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50 Jahre Wembley: "Der Ball war nach wie vor nicht drin"

Zwischen 1964 und 1974 absolvierte Wolfgang Weber 53 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Dabei erzielte der eisenharte Verteidiger des 1. FC Köln zwei Tore. Eines der beiden Tore hätte ihn beinahe zu einer Legende des Weltfußballs gemacht. Stattdessen wurde Geoff Hurst zu eben jener, dank seines Tores für England gegen Deutschland im Londoner Wembley-Stadion am 30. Juli 1966.

London/Köln – Vor genau 50 Jahren fiel es, das Wembley-Tor, das umstrittenste Tor der Fußball-Geschichte, das zum zwischenzeitliche 3:2 für die Three Lions gegen die Nationalelf. 50 Jahre, in denen Wolfgang Weber immer noch überzeugt ist: „Der Ball war nach wie vor nicht drin.“

Hurst schießt, Weber rettet vergeblich

„Die Erinnerungen kommen immer wieder hoch“, sagt der mittlerweile 72-Jährige im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN heute. Es lief die 101. Minute, als Hurst mit einem Schuss aus kurzer Distanz die Unterkante der Latte traf, der Ball auf den Boden prallte und Weber ihn schließlich über das Tor ins Toraus köpfte. Und das, obwohl Weber zwölf Minuten zuvor noch der deutsche Held gewesen war.

Deutschland lag im Finale 1:2 zurück, als Weber in der letzten Spielminute den Ausgleich erzielte. „So eng liegen Glück und Pech beieinander“, sagt Weber heute. „Erst fällt mir der Ball vor den rechten Fuß und ich kann ihn ins Tor schießen. Dann passiert so etwas.“ Weber ist auch 50 Jahre nach dem Wembley-Tor der Überzeugung, dass Deutschland der verdiente Weltmeister gewesen wäre. „England war nicht die bessere, aber die glücklichere Mannschaft.“

Wir hatten 7:3 Ecken, ich habe eine Strichliste geführt

Weber hat sich das Spiel vor zehn Tagen noch einmal auf Video angesehen. „England hatte etwas mehr Ballbesitz, aber wir hatten mehr Ecken“, sagt Weber lachend. „Wir hatten 7:3 Ecken, ich habe eine Strichliste geführt.“ Geklärt hat sich die Frage der Fragen nie, ob der Ball wirklich hinter der Linie war. Diskutiert wird darüber aber noch heute. Auch am Samstagabend in Dortmund, wenn sich die ehemalige Mannschaft im Deutschen Fußball-Museum trifft. Auch Weber wird mit dabei sein. Von den 22 Spielern werden 14 in Dortmund erwartet. Darunter Uwe Seeler und Willi Schulz. „Es wird ein schöner Abend. Ich freue mich, die Leute wiederzusehen.“


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