Der 1. FC Köln hat den nächsten juristischen Nackenschlag hinnehmen müssen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat das Urteil zu den Ausbau-Plänen am Geißbockheim auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Auswirkungen des Rechtsstreits sind verheerend. Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie hart die politische und juristische Verweigerung schon jetzt den FC trifft.
Der 1. FC Köln kann nicht an der neu gegründeten U21-Liga für die höchsten Nachwuchs-Mannschaften Deutschlands teilnehmen. Die Geißböcke müssen bis zum 15. Juni erklären, ob ihre Zweitvertretung an der neuen Liga der DFL teilnehmen wird oder nicht. Philipp Türoff erklärt nun exklusiv im GEISSBLOG: Der FC verzichtet – weil er dazu gezwungen wird.
Der bittere Grund: Die Geißböcke haben nicht genügend Plätze am Geißbockheim, auf denen ein zusätzlicher Wettbewerb ausgetragen werden könnte. Der Plan der Deutschen Fußball Liga sieht nicht nur vor, dass die Zweitvertretungen der Profi-Clubs neben ihrer regulären Liga-Teilnahme auch in der U21-Liga antreten. Für die U21 der Geißböcke würde das bedeuten: Pflichtspiele am Wochenende in der Regionalliga West und U21-Liga-Spiele unter der Woche. Doch damit nicht genug.
Türoff: „Unser Ausbau ist kein Nice to have“
Die DFL hätte im Fall einer Kölner Teilnahme auch verlangt, dass neben den Geißböcken auch andere U21-Mannschaften das Franz-Kremer-Stadion als Spielstätte hätten nutzen können, um Reisekosten zu sparen. So hätte beispielsweise ein Duell zwischen Hannover 96 II und Eintracht Frankfurt II auf halber Strecke für beide Teams in Köln stattfinden können. Das hätte zu einer signifikanten Mehrbelastung der Plätze am Geißbockheim geführt – und genau die kann der FC nicht tragen.
„Wir haben ohnehin schon ein Problem mit der Anzahl unserer Fußballplätze“, sagte Philipp Türoff exklusiv dem GEISSBLOG. „Jetzt kommt aber noch dazu, dass die DFL die neue U21-Liga auf den Weg gebracht hat. Da müssen wir sagen: Das können wir aktuell am Geißbockheim nicht darstellen. Das ist ein sehr gutes Beispiel, durch das jedem klar sein muss, dass unser Ausbau kein Nice to have ist. Fakt ist: Wir können an dieser Liga der DFL nicht teilnehmen, weil wir bei den Plätzen, die uns zur Verfügung stehen, an unsere Grenzen kommen. Das ist für uns ein klarer Wettbewerbsnachteil.“
Verzögerungstaktik hat Erfolg – FC-Talente leiden
Umso verheerender, dass am Mittwochabend das OVG Münster die letztinstanzliche Verhandlung am Donnerstag über den Geißbockheim-Ausbau völlig überraschend absagte. Und das, ohne einen neuen Termin zu nennen. Als Grund führte das Gericht an, dass die gegnerische Partei eine Stellungnahme zum Thema Artenschutz eingereicht habe, die nun erst einmal geprüft werden müsse.
Die Verzögerungstaktik hatte Erfolg. Das OVG hätte eigentlich am Donnerstag das Urteil sprechen sollen. Nun weiß niemand, wann überhaupt wieder vor Gericht gesprochen wird. Und der FC steht einmal mehr mit leeren Händen da – und muss die Teilnahme an einem attraktiven Wettbewerb für die größten Talente im Verein absagen. So weit ist es schon gekommen.
Das vollständige Interview mit Philipp Türoff über die abgelaufene Saison, die anstehende Transferphase, den Millionen-Poker um Said El Mala und um die Geißbockheim-Pläne lest Ihr am Samstag und Sonntag beim GEISSBLOG.






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