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Nicht nur hinten rechts: Dem FC fehlt das Tempo 


Die Fans des 1. FC Köln erleben in dieser Saison ein Déjà-vu: Erneut haben die Geissböcke ein großes Problem auf der Rechtsverteidiger-Position. Aber nicht nur dort, wobei von dieser Position ausgehend einige Probleme der letzten Wochen deutlicher werden.

Köln – Ist der 1. FC Köln dabei, den Fehler aus dem Vorjahr zu wiederholen? In der Saison 2017/18 verbrannte der Effzeh wegen falscher Kaderplanung Frederik Sörensen, dessen Selbstvertrauen und dessen Marktwert, indem der Däne aus der Not heraus bis zum bitteren Ende als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde. Eine Position, die ihn auf Dauer überforderte, in der er schließlich mit dem FC unterging.

Das ewige Problem hinten rechts

Nun ergeht es dieser Tage Marcel Risse ähnlich, und man mag ihm wünschen, dass er bald davon erlöst wird, auf dieser Position zu spielen, die ihm sichtlich nicht behagt. Der Rechtsaußen, der vor Monaten wegen anhaltender Knieprobleme noch um seine Karriere bangte, war bereits neun Mal in 14 Pflichtspielen der Notnagel als Rechtsverteidiger. Zunächst, weil die beiden Neuzugänge Benno Schmitz und Matthias Bader verletzt ausfielen. Dann, weil Bader nicht überzeugte. Schließlich, weil Schmitz ebenso nicht überzeugte. Doch auch Risse überzeugt nicht. Im Gegenteil. Der eigentliche Rechtsaußen ist längst nicht mehr so wendig wie früher, nicht mehr so schnell wie früher und hat merkliche Probleme in den Zweikämpfen. Dennoch muss der 28-Jährige als Aushilfsverteidiger herhalten.

Dass Markus Anfang seinem Spieler damit keinen Gefallen tut, ist die eine Sache. Dass aber weder Schmitz noch Bader aktuell den Anforderungen des FC-Trainers zu genügen scheinen, die andere. Bader ist ein junger Spieler, der aus der Dritten Liga kam und dem man noch Zeit in seiner Entwicklung zugestehen muss. Über Schmitz hingegen waren die FC-Verantwortlichen bestens im Bilde, schließlich kennt Frank Aehlig den ehemaligen Spieler von RB Leipzig aus deren gemeinsamer Zeit bei den Bullen im Detail. Schmitz müsste also eigentlich den Anforderungen entsprechen, die Sportchef Armin Veh und Anfang für diese Position vorsehen. Dass Schmitz nach seiner Verletzung aber gerade einmal zwei Chancen bekam sich zu zeigen, seine Sache gegen Kiel und Heidenheim noch nicht einmal schlecht machte und doch wieder gegen Risse ausgetauscht wurde, verwundert – zumal die rechte Seite auch mit Risse eine der Kölner Schwachstellen bleibt.

Rächt sich jetzt der Verzicht auf Flügelspieler?

Die Versetzung Risses nach hinten rechts öffnet zudem ein weiteres Problem. Nach der Verletzung von Christian Clemens wird Risse eigentlich auf seiner angestammten Position benötigt. Louis Schaub ist kein typischer Flügelflitzer, eher ein Mann für die Halbpositionen. Flanken sind nicht sein Ding, dafür waren Risse oder Clemens vorgesehen. Und weil auch auf der linken Seite weder Serhou Guirassy noch Simon Zoller oder Dominick Drexler echte Flügelspieler sind, bleibt die Erinnerung, dass der FC im Sommer wie schon im Vorjahr darauf verzichtete, einen weiteren echten Flügelspieler zu verpflichten.

Gegen den HSV fiel auf, was den Geissböcken unter anderem aktuell fehlt: explosive Spieler. Was Khaled Narey oder Douglas Santos mit ihrer Schnelligkeit und Dynamik ins Spiel der Hamburger einbrachten, ging dem Effzeh komplett ab. Ob Risse, Hector, Schaub, Drexler oder Guirassy, gerade über die Außen fehlte Köln jedes Tempo, nicht nur im Passspiel, sondern auch im Laufspiel oder im Eins gegen Eins. Da passte es ins Bild, dass der FC im Winter seinem Trainer Stefan Ruthenbeck den Wunsch abgeschlagen hatte, Narey zu verpflichten.

Die Außenbahnen, defensiv wie offensiv, sind freilich nur ein Puzzleteil dessen, was seit Wochen beim Effzeh nicht zusammenpasst. Gerade mit Clemens funktionierte dies in den ersten Saisonspielen deutlich besser, zumal sich der nun verletzte Rechtsaußen mit Schaub und Drexler gut verstand. Diese Harmonie ist jedoch abhanden kommen.

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