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Schweigen ist eine größere Tugend als Toreschießen

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Vergoldet hat sich Anthony Modeste sein Leben durch seinen Wechsel nach China. Alleine vom goldenen Schweigen scheint der Franzose nicht viel zu halten. Dabei würde er allen Seiten einen Gefallen tun, wenn er nicht jeden Anruf von Journalisten annehmen würde.

Köln – Am Sonntagabend weilte er erstmals seit seinem Wechsel vom 1. FC Köln zu Tianjin Quanjian wieder im RheinEnergieStadion. Zusammen mit Frau Maeva und seinen beiden Kindern schaute sich Modeste das Spiel des Effzeh gegen RB Leipzig an. Geschäftsführer Alexander Wehrle schaute vorbei, Manager Jörg Schmadtke wohl eher nicht. Diesen dürfte er hinterher begrüßt haben, als Modeste seine ehemaligen Kollegen in der Kabine besuchte.

Stöger braucht Modestes Ratschlag nicht

Doch Modeste beließ es nicht bei einem privaten Hallo in Köln. Schon unter der Woche hatte er sein Kommen mit einem Interview in der „Sport Bild“ angekündigt, in dem er erklärte, er habe beim Effzeh bleiben wollen, natürlich nur für „verhältnismäßig mehr Geld“. Die Geissböcke hätten ihn aber mit aller Macht verkaufen wollen. Und so weiter und so fort. Was ein ehemaliger Spieler über seinen Ex-Klub eben so sagt, um seinen Mythos am Leben zu erhalten, obwohl er es nach 40 Toren in zwei Jahren eigentlich gar nicht nötig hätte.

So verwundert es nicht, dass Modeste nach dem Spiel gegen Leipzig noch einmal plauderte. Erneut zur „Sport Bild“ – im Übrigen ebenso ein Axel-Springer-Produkt wie die „Bild am Sonntag“, der Modeste kurz vor seinem Wechsel im Sommer ein PR-gleiches Interview gegeben hatte, um seinen Kleinkrieg mit Sportchef Jörg Schmadtke öffentlich zu machen. Nun also gab Modeste in Bezug auf die FC-Verpflichtung von Claudio Pizarro zum Besten, dass FC-Trainer Peter Stöger dem Stürmer Jhon Cordoba das Vertrauen aussprechen müsse. Pizarros Transfer dürfe dessen Position im Team nicht untergraben. Man darf davon ausgehen, dass dem feinfühligen Stöger diese Idee auch ohne den Hinweis des Franzosen gekommen sein dürfte.

Lieber echtes Gold als ungefragt zu bleiben

Doppelt genäht hält in dieser Hinsicht leider nicht besser. Denn wenn Modeste wirklich etwas am 1. FC Köln gelegen wäre, würde der Spieler spüren, dass seine Äußerungen in der aktuell schwierigen Situation des Klubs wenig hilfreich sind. Doch scheinbar hat der 29-Jährige derartige Sehnsucht nach Köln und dem Effzeh, dass er sich bemüßigt fühlt, jeden Anruf aus der alten Heimat anzunehmen, um sich im Gespräch zu halten. Reichen die zehn Millionen Euro Jahresgehalt in China doch nicht aus, um dort glücklich zu sein? Für vier Millionen Euro Gehalt hätte er weiter in Köln spielen können. Aber Modeste strebt eben doch lieber echtes Gold an anstatt jenes, das man sich durch Schweigen verdient.

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2 Kommentare
  1. Ostfriesenhennes
    Ostfriesenhennes says:

    Ich lese mir den Mist, was er von sich gibt, schon garnicht mehr durch, es nervt doch nur noch! tragisch wird nur sein, dass wir von dem Transfer geldtechnisch wohl nicht viel haben werden, falls es runter geht! damit muß das finanzielle Loch zur ersten Liga gestopft werden! Come on Fc, Sieg in Stuttgart und man ist wieder im Geschäft!!!

  2. Klaus
    Klaus says:

    Inzwischen glaube ich, dass Toni zu einem nicht geringen Teil die Wahrheit sagt. Na klar, er war vielleicht zu gierig und hat gepokert, um seinen Vertrag weiter zu vergolden. Dann hätte es aber gar kein Problem gegeben, wenn der FC schlicht intern Nein gesagt hätte. Der FC hatte doch alle Fäden in der Hand und ohne ein Verkaufsinteresse des FC hätte es auch keine Gespräche mit China geben müssen. Schmadtke hatte schon im Februar ein wenig zu öffentlichkeitswirksam den Verkauf abgeblockt und so getan, als sei es Tonis Herzenswunsch den Verein zu verlassen und man könne ganz großzügig im Sommer nochmal sprechen. Das war doch schon verkehrte Welt.

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