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Keine Leipzig-Strafe! Warum der DFB den Effzeh verschont

Der Deutsche Fußball-Bund wird keine weitere Strafe gegen den 1. FC Köln verhängen. Am Mittwoch entschied der Verband, dass die Vorfälle aus den Spielen gegen RB Leipzig und Borussia Dortmund nicht geahndet werden. Vorausgegangen war eine Absprache mit den Geissböcken wegen eines brisanten Details.

Frankfurt – Eigentlich hatte sich der 1. FC Köln auf eine saftige Strafe eingestellt. Das Heimspiel gegen RB Leipzig war von der Sitzblockade der Fans sowie von Ausschreitungen und beleidigenden Plakaten überschattet worden. Dazu hatte der DFB Ermittlungen eingeleitet, nachdem die „Wilde Horde“ gegen den BVB mit Pyrotechnik und einem Riesen-Banner ihren 20. Geburtstag gefeiert hatte. Das Banner hatte Szenen dargestellt, die der Verband für strafwürdig hielt.

Effzeh wegen „beleidigender Gesänge“ bestraft

Dennoch ließ der DFB die Untersuchungen nun fallen und verzichtete auf eine weitere Strafe für die Geissböcke. Zuvor hatte Köln bereits 34.000 Euro für vier andere Vergehen berappen müssen. Und genau diese am Montag verkündete Geldstrafe ist der Grund dafür, dass im Nachgang die Ermittlungen in Sachen Leipzig und BVB eingestellt wurden. Denn der DFB hatte den Effzeh in einer besonderen Sache keine Wahl gelassen.

Als der Deutsche Fußball-Bund am Montag das Urteil verkündete, der Effzeh müsse 34.000 Euro Strafe für Vergehen in insgesamt vier Spielen zahlen, ging der letzte Satz der Verkündung beinahe unter. „Zudem wurden während des Bundesligaspiels bei 1899 Hoffenheim am 3. Dezember 2016 im Kölner Zuschauerbereich beleidigende Gesänge angestimmt“, hieß es dort eher beiläufig als Begründung, warum der Effzeh auch für das Verhalten seiner Fans in diesem Spiel bestraft worden war.

Der juristischen Präzedenzfall ist Borussia Dortmund

Besonders macht dieser Satz die Formulierung „beleidigende Gesänge“. Es ist das zweite Mal, dass ein Bundesligist für die Gesänge seiner Fans von der DFB-Sportgerichtsbarkeit bestraft wurde. Erstmalig war es Borussia Dortmund – in einem Urteil, das zwar für landesweites Aufsehen sorgte, aber wegen einer anderen Geschichte. Die Sperrung der Südtribüne im Westfalenstadion war in der Öffentlichkeit eine Folge der vielen Plakate, die in der Partie gegen RB Leipzig ausgerollt worden waren. Doch das Urteil des DFB, das schließlich zu der drakonischen Maßnahme führte, basierte auf einer Sammelstrafe. Und in dieser waren ebenfalls „Schmähgesänge“ aus der Partie des BVB gegen Hoffenheim enthalten gewesen.

Weiterlesen: Effzeh hätte mit drastischen Strafen rechnen müssen

10 Kommentare
    • Strandbalu
      Strandbalu says:

      Lächerlich. Der DFB macht sich das Leben selbst schwer. Schmähgesang ist also schlimm? Was kommt denn als nächstes? Darf man bei Gegentoren von RB nicht mehr jubeln?
      Ist RedBull vielleicht ein neuer DFB Sponsor, das man denen heute den Hintern sauber macht?

      Der DFB sollte sich selbst mal hinterfragen und seine Baustellen bearbeiten. WM Skandale, SV Wilhelmshaven Zwangsabstieg, Schmiergelder etc….

  1. Nick
    Nick says:

    KVDFB – Klüngelverband DfB! Ist ja ok, wenn es für einen Verstoss eine Strafe, aber was soll denn so ein Vorgehen „Legt da keinen Einspruch ein, sonst erhöhen wir die Strafe bei einer anderen Sache…“

    Was war denn an der Horde-Choreo strafbar??? Die zwei Räucherstäbchen etwa???

    Also was der DfB jetzt so urteilt, geht voll in die Richtung was die Ultraszene vor Jahen angekündigt hat – „Wenn die Bengalos erloschen sind, geht es an die Spruchbänder. Und dann dürft ihr nur noch singen, was gefällt“

    In Orlando wurde übrigens gerade das erste Fußballstadion der USA eröffnet, in dem in einer gewissen Zone Pyrotechnik gezündet werden darf…

  2. Jürgen M.
    Jürgen M. says:

    Es ist einfach menschenverachtend wie seitdem wir Spiele gegen Hoffenheim machen über Herrn Hopp ausgeschüttet wird. Es ist nichts anderes, als würde man “ schwule Sau“, „Judenschwein“ oder sonstige Beleidigungen brüllt.
    Diese verblödeten Idioten stört es doch überhaupt nicht das sie unseren FC damit in aller Öffentlichkeit diskreditieren. Sie finden sich damit auch noch besonders ideenreich. In Wirklichkeitsind aber bloß minderbemittelte Gestalten, welche nichts mit unserem FC zu tun haben.

    • Koelschlenny
      Koelschlenny says:

      Tut mir leid, aber die Konnotation in deinem Post, dass dies kausal oder zeitlich mit dem Aufkommen von Hoffenheim zusammen hängt, ist sachlich schlicht und ergreifend falsch.

      Schmähgesänge, in denen offensichtlich falsche Tatsachen dargestellt werden, gibt und gab es schon immer…
      Ladiladiladiladiho, BVB, …
      Und wir schmeißen…
      Zieht den Bayern…
      Ostwestfalen Idioten…
      … sicherlich kann jeder hier diese Sätze vervollständigen.
      Ist das eine Diffamierung der Dortmunder?
      Bedroht man hier die Gladbacher mit Steinwürfen?
      Verstößt man gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Münchner?`
      Ist die Konnotation, dass Ostwestfalen nicht die schlauesten sind, vielleicht sogar rassistisch?

      Nein, diese Gesänge waren schon immer eine bewusste Überspitzung zur (ja, niveaulosen) Provokation der Gegenseite. Man kann das (schon immer) beschissen finden, aber – und das sage ich auch als Schiedsrichter im Amateurbereich – man kann auch einfach drüber hinweghören. Auch und gerade weil diese Gesänge eben meist nicht wörtlich zu verstehen sind und nicht rassistisch oder diffamierend sind, sondern schlicht eine – darf man sagen satirische? – Provokation.

      Es gab mal eine Zeit, da wurde auf die Gesänge „Ihr seid alle homosexuell“ in Köln geantwortet mit „Wir sind alle homosexuell“. Nur weil die Hopps, Mateschitz‘ und Mintzlaffs dieser Welt weder Selbstironie noch ein dickes Fell haben, kann es nicht sein, dass andere nun bestraft werden.

      Ich sage es ganz deutlich: Der Präzedenzfall liegt nicht in der Bestrafung von Borussia Dortmund für Schmähgesänge. Der 1000-fache Präzendenzfall liegt in der Nichtbestrafung aller Vereine für alle möglichen Gesänge – ausgenommen rassistischer Art – über die letzten 20 Jahre und ich würde mir wünschen, dass wir nicht zu Gunsten der Vermarktung als „Fußballshow“ unsere Meinung hierzu einreißen.

  3. puschel
    puschel says:

    …danke Koelschlenny, du triffst es auf den punkt, die beiden kommentare über dir denken einfach zu kurz! seit es den fussball gibt gibt es die gesänge, ob niveauvoll oder nicht sei dahingestellt, aber was jetzt zur zeit in dieser welt abgeht ist einfach nur noch erbärmlich, da bestimmen einige wenige mit viel geld (woher auch immer ) was die menschen zu tun und zu lassen haben !?

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