„Das gibt es bei uns nicht“: Diese Prämie hat der FC abgeschafft

Die FC-Geschäftsführer Philipp Türoff und Thomas Kessler. (Foto: Bucco)
Die FC-Geschäftsführer Philipp Türoff und Thomas Kessler. (Foto: Bucco)

Beim 1. FC Köln setzt man auf mannschaftliche Geschlossenheit – sogar bei den Prämien. Deswegen zahlen die Geißböcke an ihre Torschützen keinen Cent extra.

Nach den Verpflichtungen von Luka Lochoshvili, Gideon Mensah und Reigan Heskey sollen beim 1. FC Köln die nächsten Neuzugänge folgen – die nächsten Vertragsunterschriften am Geißbockheim. Doch wie sieht so ein Profivertrag überhaupt aus? Im vereinseigenen Podcast gibt Geschäftsführer Philipp Türoff Einblicke und verrät, dass Torjäger wie Said El Mala durch ihre Treffer nicht mehr verdienen als die Teamkollegen.

„Man vereinbart ein fixes Gehalt und erfolgsabhängige Prämien, einsatzabhängige Prämien. Das ist beim 1. FC Köln relativ klar geregelt“, spricht Türoff die unter Christian Keller eingeführte einheitliche Prämienregelung an. Spannend: Torprämien gibt es dabei gar nicht mehr.

Türoff: „Wollen Teamgedanken stark eingebettet haben“

„Das ist etwas, das wir nicht machen“, sagt der Finanzboss und erklärt den Gedanken dahinter: „Die Mannschaft soll das totale gemeinsame Ziel haben, ein Tor zu erzielen. Es soll nicht irgendeiner einen Vorteil haben, der vielleicht entscheidet: Ich versuche es mal für mich selbst und spiele den besser postierten Mitspieler nicht an. Das ist eine Geschichte, die es bei uns nicht gibt, dass jemand Torprämien erhält.“

Seit Kellers Prämien-Reform, die offenbar weiterhin Bestand hat, steht der Mannschaftsgeist auch bei den Zahlen über allem. „Wir wollen den Teamgedanken bei den Punktprämien sehr stark eingebettet haben. Da macht man nicht mit jedem irgendwas. Es gibt eine Prämie“, betont Türoff.

Das ist der Prämienschlüssel des 1. FC Köln

Wobei natürlich auch die Einsatzzeit entscheidend ist. Die Prämie „wird verteilt, je nachdem, ob ein Spieler durchgespielt hat, ob er teilgespielt hat oder eine kleine Einwechslung hatte“, zählt Türoff auf. „Der wesentliche Grundgedanke ist: Je mehr dazu beigetragen wurde, desto mehr bleibt wirtschaftlich von dem Punkt hängen.“

Die volle Prämie erhalten die Startelf-Spieler. Für Einwechslungen bis zur 60. Minute gibt es 50 Prozent, für Joker-Auftritte bis zur 75. Minute immerhin 35 Prozent und anschließend 20 Prozent. Ein Kaderplatz ist noch zehn Prozent der Prämie wert.

Türoff: „Das sind auch Angestellte“

Zudem wird die Höhe der Prämie vom Tabellenrang bestimmt. Als Tabellenführer würden beim FC laut der Sport Bild 12.000 Euro pro Zähler fließen, von Platz zwei bis vier 10.000 Euro, von Rang fünf bis sechs 8.500 Euro. Von den Plätzen sieben bis 16, wo sich die Geißböcke im Normalfall einfinden sollten, sind es 7.000 Euro. Auf den beiden direkten Abstiegsrängen fließt derweil keine Prämie.

Viele Zahlen – und viele Vertragsseiten. „Die Anzahl der Blätter, die an so einen Lizenzspieler-Vertrag gemacht werden müssen, das sind schon einige“, sagt Türoff. Zumal neben Gehalt und Boni auch die Einhaltung der Vereinspartnerschaften, beispielsweise mit Ford oder Ausstatter Adidas, „vertraglich organisiert werden“ müssen. Doch eines unterscheidet die Bundesliga-Profis von den weiteren Mitarbeitern nicht. „Im Kern ist das auch ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis, das sind auch Angestellte“, so der FC-Geschäftsführer.

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