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Macht der Vorstand weiter? „Natürlich denken wir darüber nach“


Der Vorstand des 1. FC Köln hat sich in seinem jährlichen Brief zum Jahreswechsel an die Mitglieder und Fans der Geissböcke gewandt. Die FC-Bosse deuteten darin an, auch für eine weitere Amtszeit als Präsidium zur Verfügung zu stehen – dass dies aber zunächst nicht in der eigenen Hand liege. 

Köln – In dem Schreiben, das auf der Vereinshomepage veröffentlicht wurde, betonte der Vorstand zunächst, dass ohne sportlichen Erfolg im Jahr 2019 aller Ausblick auf das nächste Jahr schwierig sei. Die Tabelle habe im Sommer 2018 nicht gelogen, als der FC abgestiegen war – „die Tabelle zeigt uns im Dezember 2018 ebenso, dass der Neustart in der zweiten Jahreshälfte bisher gelungen ist“.

Doch als Vorstand geht es für Werner Spinner, Toni Schumacher und Markus Ritterbach freilich um andere Dinge. Die sportliche Entwicklung liegt in den Händen von Sportchef Armin Veh und dem Trainerteam um Markus Anfang. Für das Präsidium hingegen geht es um die großen Baustellen abseits des Rasens, allen voran um den Konflikt mit der aktiven Fanszene, um den Graben zwischen Führungsetage und Mitgliederrat und damit auch um die eigene Zukunft. Denn es ist weder klar, ob der Mitgliederrat den amtierenden Vorstand im Herbst 2019 noch einmal zur Wahl vorschlagen würde. Noch war bislang bekannt, ob Spinner, Schumacher und Ritterbach überhaupt noch einmal zur Verfügung stehen würden.

Neue Kandidatur nicht ausgeschlossen

Im Brief des Vorstands klang nun erstmals durch, dass das Trio durchaus dazu bereit wäre. „Wir werden derzeit oft gefragt, ob wir über die aktuelle Amtszeit hinaus weitermachen wollen. Bei vielen unserer Treffen mit Fans und Mitgliedern werden wir dazu ermutigt“, heißt es in dem Schreiben. „Natürlich denken wir auch darüber nach. Bitte habt dennoch Verständnis dafür, dass wir uns dazu momentan nicht äußern.“ Spinner, Schumacher und Ritterbach betonten, dass das Vorschlagsrecht für ein Vorstandsteam beim Mitgliederrat liege. Doch bekanntlich ist auch eine Konkurrenzkandidatur nicht ausgeschlossen, sollte der Graben zwischen den beiden Gremien nicht überwunden werden können.

Auch deshalb appellierten die FC-Bosse für einen neuen Zusammenhalt im FC, der in den vergangenen Monaten verloren gegangen war. „Wir wünschen uns für 2019 nichts so sehr wie den Aufstieg. Darüber hinaus wünschen wir uns, dass im Fußball allgemein und beim FC im Besonderen wieder mehr Gelassenheit und Freude einkehren“, schrieben die FC-Vorstände. „Härte, Unversöhnlichkeit und Misstrauen, die zwischen Fan-, Club- und Verbandsvertretern und auch innerhalb von Clubs zunehmend herrschen, tun dem Sport nicht gut.“ Worte, an denen sich alle Gremienvertreter, vom Vorstand über Aufsichts-, Bei- und Mitgliederrat bis zur Geschäfts- und sportlichen Führung werden messen lassen müssen.

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