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Diese Themen werden 2019 für den Effzeh wichtig

Ohne sportlichen Erfolg ist alles nichts. Dieses Motto schwebt beim 1. FC Köln in den kommenden Monaten über allem. Ohne den Aufstieg im Sommer 2019, ohne die Rückkehr in die Bundesliga, wären alle Anstrengungen der letzten Monate umsonst. Dabei gibt es viele weitere Themen, die den FC 2019 in Atem halten werden.

Köln – Es ist kein Geheimnis: In den Planungen über den Sommer 2019 hinaus ist der Aufstieg und die damit verbundene Rückkehr in die Bundesliga fest eingeplant. Darauf haben die Vereinsbosse in Vorstand und Geschäftsführung alles ausgerichtet. Dennoch mussten die FC-Chefs bei ihrer Klausurtagung im Dezember zweigleisig planen und viele Themen auch im Fall der Zweitliga-Verbleibs beleuchten. Die Mitglieder und Fans der Geissböcke werden in 2019 deshalb besonders auf fünf Themen schauen.

1. Der sportliche Umbruch

Die Profis haben einen beispiellosen Absturz hinter sich. Für viele Fans ist der Abstieg 2018 noch immer nicht abschließend aufgearbeitet und erklärt worden. Doch ein Aufstieg 2019 würde zumindest viele Wogen wieder glätten. Dabei werden die Anhänger besonders beobachten, wie sich der Kader umgestaltet. 2016 und 2017 waren für viele FC-Fans verlorene Jahre auf dem Transfermarkt. Die Geissböcke ließen zu viele Kader-Lücken offen und verpassten eine Blutauffrischung. Diese hat der neue Sportchef Armin Veh nun in Angriff genommen, vollzieht sie aber nicht mit dem Fallbeil, sondern langsam und gezielt. Im Falle des Aufstiegs wird sich dann erst zeigen, wie erfolgreich dieser Weg sein wird. Sollte der Aufstieg verpasst werden, würden sich gänzlich andere Fragen stellen. Doch nachdem die Geissböcke zuletzt spürbar ins Laufen kamen, scheint der aktuelle Kader in vielerlei Hinsicht aufstiegsreif – zumal im Januar noch Kingsley Schindler hinzukommen könnte (mehr dazu hier).

Armin Veh hat aber auch noch eine zweite Aufgabe: Er muss mit den beiden Nachwuchs-Chefs Matthias Heidrich und Carsten Schiel die U21 neu strukturieren. Während die Umstellungen der letzten Jahre in den weiteren U-Mannschaften greifen, dümpelt die U21 seit Jahren im Regionalliga-Keller umher. Der FC muss 2019 zeigen, dass er es ernst meint mit der zweiten Mannschaft. Die Leistungen der letzten dreieinhalb Jahre waren vornehmlich nicht dazu geeignet, Talente zu fördern oder dem FC einen Vorteil zu verschaffen. Der Umbruch in der U21 in 2019 ist zwingend erforderlich – und verbunden mit der Hoffnung, dass es doch noch zum Klassenerhalt reichen könnte.

2. Die Causa Modeste

Zumindest zu Beginn des Jahres 2019 dürfte eine besondere Personalie den FC noch einige Zeit begleiten. Die überschwängliche Präsentation von Anthony Modeste im November auf der 70-Jahre-Gala ist den FC-Bossen längst krachend auf die Füße gefallen. Nun wird es wohl noch länger dauern, ehe Klarheit herrscht, ob der Franzose überhaupt wieder für den FC wird spielen können. „Wir haben an jenem Abend nach einem Durchbruch in den wochenlangen Bemühungen hinter den Kulissen spontan beschlossen, das Bekenntnis von Anthony Modeste zum FC öffentlich zu machen“, ließ der Vorstand zum Jahreswechsel in einem Brief verlauten. „Dass Tony seine Zukunft beim FC sieht, ist außergewöhnlich und ein starkes Signal – unabhängig vom Ausgang der FIFA- oder CAS-Verfahren, die 2019 folgen werden und die nicht in unserer Hand liegen.“ Der Nachsatz, dass die Zukunft des Stürmers nicht in der Hand der Geissböcke liegt, hatte im November noch gänzlich anders geklungen, weshalb der FC nur hoffen kann, dass sich die Causa Modeste letztlich zugunsten der Kölner lösen wird. Andernfalls dürfte eine Menge Spott über dem Geißbockheim ergossen werden – auch, wenn es offenbar kein finanzielles Risiko für den Klub gibt.

3. Der politische Machtkampf

Eine erfolgreiche Rückkehr des Franzosen könnte auch ein wichtiger Erfolg für die Geschäftsführung, vor allem aber für den Vorstand sein, um Ruhe in den Verein zu bringen und gleichzeitig die eigene Position in der Mitgliederschaft zu stärken. Der politische Machtkampf um den Mitgliederrat im Herbst 2018 hat dem Effzeh erheblich geschadet. Das Präsidium sprach in seinem Brief zum Jahreswechsel zwar von einer „besonnenen Art und Weise, wie unser Club mit dem Abstieg umgegangen ist“. Von Besonnenheit war rund um die Mitgliederversammlung allerdings nicht mehr viel zu spüren gewesen. Die Schlammschlacht, die sich um die Wahl des neuen Mitgliederrates ereignet hatte, dürfte wohl nur ein Vorspiel zu dem gewesen sein, was den FC in 2019 mit Blick auf die Wahl eines neuen Vorstandes erwarten könnte. Es sei denn, Vorstand und Mitgliederrat fänden doch noch zueinander und zu einer – im Sinne des FC – professionellen Zusammenarbeit.

Aktuell erscheint es wenig wahrscheinlich, dass der Mitgliederrat den amtierenden Vorstand noch einmal zur Wahl vorschlagen würde. Auf der anderen Seite ließ das Präsidium im Brief zum Jahreswechsel durchklingen, dass man durchaus bereit sei, sich einer weiteren Wahl zu stellen – aktuell liege aber der Fokus einzig auf dem sportlichen Ziel des Aufstiegs. Denn auch der Aufstieg und der damit verbundene sportliche Erfolg könnte dazu beitragen, das zu erreichen, was sich der Vorstand für 2019 wünscht: „Härte, Unversöhnlichkeit und Misstrauen“ zu überwinden und wieder zu mehr „Gelassenheit und Freude“ zurückzufinden.

4. Der Konflikt mit der Fanszene

In diese Gemengelage passt auch, dass der Vorstand sich darum bemühen muss, wieder einen Draht zur aktiven Fanszene zu finden. Diese fordert bekanntlich seit Monaten die Ablösung von Werner Spinner, Toni Schumacher und Markus Ritterbach. Zwar scheint das Tischtuch zwischen diesen Parteien endgültig zerschnitten. Doch die Hoffnung auf Dialog schwebt weiter über dem Geißbockheim. Ein fortdauernder Kleinkrieg zwischen FC-Führung und Südkurve wäre schädlich für den gesamten Klub.

5. Die Infrastruktur

Die aktive Fanszene wird deshalb auch genau im Blick behalten, welche Ergebnisse der FC in der Stadionfrage liefern wird. Der Vorstand versprach in seinem Brief zum Jahreswechsel, in 2019 „die Ergebnisse der von uns mitbeauftragten zweiten Machbarkeitsstudie für einen Ausbau des RheinEnergieSTADIONs am Standort Müngersdorf“ zu präsentieren. Der Standort Müngersdorf ist bekanntlich für die meisten Zuschauer der Südkurve unverhandelbar. Vor allem mit Blick auf die Mitgliederversammlung im Herbst 2019 werden die Ergebnisse und die sich daraus ergebenden Konsequenzen von erheblichem Wert sein. Ebenso wie der seit Jahren erwartete und noch immer auf Eis liegende Ausbau des Trainingsgeländes im Grüngürtel. „2019 erwarten wir einen Ratsbeschluss zu Gunsten unserer wichtigen Erweiterungspläne am Geißbockheim“, erklärte der Vorstand nun. Es wäre ein Meilenstein für den Klub – und ein Zeichen, dass 2019 als Jahr des sportlichen Wiederaufstiegs den FC in eine bessere Zukunft führen könnte.

3 Kommentare
  1. Anti Raute says:

    Dieser Konflikt mit der Fanszene wird mir viel zu sehr aufgebauscht, denn es gibt nur mit einem kleinen Teil der FC Fans Probleme. Desweiteren sind das auch noch meistens die Fans, die dem FC sehr viel Geld kosten durch Strafen seitens des DFBs, UEFA. Diese kleine Gruppe von Fans nimmt sich viel zu wichtig und ist im Gesamten unwichtig, auch wenn die Presse diesen Konflikt nur allzu gerne benutzt, um den Vorstand zu kritisieren. Es sind mit Sicherheit auf beiden Seiten Fehler gemacht worden, aber wenn eine Seite nicht diskutieren will, dann gibt es kein Vorankommen. Solange die Fangruppen diese Chaoten schützt und nicht selber tätig wird, in dem man diese Chaoten aus der Fanszene ausschließt, wird sich auch nichts ändern können. Dann sollte sich jeder die Frage stellen, was wichtiger ist: Der Verein 1.FC Köln oder einige Fangruppen, bzw. einzelne „Fans“, die dem FC mehr schaden als nutzen.

    • Toni10 says:

      Sehe ich ganz genau so! Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe von „Fans“ den Club so viel Geld und Nerven kosten.
      Die nehmen sich wichtiger als sie sind. Wenn ich höre, Müngersdorf ist nicht verhandelbar… Ein neuer Standort für Stadion und Trainingszentrum würde dem Verein auf Jahre mehr bringen. Diese Fußballromantiker sehen nicht, dass Tradition leider keine Tore schießt.

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