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Kommentar: Dieses Remis war wie ein Sieg für Stöger


Peter Stöger und Manfred Schmid haben es den Bossen des 1. FC Köln noch einmal so richtig gezeigt. Das österreichische Trainer-Duo einfach so vor die Tür setzen? Eine Klatsche gegen den FC Schalke 04 als Alibi zu haben, um die Entscheidung leichter zu treffen? Nicht mit Stöger und Schmid! Quo vadis, 1. FC Köln?

Gelsenkirchen/Köln – Niemand hatte dem Effzeh eine ernsthafte Chance zugestanden beim FC Schalke 04, bei der Mannschaft der Stunde, bei dem starken Ruhrpott-Klub, der in dieser Saison so erfrischend aufspielt. Doch am Ende rissen es die Spieler des FC und das Trainerteam um Peter Stöger heraus und holten einen verdienten Punkt.

Sollen sie es doch wagen, den Trainer zu entlassen!

Auf der Tribüne hofften die FC-Bosse auf einen Sieg. Natürlich! Denn dann hätte es mit Trainer Peter Stöger weitergehen können, ohne das eigene Gesicht zu verlieren. Bei einer Niederlage wiederum hätte es keine Argumente mehr bedurft, sich vom Trainer zu entlassen. Der Österreicher hatte unter der Woche ohnehin mit seiner Brandrede für Zündstoff gesorgt und zu einer sofortigen Entscheidung in der Trainerfrage aufgerufen – in die eine wie die andere Richtung.

Was die Bosse aber bekamen, war das für sie schwierigste aller Ergebnisse. Kein Sieg, keine Niederlage – ein kämpferisches Unentschieden, ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf, das klare Signal, dass sich diese Mannschaft unter diesem Trainer nicht aufgegeben hat, dass sie bereit ist, alles gemeinsam zu geben. Die Bosse bekamen eine Demonstration der Einheit, dazu den Kreis der Spieler und Trainer nach Spielschluss, das gemeinsame Feiern des Punktes vor der Fankurve, die Sprechchöre für Peter Stöger, den Applaus der Spieler (!) für den Trainer, der wiederum seinen Hut vor Anhängern und FC-Profis zog. Es gab sogar Tränen von Tim Handwerker und viele Umarmungen und Herzlichkeiten. Freunde unter sich auf dem Platz vereint – dieses Zeichen gab es in Richtung der FC-Bosse. Sollen sie es doch wagen, den Trainer zu entlassen!

Dann stehen die FC-Bosse ziemlich alleine da

Peter Stöger und Manfred Schmid haben in einem Kraftakt geschafft, was ihnen und der Mannschaft kaum jemand zugetraut hätte. Mit diesem Unentschieden, egal, wie die Trainerfrage ausgehen wird, bewahrten die beiden Österreicher ihr Gesicht, gingen nicht sang- und klanglos unter, ergaben sich nicht ihrem Schicksal. Die Spieler folgten ihnen einmal mehr. Mehr war auf Schalke nicht drin. Und mehr wäre unter allen anderen Umständen – selbst, wenn der FC in Bestform und Bestbesetzung angetreten wäre – nicht zu erwarten gewesen.

Eigentlich dürfen die FC-Bosse Stöger und Schmid am Sonntag nicht entlassen. Eigentlich müssen sie die Courage aufbringen und erklären: Mit diesem Team geht es nun in die Winterpause. Drei Englische Wochen liegen vor dem FC, zwei entscheidende Spiele gegen Belgrad und Freiburg stehen an. Ein neuer Trainer hat fast gar keine Trainingseinheiten zur Verfügung, um überhaupt etwas zu verändern. Stöger und Schmid, an denen die Bosse so lange festhielten, hätten es nun auch verdient, bis zum Winter weiterzumachen. Aber springen die Verantwortlichen wirklich über ihre Schatten? Wohl kaum – aber dann stehen sie wohl ziemlich alleine da. Denn das Unentschieden für den 1. FC Köln war am Samstagabend wie ein Sieg für Peter Stöger und Manfred Schmid.

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