, ,

Kommentar: Diese Zahlen symbolisieren das sportliche Scheitern

Alexander Wehrle folgt einem klaren Credo, seit er beim 1. FC Köln arbeitet. „Ohne sportlichen Erfolg ist alles Geld nichts wert.“ Dieses Credo jedoch fand in der letzten Saison keine Anwendung, weshalb die Geschäftszahlen 2017/18 ein Symbol des Scheiterns der Verantwortlichen sind.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Der 1. FC Köln hat in der letzten Saison einen Gewinn vor Steuern von 27,4 Millionen Euro erzielt – und das trotz millionenschwerer Abfindungen an Jörg Schmadtke, Peter Stöger und dessen Entourage, trotz des Millionenflops Claudio Pizarro und trotz der Nachkäufe im Winter (Terodde, Koziello), die schon ein Vorgriff auf die Zweitliga-Saison gewesen sein sollen.

Man darf nicht dran denken, was möglich gewesen wäre, wenn die sportlich Verantwortlichen im Sommer 2017 ihren Job verantwortungsvoll erledigt hätten. Man darf aber auch nicht daran denken, was noch hätte möglich sein können, wenn Alexander Wehrle und Armin Veh im Winter alles unternommen hätten, um den 1. FC Köln in der Bundesliga zu halten.

Das Finanzergebnis zeigt: Sie haben nicht alles unternommen, weil offenbar im Winter der Glaube an die Rettung nicht mehr vorhanden gewesen war. Selbst nach dem 19. Spieltag, selbst nach den zwei Siegen über Gladbach und Hamburg, selbst, als am 21. Januar der Rückstand auf Rang 16 nur noch vier Punkte betragen hatte. Zehn Tage vor Ende der Transferperiode also, wissend, dass mindestens hinten rechts in der Viererkette ein großes Loch klaffte, wissend, dass genug Geld zur Verfügung gestanden hätte, um zumindest dieses Loch zu stopfen.

Weil es nicht einmal versucht wurde

Das Argument, man hätte die Lizenz für die Zweite Liga sichern müssen, hätte nur für einen sehr teuren Transfer gegolten, der auch im Abstiegsfall hätte über mehrere Jahre abgeschrieben werden müssen. Das Argument, es hätte aber generell keine passenden Spieler gegeben, die in dieser Situation zum 1. FC Köln in die Bundesliga gewechselt wären, ist eine Bankrotterklärung an die eigene Scoutingabteilung und ein Widerspruch zur vielgelobten Strahlkraft der Geissböcke selbst in sportlich brenzligen Situationen. Den Gegenbeweis für letzteres Argument leisteten die Verantwortlichen schließlich selbst in diesem Sommer, indem sie mit Louis Schaub einen eigentlichen Erstligaspieler holten – trotz Abstiegs.

Wehrle sagte am Mittwochabend auf der Mitgliederversammlung, dass man auf die vorgelegten Geschäftszahlen „stolz sein könnte, aber können uns nicht recht darüber freuen. Denn es geht um Tore, Punkte und Emotionen. Wir haben, das muss man so hart sagen, die beste Ausgangssaison seit Jahrzehnten in den Sand gesetzt.“ Ob weitere Transfers im Januar 2018 den Abstieg verhindert hätten, bleibt freilich ungewiss. Doch gewiss ist dagegen, dass die Verantwortlichen es im Winter nicht einmal mehr mit allen Mitteln versucht haben. Die vorgelegten Zahlen zeigen einen gesunden 1. FC Köln, das ist die gute Nachricht, dank der die Geissböcke mit ihrer finanziellen Wucht die Zweite Liga dominieren müssen. Die schlechte Nachricht ist aber auch: Die Zahlen stehen unzweideutig für die ganze Tragweite des Scheitern aller Verantwortlichen.

30 Kommentare
  1. Susanne Lex says:

    Ihr Würste, lass mal die Vergangenheit endlich weg. Krank immer wieder nach hinten zu schauen!!! Ihr seid doch krank. Andere hauen Milliarden raus und scheiden in der Vorrunde in Europa aus. Ist halt schlimm gelaufen aber jetzt ist es gut. Kann die kranken Beiträge nicht mehr lesen. Über andere Mist schreiben anstatt nach vorne zu schauen, was seid ihr Würste, da bei geissblog!!!!

  2. Ulrich Treimer says:

    Der HSV ist abgestiegen weil er praktisch pleite war und wir sind abgestiegen, weil wir im Geld schwimmen. So dusselig hat es nie ein BL-Verein hinbekommen. Was Schmadtke und Stöger und der schlafende Vorstand da abgeliefert haben, ich werde es nie begreifen.
    Eigentlich hat dieser Vorstand seine Zeit gehabt und Toni sollte mal 1 Jahr die Klappe halten…

  3. Karl Heinz Lenz says:

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Herr Merten in der letzten Hinrunde sich für den Verbleib Peter Stögers einsetzte und laut in das allgemeine „Abscheu und Entsetzen“ einstimmte als der Vorstand Stöger nach 3 Punkten in 14 Spielen entließ. Als dann der Weggefährte Stöger, Alexander Bade, auch gehen musste, sprach der Geissblog vom Unrecht, dass dem „verdienten Mitarbeiter“ angetan worden sei. Rund neun Monate später tut Herr Merten so, als sei er und der Geissblog immer schon für einen harten, erfolgsorientierten Kurs des Vorstands eingetreten. Das Gegenteil ist richtig! Auch die Erzählung von Herrn Merten, es wäre doch ein Leichtes gewesen, den FC in der Rückrunde zu retten – wenn denn die Verantwortlichen nicht versagt hätten, stimmt nicht. Jeder könnte in der Rückrunde sehen, dass die Mannschaft nicht den Biss und nicht die Mentalität hatte, dauerhaft sportlich Leistung zu bringen. Deshalb der Abstieg auf einem abgeschlagenen 18. Platz.

    Es hört sich für mich so an, dass Herr Merten an der Entsorgung Armin Vehs mitwirkt. Gegen ihn scheint sich ja der Artikel besonders zu richten. Wahrscheinlich soll der Vorstand dann gleich mit weg. Wer dann den neuen Sonnenkönig spielen soll, das wird Herr Mertens uns bei Zeiten mitteilen. Vielleicht der Herr, der sich für die Mitgliederversammlung immer so schick macht.

    • mal im Ernst says:

      waren sie gestern auf der Mitgliederversammlung? Ich glaube sie waren nicht da. Dieses Herren Vorstand sind noch nicht mal fähig eine Mitgliederversammlung abzuhalten , geschweige einen Verein zu führen. Der eine redete von nachgemachten Pullover die im Umlauf wären, der andere vom Brötchen schmieren. Schon die zweite lächerliche Veranstaltung dieser Herren. Herr Lenz, es wurde nichts , aber auch gar nichts im Winter unternommen um die Mannschaft vor dem Abstieg zu retten. Herr Veh will sich nur damit brüsten , wenn es gelingt, sich als Aufstiegs- Held feiern zu lassen. Wo sind eigentlich die super Kommentare von Herrn Klöckner? Vermisse den Antrag , mich hier zu sperren für die Beleidigungen die ich ja jetzt wieder von mir gegeben habe. Aber es kommen sowieso wieder die Heuschrecken zum Vorschein die sich nur über andere auslassen als selbst was vernünftiges zu schreiben. Ach ja, bitte auch schreiben was das doch hier für eine scheiss Rechtschreibung ist. Am besten find ich den Kommentar vom Scherbenhaufen Uli.

      Solange dieser Vorstand agieren darf wird sich beim FC nichts ändern.

      • Boom77 says:

        Dass Herr Veh wenig gegen den Abstieg unternommen hat, damit haben sie Recht. Daraus hat er aber auch nie ein Gehemnis gemacht. Ich erinnere mich, dass er sagte, als er zum FC kam, habe er eigentlich schon für die 2. Liga geplant. Und ganz ehrlich so krumm nehme ich ihm das nicht. Denn mit der Punktausbeute zu seinem Amtsantritt (zur Erinnerung: Wir waren damals schlechter als Tasmania Berlin), hätte niemand noch davon zu träumen gewagt, dass wir noch den Abstieg verhindern.

        Außerdem hat der Verlauf der restlichen Saison dann gezeigt, dass es nicht damit gehalten gewesen wäre, einen rechten Verteidiger zusätzlich zu verpflichten. Wie Herr Lenz schon richtig schrieb, war es am Ende eigentlich ausschließlich ein Mentalitätsproblem und kein Qualitätsproblem der Mannschaft. Nehmen wir so Spieler wie z.B. J. Horn und Höger mal raus, ist wohl kaum eine Mannschaft mit einem fußballerisch so qualitativ doch recht gut ausgestatteten Kader jemals abgestiegen… zumindest hatte der FC noch nie eine so gute Mannschaft in seinen Abstiegsjahren gehabt. Wir hätten aufgrund der mangelnden Mentalität, die meines Erachtens noch heute in weiten Teilen zu erkennen ist (siehe die Spiele gegen Duisburg und Paderborn), im letzten Winter eigentlich 3/4 der Mannschaft austauschen müssen um diese – mittlerweile ja schon fast berühmte – „Solero-Eis“-Mentalität aus dem Kader zu bringen. Wie hätte das denn funktionieren sollen? So viel Geld hatten wir nicht mal nach dem wirtschaftlich guten Jahr auf der Bank, um da im Winter mit 10 neuen Spielern aufzuwarten.

        Die Leute sollten sich da mal nichts anderes einreden und auch nichts einreden lassen. Dass der Vorstand hier extreme Versäumnisse an den Tag gelegt hat, steht aber auch für mich außer Frage. Nur, diese Fehler hat er schon zu Ende der vorletzten/Beginn letzte Saison gemacht. Rückblickend betrachtet (und das möchten die Stöger-Fans sicher nicht lesen und auch der geissblog hätte den Vorstand dafür geteert und gefedert), hätte man mit Stöger gar nicht in die letzte Saison gehen dürfen, sondern sagen müsse: „Danke Peter! Tolle Arbeit! Aber jetzt gehen wir mit jemand anderem weiter.“ Denn Stöger war – das hat er selbst zugegeben – nach der letzten Saison ziemlich ausgebrannt und hatte selbst starke Zweifel, ob er noch die Energie aufbringt, um die Mannschaft in der kommenden Saison noch ausreichend führen/betreuen zu können. Wie wir mittlerweile auch wissen, hat der Tünn das auch gewusst, weil er Stöger ziemlich leer und fast schon apathisch nach dem letzten Spiel in der Kabine aufgefunden hat, in dem ihm Stöger genau dies sagte. Da hätte man reagieren müssen. Denn wie sich zeigte, war dem auch so.

    • Detlef Lodenkämper says:

      Genauso war es, Herr Lenz, Ihr Gedächtnis täuscht Sie nicht. Als ich vergangene Saison so nach dem 11./12. Spieltag die Suspendierung des Trainers Stöger anregte, wurde ich in diesem Forum angegangen wie unser geliebter Effzeh am Montag von den Duisburgern.

  4. Max Moor says:

    sehr gute Analyse und endlich mal die Wahrheit . So gut wie Alles geschrieben wird ist es nicht . Schmadke kam viel Geld ..Anfang kostete ..für unerfahrenen Trainer aus Vertrag gekauft ..Super angebot im Winter nicht angenommen von Leipzig ….. nix unternommen um in Liga 1 zu bleiben da hätte Köln nun 3 mal soviel Guthaben !!! und besten Spieler verkauft und fast Alles in den Sand gesetzt . . . .

  5. Thilo Schiffer says:

    Auch ich sehe das völlig anders, als der Kommentator.

    In der Vergangenheit hat der FC viel zu oft zu viel Risiko genommen und sich vor Stöger damit fast an den Rand der Insolvenz gebracht.

    Die Gründe für den Abstieg lagen definitiv nicht in der Qualität des Kaders. Somit hätten auch zusätzliche Nachkäufe in der WP wenig bewirkt.

    Es wurde in der Hinrunde versaut, ursächlich in einer miesen Transferpolitik (Schmadtke), einem antriebslosen und zerstrittenen Trainerteam (Team Stöger-Kugel), einer Mannschaft, die wohl eine härtere Hand nach der Sommerpause benötigt hätte (Fitness) und nicht zuletzt vieler verlorener Punkte durch unerklärliche „Vorfälle“ (man könnte es schon auch Betrug nennen) durch Schiedsrichter und Videoassistenten.

    Ich finde es gut, dass die Basis derart gut ist und schätze Wehrle sehr für seine gute Arbeit.

  6. Max Moor says:

    Das wichtigste Ziel bleibt immer noch der Erfolg ! Das ist 1. Bundesliga und da zu bleiben und nicht ständig Absteigen so wie Köln nun seid 1998 ständig . . warum schaffen es andere Mannschaften nur mal paar zu nennen .. Mainz , Hoffenheim , Freiburg , Berlin , Bremen sich lange in der Bundesliga zu halten wo Köln es nicht schafft !? Ich rede hier nicht von Bayern München oder Dortmund sondern Vereine mit denen Köln normal mithalten sollte und fast bei Allen von denen der Kader nie stärker war als von Köln . Und dann diese ganzen Transfers seid 1990/ 91 wo es immer schlimmer wurde . fast immer Flops ob Reich .. Hauptmann .. Azizi .. Madsen .. und nun diesen Koziello , Mere .. J. Horn nur um ein paar zu nennen .. Laslandes , dieser Grieche Gian. usw dagegen waren die guten meist wenige .

  7. FC-Freund says:

    Lasst es endlich gut sein! Ich denke, dass die Fehler der Vergangenheit erkannt und Daraus Lehren für die Zukunft gezogen worden sind!
    Somit ehrlich gesagt Schnee von gestern! Alles Lamentieren darüber bringt uns in der jetzigen Situation definitiv nicht weiter und es löst auch nicht die aktuellen Probleme der Mannschaft !!!

  8. Thilo Schiffer says:

    @ Michael:

    Dann mal Butter bei die Fische… War ja schon mal vereinzelt angedeutet worden… Normalerweise sagt man: Wo Rauch ist, ist auch Feuer…

    Wenn dem so wäre, wäre es vom Vorstand grob fahrlässig gewesen, dies zu ignorieren.
    Würde jedoch erklären, warum Schmadtke gefeuert wurde und nicht Stöger.
    Normalerweise wird ja eher der Trainer zuerst gefeuert, auch wenn für mich auch ohne Affäre Schmadtke der Hauptschuldige war, allein dadurch, dass er in der besten Situation seit ewig unfähig war, Modeste nur annähernd zu ersetzen. Haller bei FFM wäre ja auch für uns machbar gewesen. Und das ist nur ein Beispiel. Auch der Plea von Gladbach macht mir nen guten Eindruck.
    Der Schmadtke hätte wirklich keinen einzigen Euro Abfindung bekommen dürfen, für die Erfolge vorher wurde er gut bezahlt.
    Würde aber echt gerne wissen, ob an der Sache mit Stögers Freundin was dran ist. Sind die eigentlich noch zusammen?
    Die Affäre würde echt ins Thema der letzten Saison passen und zur Antriebslosigkeit von Stöger. Dachte ja, es wären mangelnde Ziele (Platz 5 mit dem Fc ist ja kaum zu toppen) und dem Angebot des BVB.
    Also wenn die Story stimmt und der Vorstand das wusste, dann haben sie wirklich die Hauptschuld am Abstieg. Sowas muss man bei Bekanntwerden auflösen, das kann nicht gut gehen.

  9. Franz-Josef Pesch says:

    da gebe ich dem Kommentator recht, die Scoutingabteilung hat eine Bankrottwürdige Leistung abgegeben. Wenn man andere Bundesligavereine sieht, die mit weniger Geld gute und junge Spieler verpflichten, die auch zur Mannschaft passen, da muss man sich wirklich fragen was unsere so genannten Scouts für eine Aufgabe beim FC haben ? „ausser Spesen nichts gewesen“ !!
    Hier ist viel Geld für „Nichts“ ausgegeben worden !! Man sollte vielleicht über den Einsatz bestimmter Scouts nochmal nachdenken.

  10. Ralf Knüve says:

    Dem Kommentar kann ich nicht ganz zustimmen. Habe lange mit mir gerungen, hier überhaupt etwas zu schreiben. Das Kind ist nun mal in den Brunnen gefallen. Wir sollten jetzt nach vorne schauen und hoffen, dass aus den vergangenen Fehlern etwas gelernt wurde. Das ewige Nachkarten bringt ja nicht viel, genauso wenig, irgendeinen Schuldigen zu suchen und zu beschimpfen. Sicherlich sind Fehler gemacht worden. Wenn man aber 100 Leute fragt, bekommt man 99 verschiedene Meinungen und 97 verschiedene Schuldige. Jeder hat vielleicht ein wenig Recht, oder auch nicht. Im Nachhinein hätte man Stöger vielleicht vor der Saison entlassen sollen, mehr war unter Stöger wahrscheinlich einfach nicht möglich. Wer entlässt aber schon gerne einen Erfolgscoach? Wäre der Nachfolger schlecht gestartet, wäre das Geschrei groß gewesen. Man hätte Modeste behalten sollen, aber wer sagt, dass er wieder so viele Tore geschossen hätte? Hätte man ihn behalten und er hätte keine Tore geschossen, hätten viele wegen der verlorenen Millionen gemeckert. Dass eine Mannschaft derart schlecht punktet, wird es wohl nie wieder geben. Neben vielen unglücklichen Entscheidungen kam auch eine Menge Pech hinzu. Wir waren nicht immer schlechter, haben eben aber immer verloren. Kurz, ich weiß nicht, was man vor der Saison hätte besser machen können, schließlich hatten wir einen Kader, der in der Vorsaison für Platz 5 gut war. Jetzt zu dem, was ich eigentlich loswerden möchte. Im Winter waren wir sportlich schon tot. Dass die Verantwortlichen dann nicht mehr so viel investiert haben, kann ich nur begrüßen. Sicherlich, in der Rückrunde waren noch 51 Punkte zu vergeben, aber wie viele Punkte sind für eine Mannschaft realistisch, die in einer kompletten Hinrunde nur 6 Punkte geholt hat? Sehen wir uns die Abschlußtabelle an. Freiburg als 15. hatte 36 Punkte, Wolfsburg als 16. 33. Uns fehlten also 30 Punkte für den direkten Klassenerhalt, bzw. 27 für die Relegation. In der Rückrunde holte der 4. 29 Punkte, der 5. 27. Eine total verunsicherte Mannschaft mit nur 6 Punkten, hätte in der Rückrundentabelle Vierter werden müssen. Hallo??? Die Jahre zuvor sah das ähnlich aus. 2015&16 hatte der 4. gar nur 26 Punkte in der Rückrunde geholt. Übrigens, in dem Jahr, wo wir 5. wurden, holten wir in der Hinrunde 26 Punkte und in der Rückrunde 23. Wie wahrscheinlich wäre also ein Klassenerhalt im Winter gewesen? Es mögen viele Fehler gemacht worden sein, von wem auch immer, aber im Winter mit Sicherheit nicht. Ich finde, die Mannschaft hat in der Rückrunde alles gegeben, sich nie aufgegeben und gekämpft. Die Hoffnung war noch lange da, die Spannung konnte hoch gehalten werden. Das ist Fußball. Die ewigen Vorstand raus Rufe gehen mir mittlerweils auch auf den Keks. Ist wie mit einem Trainerwechsel, irgendeiner ist immer unzufrieden.

    • Boom77 says:

      Wirklich ein bemerkenswert guter Kommentar, der mit nicht wegzudiskutierenden Fakten belegt ist. Jeder und auch wirklich jeder, heißt er nur „Paul“, „mal im Ernst“ oder „Susanne Lex“ etc., sollte sich vor dem Hintergrund dieser Fakten wirklich mal mit seinen Äußerungen, was angebliche Fehler von Armin Veh im vergangenen Winter angeht, ganz dezent im Hintergrund halten.

      Ich sage damit nicht, dass ich alles absegne, was Herr Veh macht. So fand ich z.B. seine Aussage zum Mitgliederrat auch daneben. Zwar kann ich menschlich nachvollziehen, wenn einem das auf die Ketten geht und der Kragen platzt. Aber Fußball ist – bei aller Emotion – ein professionelles Geschäft. Wenn ich mich in der Kneipe oder Herr Veh zu Hause über ein Mitglied des Mitgliederrates lautstark aufregen und so etwas los lassen, ist das eine Sache. Als Geschäftsführer Sport hat man so etwas in der Öffentlichkeit aber zu unterlassen.

      Und dennoch finde ich, dass Herrn Veh unrecht getan wird – was die obogen Zahlen belegen – wenn man ihm (oder Stefan Ruthenbeck) den Abstieg anlasten möchte. Die beiden können wirklich nichts dafür und konnten diesen gar nicht mehr verhindern. Punkt.

    • Klio says:

      Ein Kommentar, der die Ausgangslage für die Entscheidungen, die Armin Veh zu treffen hatte, sehr anschaulich macht. Natürlich gibt es viele, die den festen Glauben haben, der FC hätte eine Rekordrückrunde spielen können – wahlweise mit dem richtigen Trainer (Typ erfahrener Feuerwehrmann) und neuen Spielern für diverse Problempositionen (alles Leute, die natürlich das Niveau des FC-Spiels sofort heben).

      Dass bei diesen Gedankenspielen immer alles perfekt läuft, ist dann klar. Neue Spieler schlagen da ohne Anpassungsprobleme sofort ein. Der neue Trainer schafft es dann selbstverständlich mit wenigen Ansprachen, einer vollkommen verunsicherte Mannschaft absolutes Selbstbewusstsein einzuimpfen, damit der FC eine Rückrunde spielt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Klar sind das schöne Fan-Träume (da nehme ich mich nicht aus), aber ein Geschäftsführer Sport beim FC darf sich nicht von Träumen leiten lassen, sondern muss die Realitäten im Blick haben und auch über die aktuelle Saison hinaus planen.

      Etwas, was bei Gedankenspielen nach dem Muster „hätte, wäre, könnte“ (einfach nur etwas Geld in die Hand nehmen) auch regelmäßig außer Acht gelassen wird: Der FC hatte beim Trainer und bei Spielern natürlich nicht die freie Auswahl. Die Strahlkraft einer Mannschaft mit einer so desaströsen Hinrunde ist halt (gelinde gesagt) begrenzt.

      Was den Trainer betrifft: Dass ein zu dieser Zeit stellenloser „Feuerwehrmann“-Trainer kontaktiert wurde, ist bekannt. Der hat aber abgelehnt, weil er die Aufgabe beim FC als aussichtslos ansah und er seinen schönen Feuerwehrmann-Ruf nicht gefährden wollte (soweit aus einer FC-internen Quelle bei Friedrichs‘ FC-Stammtisch). Dieser Trainer hat dann bei einem anderen kränkelnden Bundesligisten angeheuert, der daraufhin aber noch zwei Tabellenplätze einbüßte und gerade noch die Liga halten konnte.

      Was mögliche Neuzugänge für den Kader betrifft: Bei Neuverpflichtungen in der Winterpause ist die Lage immer schwieriger, denn erfahrungsgemäß sind dann nicht so viele überragend „performende“ Spieler auf dem Markt. Für den FC kam hinzu: Die Aussicht, in eine demoralisierte, in der Tabelle abgeschlagene Mannschaft zu wechseln, wirkt auch nicht gerade wie ein Magnet auf die verfügbaren Spieler. Da funktioniert die Rechnung, dass man mit einem bestimmten Betrag bestimmte Spieler bekommt, einfach nicht.

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar