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Dramatische Pleite! Erst Elfer-Klau, dann Todesstoß


Einen Elfmeter per Videobeweis in der Schlussminute wieder aberkannt bekommen, in der vierten Minute der Nachspielzeit das Gegentor zum 1:2 (0:1) bekommen: Der 1. FC Köln verliert beim VfB Stuttgart auf die maximal dramatische Art und Weise.  

Stuttgart – Die Länderspiel-Pause sollte neue Kraft und neuen Mut geben. Das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart sollte der Startschuss für die Aufholjagd werden. Jetzt könnte es ein Nackenschlag sein, von dem sich die Mannschaft nicht mehr so leicht erholen wird.

Ausgangslage

Köln mit einem Punkt, Stuttgart mit sieben Zählern: ein Sechs-Punkte-Spiele in jeder Hinsicht. Beide Teams mit sportlichen und personellen Problemen, der VfB als Aufsteiger jedoch in der einfacheren Situation. Peter Stöger setzte auf Simon Zoller in der Sturmspitze neben Yuya Osako und auf Milos Jojic im rechten Mittelfeld. Claudio Pizarro nahm wie erwartet auf der Ersatzbank Platz.

Moment des Spiels

Die Nachspielzeit lief. Der 1. FC Köln hatte einen Elfmeter zugesprochen bekommen. Doch Schiedsrichter Benjamin Cortus nahm ihn nach über vier Minuten (!) Beratung mit dem Videoassistenten wieder zurück. Im direkten Gegenzug setzte sich Chadrac Akolo gegen vier Kölner im Strafraum durch, schoss Tim Handwerker den Ball durch die Beine und ins Netz. Der Effzeh aus allen Hoffnungen gerissen und ins Herz getroffen.

Die wichtigsten Szenen

Der FC legte so los wie erhofft: Vollgas nach vorne, dazu stabil in der Defensive. Osako bekam die ersten gute Chance nach Klünter-Flanke (5.), schoss aber vorbei. Milos Jojic zog nach einer Ecke ab, wurde aber abgeblockt (13.). Und als Simon Zoller völlig frei aus 13 Metern vorbeischoss (25.), legte sich das Gefühl auf die Kölner Seele, dass es offensiv wieder nicht reichen würde. Doch was dann passierte, glich Auflösungserscheinungen: Der VfB, bis dato komplett harmlos, kam mit einer guten Chance von Anastasios Donis zurück ins Spiel (33.). Plötzlich hatte Stuttgart Großchancen im Minutentakt und nutzte die vierte durch Donis zur Führung (38.). Timo Horn reagierte zweimal bärenstark, sodass Köln froh sein konnte, dass es nur mit einem 0:1 in die Pause ging. Und das, obwohl die Geissböcke in der ersten halben Stunde mit einem oder gar zwei Toren hätten in Führung gehen müssen.

Zur zweiten Halbzeit kam Claudio Pizarro für Salih Özcan, doch der Spielfluss der Kölner aus der ersten halben Stunde war verflogen. Nach vorne ging fast gar nichts mehr, der VfB war näher am zweiten Tor als die Geissböcke am Ausgleich. Bis Dominique Heintz kam und den Ball aus dem Nichts in den Winkel schlenzte (77.). Der Ausgleich, ein Energieschub. Dann ein Elfmeter, ein Gegentor und in letzter Sekunde eine letzte vergebene Riesen-Chance von Sehrou Guirassy, als Ron-Robert Zieler mirakulös auf der Linie parierte. Dieses Spiel werden die Kölner so schnell nicht vergessen.

Fazit

Zum Lachen: Nichts. Gar nichts. Nicht nach so einem Spiel.
Zum Weinen: Die Chancenverwertung brach dem Effzeh erneut das Genick.
Mann des Tages: Schiedsrichter Cortus für eine fragwürdige Handhabe des Videobeweises.

Aufstellung

Horn – Klünter, Sörensen, Heintz, Rausch (72. Handwerker) – Jojic (65. Guirassy), Lehmann, Özcan (46. Pizarro), Bittencourt – Zoller, Osako

Tore

1:0 Donis (38.), 1:1 Heintz (77.), 2:1 Akolo (90.+4)

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