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Effzeh-Krise: Das war gut, das war schlecht


Mut macht auch die Spielanlage gegen das Top-Team aus Leipzig. Endlich waren Ideen zu erkennen, die beispielsweise gegen den HSV und Augsburg noch gefehlt hatten. Der Effzeh spielte schnell nach vorne, nahm immer wieder Tempo gerade über die linke Seite auf, konnte über die starken Bittencourt und Osako kontrolliert und gefährlich in das letzte Drittel vorstoßen. Der Matchplan wäre aufgegangen, wenn die besagte Abschlussschwäche nicht gewesen wäre. Aber wie auch Manager Jörg Schmadtke nach dem Spiel sagte: „Wenn ein Spieler aus 14 Metern frei das Tor nicht trifft, kann ich das nicht dem Trainer vorwerfen.“ Die Spielidee von Peter Stöger stimmte.

Neben einem starken Timo Horn gehörten am Sonntag Bittencourt und Osako zu den stärksten Kölnern. Ein Augenmerk sollte aber auch auf Tim Handwerker gelegt werden. Der Youngster kam nach gut einer Stunde für Sörensen und machte eine gute Partie. Frech, schnell, mit einem guten linken Fuß, einem guten Schuss und einer guten Flanke auf Osako zum 1:2 zeigte er, dass er eine Alternative auf den offensiven Außenbahnen sein kann. Wenn der 19-Jährige die Länderspiel-Pause durch gute Trainingsleistungen nutzt, könnte er sich nahe an das Team herangespielt haben.

So geht es weiter

Überhaupt: Die Länderspiel-Pause ist die große Chance für den 1. FC Köln. Zwar sind vier Spieler länger verletzt (Cordoba, Hector, Risse, Nartey). Doch darüber hinaus fehlen nur vier Spieler wegen Abstellungen zu ihren Nationalmannschaften (Osako, Rausch, Queiros, Meré). Der noch angeschlagene Simon Zoller dürfte bald zurückkehren, ebenso der über das Wochenende erkrankte Christian Clemens.

Das gibt Peter Stöger die Chance, sein Team in großen Teilen zusammenzurotten, einzuschwören und in intensiven Trainingseinheiten an den Schwächen zu arbeiten. Claudio Pizarro bekommt zwei Wochen Zeit, sich spielfit zu machen und in das Team zu integrieren. Sehrou Guirassy muss wieder aufgebaut werden, um ein ernsthafter Cordoba-Ersatz zu sein, nachdem er gegen Belgrad in Gänze enttäuschte. Und auch die Abwehr ist in großen Teilen im Training, sodass Abläufe automatisiert und verbessert werden können.

Der Effzeh muss die Pause dringend nutzen, um sich zu sammeln. Matthias Lehmann hatte nach der ersten Länderspiel-Pause bereits einen Neustart gefordert. Dieser ging gänzlich in die Hose. Nun muss der 1. FC Köln den Reset-Knopf finden und mit aller Vehemenz betätigen. Die Schwächen sind offensichtlich, aber es gibt genügend positive Anhaltspunkte, um auf einen deutlich erfolgreicheren Herbst zu hoffen. Am besten mit einem Sieg beim VfB Stuttgart am Freitag, den 13. – mehr Pech als bisher kann Köln ohnehin nicht mehr haben.

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