Millionen Euro Transfereinnahmen auch sind: Der Effzeh hätte sicher nichts dagegen, auch in der kommenden Saison noch von der Klasse eines Jonas Hector zu profitieren. Alleine, ablehnen würden Schmadtke und Wehrle ein solches Angebot freilich nicht. Denn 30 Millionen Euro könnte der 1. FC Köln trotzdem gut gebrauchen.

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