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Zu Null und Sieg-Retter: „Timo war für uns da“


Das erste Mal seit dem 17. Spieltag hat der 1. FC Köln wieder ohne Gegentor ein Zweitliga-Spiel überstanden. Die schwere Kost beim 1:0 (1:0) in Aue wird in den Erinnerungen der mitgereisten FC-Fans kein Highlight bleiben. Für Timo Horn jedoch waren die 90 Minuten wichtig und erfolgreich.

Aus Aue berichtet Marc L. Merten

Sein neongelbes Shirt hing schmutzig an ihm herab, immer wieder fuhr sich Horn, eine Bewegung, die man bei ihm kennt, durch die gestutzten Haare. Horn erklärte mit nachdenklichem Blick das Spiel, in dem er in wenigen Augenblicken, aber dafür umso stärker im Mittelpunkt gestanden hatte. Hin und wieder huschte ein Lächeln über die Lippen des FC-Keepers. Erstmals seit Wochen hatte er sich wieder richtig auszeichnen können.

In der zweiten Minute, als Filip Kusic die Kölner Abwehr wie eine Schülermannschaft hatte aussehen lassen und aus 14 Metern abzog. Horn parierte in starker Manier, indem er gerade noch rechtzeitig das linke Bein ausfuhr. Nur drei Minuten später tauchte Jan Hochscheidt erstmals vor Horn auf, doch sein Schuss war kein Problem für den Kölner Keeper. In der 34. Minute parierte er gegen Pascal Testroet, der alleine – allerdings auch in Abseitsposition – vor dem FC-Keeper aufgetaucht war. Und dann war da noch die Riesenparade in der 62. Minute, als Johannes Geis gegen Hochscheidt ganz schlecht aussah und der Auer mit einem Schlenzer aus 14 Metern das lange Eck anvisieren konnte. Horn machte sich ganz lang und lenkte den Schuss mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

Das Beste, was einem Torhüter passieren kann

Es war die entscheidende Parade des Spiels, die Horn zum Mann des Spiels machte. Dass außer Torschütze Marco Höger kein anderer Kölner Spieler diese Auszeichnung verdient gehabt hätte, lag nach der schwachen Gesamtleistung der Mannschaft von Trainer Markus Anfang auf der Hand. Horn aber konnte erstmals seit Wochen wieder mal Punkte für sein Team festhalten. In Paderborn hatte er unglücklich ausgesehen, darüber hinaus waren Großtaten ausgeblieben, sodass die Frage aufgekommen war, wann Horn mal wieder einen vielzitierten „Unhaltbaren“ halten würde. Am Mittwochabend in Aue war es soweit.

„Nach langer Zeit einmal wieder die Null zu halten, ist das Beste, was einem Torhüter passieren kann“, freute sich Horn hinterher. „Das ist auch sehr wichtig für das ganze Team.“ Dieses Team wusste, beim wem es sich nach dem 1:0-Sieg zu bedanken hatte. „Timo hat gerade am Anfang super gehalten. Das ist auch für ihn wichtig, wenn er uns die Punkte festhält“, lobte Sportchef Armin Veh. Und Torschütze Höger ergänzte: „Es war enorm wichtig, dass Timo für uns da war. Wir wussten, dass Aue direkt ein Zeichen setzen wollte. Das ist auch so gekommen, und da brauchten wir einen starken Timo und etwas Spielglück. Für Timo und die Abwehrreihe ist es ein gutes Gefühl und wir müssen daran anknüpfen, auch in den nächsten Spielen gut zu stehen.“

Erst zum sechsten Mal zu Null

Das gelang in dieser Saison bislang zu wenig. Zwar haben nur drei Teams in der Liga weniger Treffer kassiert als die Geissböcke. Die 29 Gegentore in 23 Spielen entsprechen aber nicht den Ansprüchen des Effzeh. Auch, weil am Mittwoch erst zum sechsten Mal in dieser Saison hinten die Null stand – eine Statistik, mit der Köln nur im Mittelfeld der Zweiten Liga steht. Zum Vergleich: Der Hamburger SV schoss zwar 26 Tore weniger als der FC und kassierte nur drei weniger, dafür aber blieb der HSV bereits zehnmal in dieser Saison ohne Gegentor und konnte sich trotz des geringen Torverhältnisses von plus fünf bis Mittwoch an der Tabellenspitze halten. In den kommenden Partien (in Ingolstadt, daheim gegen Bielefeld, in Duisburg) muss der FC daher seine Gegentorbilanz verbessern, will er die Tabellenführung behalten.

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