,

Effzeh plädiert für 50+1, doch Fans ist das nicht genug

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga hat am Donnerstag für die Beibehaltung der umstrittenen 50+1-Regel gestimmt. Auch der 1. FC Köln sprach sich in der Abstimmung dafür aus. Was ein schwerer Rückschlag für Martin Kind bei Hannover 96 und alle interessierten Investoren bedeutet, geht einigen Anhängern in Köln aber noch nicht weit genug.

Frankfurt/Köln – Ein Sieg für die Fans, hieß es am Donnerstag, sei die Entscheidung der DFL. Der Zweitligist FC St. Pauli hatte mit einem Antrag darum gekämpft, dass die bisherige Investoren-Regel in Deutschland bestehen bleiben müsse. Demnach können Geldgeber nur dann die Mehrheit an einem Verein übernehmen, wenn sie diesen über mehr als 20 Jahre „ununterbrochen“ und „erheblich“ gefördert haben.

Ein guter Tag für alle, die es gut mit dem Fußball meinen

St. Pauli hatte den Antrag gestellt, dem am Donnerstag 18 der anwesenden 34 Vereinsvertreter zustimmten – also genau die Hälfte der Erst- und Zweitligavereine. Dieses Abstimmungsverhältnis verdeutlichte bereits, das durchaus kontrovers diskutiert worden war. Vier Vereine stimmten gegen den Antrag, neun Klubs enthielten sich, drei Vereine beteiligten sich erst gar nicht an der Abstimmung. Andreas Rettig, Paulis Geschäftsführer, bezeichnete das Ergebnis hinterher als „ein tolles Zeichen und ein guter Tag für alle, die es gut mit dem Fußball meinen“. Man habe „einen guten Kompromiss gefunden“ als Signal für die Zukunft. Nun wolle man Rechtssicherheit schaffen, damit das Ergebnis langfristig bindend bleibe.

Vor der Abstimmung hatte bereits eine Fan-Initiative dem DFL-Präsidenten Reinhard Rauball eine Petition für den Erhalt von 50+1 übergeben. In der Abstimmung sprachen sich dann neben dem 1. FC Köln auch Klubs wie Duisburg, Bielefeld, St. Pauli, Freiburg oder Dortmund für 50+1 aus. Andere Klubs wie der FC Bayern, Schalke 04 oder Hannover 96 hätten für eine Modifizierung der Regelung gestimmt. Diese wird es nun aber nicht geben.

Wir lehnen jegliche Form von Anteilsverkäufen ab

Beim 1. FC Köln wird die Diskussion um Anteilsverkäufe an der Lizenzspielerabteilung allerdings weitergehen. Nachdem die Mitgliederinitiative „100% FC – Dein Verein“ im vergangenen Jahr mit einem Antrag auf Satzungsänderung gescheitert war, kämpfen die Unterstützer der Idee weiter. Sie wollen erreichen, dass auch die ersten 49 Prozent am 1. FC Köln im Besitz des Vereins bleiben. Das hatte auch der „Südkurve 1. FC Köln e.V.“ bereits im Vorfeld der Abstimmung öffentlich bekundet.

„Wir rufen insbesondere unsere Clubfunktionäre dazu auf für den bedingungslosen Erhalt dieser Regelung einzustehen. Ein entsprechendes Votum im Rahmen der DFL-Sitzung erachten wir als selbstverständlich“, hieß es. Dieses Votum erfolgte, doch reicht dem Fanverbund dies nicht aus. „Als Südkurve 1. FC Köln e.V. gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir werden uns ab sofort dafür einsetzen, dass die Spielbetriebsgesellschaft zu 100 % im Besitz des 1. FC Köln und seiner Mitglieder bleibt“, heißt es weiter. „Wir lehnen dementsprechend jegliche Form von Anteilsverkäufen in der Zukunft ab.“ Das Thema dürfte in den kommenden Monaten bis zur nächsten Mitgliederversammlung des Effzeh also bestehen bleiben.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar