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Timo Horn: Aus dem Nichts wieder ein Elfmeterkiller?

Für Timo Horn hat sich der Ausflug des 1. FC Köln nach Bielefeld gelohnt. Der Torhüter der Geissböcke wurde erst von den Fans der Gastgeber gefeiert. Anschließend avancierte er zum Elfmeterhelden. Das Gefühl kannte der 24-Jährige zwei Jahre lang nicht mehr.

Bielefeld – Fabian Lustenberger lief an und schoss in die von ihm aus gesehen links gelegene Ecke. Halbhoch, dankbar für jeden Keeper, der die Ecke ahnen konnte. Horn ahnte sie und parierte. Beim nächsten Elfmeter das gleiche Spiel: Diesmal lief Vladimir Darida an, wieder die gleiche Ecke, wieder auf Handschuh-Höhe, wieder konnte Horn parieren.

Letzter gehaltener Elfmeter im Dezember 2015

Zwei Elfmeter, zwei Paraden: Der Effzeh zog dank Horn und dank vier eigenen Treffern bei vier Versuchen vom Punkt ins Finale des Blitzturniers in Bielefeld ein. Im Finale saß Horn dann nur noch auf der Bank und überließ es Sven Müller, das Tor der Kölner erneut sauber zu halten und den Turniersieg einzufahren. Die kölsche Nummer eins konnte sich freuen, vor der Rückrunde noch mal Selbstbewusstsein gesammelt zu haben.

Während der regulären Spielzeit hatte ihn die Hertha nur ein einziges Mal gefordert, als Davie Selke aus spitzem Winkel abzog. In der zweiten Halbzeit ließ sich ein gänzlich unterbeschäftigter Horn von den Bielefelder Fans in der Fankurve in seinem Rücken feiern. Die Arminia-Anhänger hatten Langweile, Horn auch. So hallten Horn-Sprechchöre durch die SchücoArena. Der 24-Jährige dankte es den Fans mit zwei gehaltenen Elfmetern.

Acht Elfmeter in nur 17 Spielen

Womit freilich nicht zu rechnen war. Zuletzt hatte Timo Horn in der Bundesliga am 12. Dezember 2015 vor über zwei Jahren einen Strafstoß parieren können – gegen Anthony Ujah von Werder Bremen. Seitdem musste er zwölf Mal den Ball aus dem Netz holen, in der Regel, ohne auch nur in der Nähe des Balls gewesen zu sein. Nun ahnte er zwei Mal das richtige Eck. „Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass ich es doch noch kann“, sagte er hinterher.

Das wird auch nötig sein. Denn schon acht (!) Elfmeter verschuldete der FC in der Hinrunde. Acht Elfmeter-Gegentore in nur 17 Spielen – zum Vergleich waren es in den drei Jahren zuvor (2014/15 bis 16/17) insgesamt nur neun. „Das ist ein bisschen bezeichnend für unsere Saison bislang“, meinte Horn in Bielefeld. Zum Glück nahm er einen kleinen Mutmacher mit zurück nach Köln.

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