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Anfang schweigt zu Spinner: „Nur auf das Sportliche konzentrieren“

Hinter dem 1. FC Köln liegt eine turbulente Woche. Erst die öffentliche Kritik von Geschäftsführer Armin Veh in Richtung Werner Spinner. Dann zog der Präsident selbst seine Konsequenz und kündigte am Aschermittwoch seinen direkten Rücktritt an. Trainer Markus Anfang wollte sich zu den Vorkommnissen in der Führungsetage am Donnerstag nicht äußern.

Köln – Werner Spinner gehörte im Dezember zu den Personen, die Markus Anfang als Trainer ausgesucht hatten, noch bevor Armin Veh als Geschäftsführer beim FC angefangen hatte. Nun hat Spinner nach dem öffentlichen Zerwürfnis mit dem Geschäftsführer sein Amt niedergelegt, sechs Monate bevor ohnehin ein neues Präsidium gewählt worden wäre, bei dem sich Spinner nach eigenen Angaben nicht mehr zur Wahl gestellt hätte.

Wir haben uns nur auf das Sportliche konzentriert

Fragen zum Rücktritt des Präsidenten an Markus Anfang waren am Donnerstag auf der Pressekonferenz nicht erwünscht. Einzig und allein um das Spiel gegen Arminia Bielefeld sollte es gehen. „Wir haben uns nur auf das Sportliche konzentriert“, sagte Markus Anfang dann doch. „Ich kann natürlich nicht für jeden einzelnen Spieler und jede einzelne Person sprechen. Ich kann nur darüber reden, dass wir über dieses Thema nicht diskutiert haben. Wir haben nur über das gesprochen was wir machen können uns was auf uns zukommt. Aber ich kann nicht in die Köpfe gucken“, erklärte der Trainer, der sich am Donnerstag nur „dem Thema Sport“ stellen wollte, „weil alles andere fehl am Platz ist.“

Ergebnisorientiert statt Schönheitspreise

Nach den drei Siegen in Folge konnte die Mannschaft gelassen am Rosenmontagsumzug teilnehmen. „Es war eine besondere Woche mit Rosenmontag und Aschermittwoch. Das ist in Köln nunmal so“, sagte der Trainer. Doch gegen Bielefeld gilt es Samstag nachzulegen. „Wir sind jetzt in einer Saisonphase, wo es keine Schönheitspreise gibt, sondern es um Ergebnisse gibt. Es muss nicht immer schön sein, aber die letzten drei Spiele waren sehr erfolgreich“, meinte Anfang mit Blick auf die fußballerisch eher schwachen Auftritte seiner Mannschaft und erklärt die Situation: „Viele Mannschaften haben das Gefühl, dass sie gegen den 1. FC Köln nichts zu verlieren haben und spielen sehr mutig gegen uns, sodass wir oft das Mittelfeld überspielen und auf unsere Stürmer spielen müssen. Das sieht nicht wirklich schön aus, aber hat zum Beispiel gegen Ingolstadt zum Elfmeter geführt.“ Gegen zuletzt starke Bielefelder erwartet der Trainer einen ähnlichen Kampf wie zuletzt in Aue und Ingolstadt. „Es wird wenig Spielfluss geben, aber viele Zweikämpfe. Und dann musst du leidenschaftlich Fußball spielen.“

4 Kommentare
  1. major says:

    „Das sieht nicht wirklich schön aus, aber hat zum Beispiel gegen Ingolstadt zum Elfmeter geführt.“

    Sorry, aber mein Verständnis von Fußball ist nicht, auf Elfmeter zu spielen, das finde ich missbräuchlich und unfair. Elfmeter sollten eine Ausnahme sein und kein taktisches Element des Spiels. Wenn man Elfer braucht, um zu gewinnen, dann Gute Nacht.
    Wenn das so weiter geht, dann kommen nach der „Emotion mit Vorbehalt“ – dem Videobeweis – noch 2 Rechtsanwälte pro Mannschaft auf den Rasen.
    Das Ergebnis erfährt man dann zwei Wochen später.

    • FelixH says:

      Sorry Major, aber diesmal kann ich dir nicht zustimmen. Da interpretierst du die Aussage meiner Meinung nach nicht korrekt. Er sagt, dass durch die langen Bälle das Pressing überspielt wurde und es dadurch zu einem Elfmeter kam. Heißt es wurde Gefahr ausgeübt und das Resultat war ein Elfmeter. Entsprechend das letzte Mittel Ingolstadts den FC zu stoppen. So würde ich das verstehen und dann beschreibt er die langen Bälle als legitimes taktisches Mittel.

      • major says:

        Du hast Recht. Ich habe den Satz aus dem Zusammenhang gerissen, der Satz vorher: „(…) sodass wir oft das Mittelfeld überspielen und auf unsere Stürmer spielen müssen. Das sieht nicht wirklich schön aus, aber hat zum Beispiel gegen Ingolstadt zum Elfmeter geführt.“
        ergibt schon einen anderen Sinn.
        Mein Fehler.

    • J B says:

      Ist wieder etwas unglücklich ausgedrückt von Herrn Anfang. Er gibt bestimmt nicht die Maxime aus: „Seht zu dass ihr irgendwie in den gegnerischen Strafraum kommt und ein Foul zieht.“
      „das Mittelfeld überspielen und auf unsere Stürmer spielen MÜSSEN“ steht aber nun wirklich im kompletten Gegensatz zu seiner häufigen Aussage „unser Spiel dem Gegner aufzwingen“.
      „Leidenschaftlicher Fussball“ bedeutet für mich auch dass jeder Spieler eine Laufbereitschaft an den Tag legt und somit der ballführende Mitspieler mindestens 2 sichere Passoptionen hat.

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