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Der schwelende Konflikt vor der Mitgliederversammlung


Es war eine überraschende, weil überhaupt die erste Äußerung der Vereinsführung des 1. FC Köln zur Mitglieder-Initiative „100% FC“. Werner Spinner hat bei der Saisoneröffnung des Effzeh erstmals verlauten lassen, wie der Effzeh-Vorstand über den Investoren-Antrag denkt, über den an der Mitgliederversammlung im September abgestimmt werden wird.

Köln – Es droht ein Thema mit Sprengkraft zu werden: der Antrag der Initiative „100% FC“, dass künftig die Mitgliederversammlung über jedwede Veräußerung von Anteilen am 1. FC Köln abstimmen muss. Die Initiatoren verteilten am Sonntag bei der Saisoneröffnung Flyer für ihre Sache.

Mitglieder müssen die Sachargumente abwägen können

Einer war nicht erfreut: Im Interview mit Michael Trippel auf der Bühne zeigte sich Werner Spinner „irritiert“, dass durch solch eine Aktion „Misstrauen hineingebracht wird, die nicht in den Verein gehört“. Damit offenbarte der 68-Jährige offenes Unverständnis für den Antrag und bezog damit erstmals öffentlich Position. Bis dato hatte sich der Klub nicht zu dem Antrag äußern, sondern zunächst intern abstimmen wollen. Der Präsident preschte nun vor und rief den rund 50.000 Fans auf den Stadion-Vorwiesen zu: „Kommt alle zur Mitgliederversammlung!“

Zuvor hatte sich Geschäftsführer Alexander Wehrle in dem am Samstag und Sonntag erschienene GBK-Interview vorsichtiger geäußert. „Die Mitglieder müssen in die Lage gebracht werden, diese Sachargumente im Wohle des Vereins abwägen zu können“, sagte Wehrle. Er habe vollstes Vertrauen in die Mitglieder, „dass sie die richtige Entscheidung treffen werden“. Nun ist klar, wie nach Sicht des FC diese richtige Entscheidung aussehen sollte: den Antrag auf Satzungsänderung abzuweisen.

Der Wunsch nach Basisdemokratie ist groß

Doch der Ausgang ist freilich offen, weil ein zukunftsweisendes Thema auf der Tagesordnung steht, das mit vielen Emotionen verbunden ist. Der Antrag berührt die FC-Fans in ihrem Inneren. Das Gefühl, einer der letzten sechs Bundesligisten zu sein, der noch komplett dem Verein und den Mitgliedern gehört, ist tief verankert in der kölschen Seele. Der Wunsch nach basisdemokratischer Entscheidungsfreiheit der Mitgliederversammlung als Souverän des Klubs ist groß.

Weiterlesen: Basisdemokratie versus repräsentative Demokratie

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