Heute tritt Spinner ab: Folgt Müller-Römer kommissarisch?

Am heutigen Montag wählt der Mitgliederrat des 1. FC Köln einen kommissarischen Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Werner Spinner. Dieser muss laut Satzung zunächst gegenüber dem Gremium seinen Rücktritt begründen. Dann wird wohl Stefan Müller-Römer zum Interimsvorstand ernannt werden.

Köln – In Paragraph 16.9 der FC-Satzung steht geschrieben, dass jedes Organmitglied sein Amt „unter Beachtung einer Frist von einem Monat durch schriftliche Erklärung“ niederlegen könne und ein Vorstand diese Erklärung „gegenüber dem Mitgliederrat abzugeben“ habe. Insofern müsste Spinner eigentlich noch einen Monat offiziell im Amt bleiben, ehe er abtreten könnte.

Doch besondere Gründe können dazu führen, diese Frist außer Kraft zu setzen. Und diese scheinen beim FC nach den Zerwürfnissen der letzten Tage gegeben, sodass erwartet wird, dass Spinner und der Mitgliederrat zu einer Einigung kommen. Und diese wird dazu führen, dass am heutigen Montagabend das Mitglieder-Gremium über einen kommissarischen Spinner-Nachfolger entscheiden wird.

Müller-Römer statt Boecker?

Nachdem zuletzt Walther Boecker als möglicher Interimsvorstand gehandelt wurde, scheint nach den Äußerungen von Markus Ritterbach von Freitag (mehr dazu hier) und Samstag (mehr dazu hier) sicher, dass Stefan Müller-Römer in den Vorstand aufrücken wird. Carsten Wettich würde dann vom Stellvertreter zum vorübergehenden Vorsitzenden des Mitgliederrates aufrücken, das Gremium müsste einen Ersatz-Stellvertreter wählen, der dann künftig mit Müller-Römer und Wettich auch im Gemeinsamen Ausschuss säße. Dies könnte in der Tat Boecker werden.

Welche Position besetzt der Mitgliederrat?

Offen ist noch, in welcher Position Müller-Römer in den Vorstand aufrücken würde. In Paragraph 20.4 der FC-Satzung ist diese Frage nicht eindeutig geregelt. Bisher schien es so, als würde das Präsidentenamt bis zur Mitgliederversammlung im September unbesetzt bleiben und alle drei Vorstandsmitglieder gleichberechtigt wären. Da der Paragraph aber auf die einzelne Position des scheidenden Vorstands verweist und die Satzung nicht vorsieht, dass ein Vizepräsident automatisch zum Präsidenten aufsteigt, scheint es offenbar wahrscheinlicher, dass der Mitgliederrat den Interimspräsidenten stellen wird. Und dass Müller-Römer damit ab Dienstag für ein halbes Jahr den Verein kommissarisch führen wird.

9 Kommentare
  1. major says:

    Nicht mein Vorsitzender, dafür passt mir „seine“ damalige Satzungsänderung einfach zu genau in die momentane Situation, die „zufällig“ ihn in seine Wunschposition bringt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt: 2011 wird ein MR unter seiner Führung angelegt, 2017 legt „sein“ MR fest, daß der Vorstand eine Vergütung erhält und 2019 wird er – wenn auch erst kommissarisch – Vorsitzender.
    Ich hoffe, Sie verstehen mich, es klüngelt gerade so laut,…

    Hab nach der MV18 schon nicht verstanden, daß jemand mit dem siebt“besten“ Wahlergebnis Vorsitzender des MR wird.

    Kein Kandidat, der die Gräben zuschütten könnte, die sich durch den Verein ziehen. Es läuft immer mehr auf einen Winterschlaf meiner Mitgliedschaft hinaus, weil ich diese billigste Seifenoper nicht mehr ertrage.

  2. Ulrich Treimer says:

    Es bleibt nur zu hoffen, dass die Mannschaft diesen Satzungszirkus ausblendet. Wenn es sportlich in die Hose geht, was ich nicht glaube, fliegt der Laden auseinander.
    Bleibt nur zu hoffen, dass er mit dem Zopf, nicht am Rad dreht…sonst dreht Armin Veh ebenfalls am Rad usw, usw.
    Und bitte neue Köpfe im Vorstand ab September. Da kannst ja lieber Paul und H1 nehmen…als diese abgewirtschaftete ahnungslose Resttruppe…

    • major says:

      Die Mannschaft hat ja gezeigt, daß sie davon nicht zu beeindrucken ist.
      Allerdings hat sie auch gezeigt, daß sie auch ohne alte Männer und ihren Sandkasten schlecht spielen kann.

      Das passt alles nicht zusammen.
      Da scheint mir der langfristige – wenn auch persönliche – Karriereplan von dem mit dem Zopf fast noch stimmig, der seinen Weg mit Leichen pflastert.

  3. major says:

    Wenn ich diese Rochade Wettich-SMR sehe, da sitzen ja lupenreine Demokraten in allen Gremien.
    Der von SMR „geschaffene“ Mitgliederrat als Marionette eines neuen Sonnenkönigs, den er angeblich damit abschaffen wollte. Lächerlich.

  4. Jose Mourinho says:

    Ich stimme Dir in allen Punkten absolut zu, major. (das ich das mal schreibe ;-) )
    Ich habe gerade auch ein ganz mulmiges Gefühl, wohin das MR Theater führt. Spätestens seit dem Lobpreisungsartikel heute im Express sollte man es komisch finden.

    • major says:

      Ja, sorry, Jose, aber wenn ich früher eher Vorstand raus gerufen habe, dann bestimmt nicht mit diesem Ziel. Wir waren ja schon d’accord, daß es erst einen Plan geben sollte bevor man dann über eine ehrenvolle Verabschiedung nachdenken sollte.
      Aber die Entwicklung jetzt – nee, da habe ich nichts mit zu tun. So eine macchiavelistische Selbstversorgung mit Pöstchen, da könnte ich kotzen.

      Dieses jahrelange Einsickern aus der außervereinlichen Opposition „FC:Reloaded“, in deren Namen den Verein zu verklagen, auch gegen die persönliche Selbstbestimmung der Mitglieder Namen und Anschriften herauszurücken, und das alles unter dem Vorwand (!) „uns“ mehr Rechte zu geben. Auch wenn wir nicht wollen, daß er unsere Namen und Anschriften bekommt…wir sind ja zu dumm dafür…der Datenschutz-Anwalt…

      Was haben uns denn diese Satzungsänderungen gebracht? Nüscht. Lulu. Indianergeld.
      Einen Marionetten-MR, der alles absegnet, was der König mit den Haaren möchte. Einen seit dem Beschluss des MR 2017 teuren Vorstand, der immer noch nicht funktioniert. Wild gewordene Geschäftsführer und immer noch die persönliche Eitelkeit einzelner.
      Die Regelungen, die SMR 2011 „für uns“ durchsetzte, spielen vor allem ihm jetzt die persönlichen Vorteile zu. Die Mitglieder haben im Moment gar nichts davon, außer Hänneschen für umme.

      Ich gehe mal davon aus, daß SMR sein Endziel im September in der von zuviel Kölsch getränkten Glückseligkeit getränkten Lobhudelei des Aufstiegs dann endgültig erreichen wird, während seine Kumpels in seinem „Mitgliederbeirat“ ihm weitere kritiklose Jahre bescheren.

      Seine „starke“ 50+1-Regelung, die kann er sich in die Haare schmieren. Der Investor, der 1860 München ruiniert hat, hat auch offiziell nur 49% :)
      Würde mich nicht wundern, wenn er die noch mal als „Versicherung“ und zur Beruhigung der Mitglieder auspackt, wenn ein namentlich nicht zu nennender Großinvestor 49% der Aktien des 1. FC kaufen möchte. Seit Infantino muss ja niemand mehr wissen, wo die Botschaftsmörder aus Arabien ihre Petrodollars investieren.

  5. Robert H. says:

    Also das funktioniert schon wegen der Initialen nicht.
    Da soll jetzt ein MR aus dem MR mit MR die Geschicke künftig leiten, und dann auch noch in der Nachfolge des WS als VS des VS? Kommt mir ja jetzt ein wenig SM vor, da sollte der AR doch mal den TS fragen, ob das eine gute Idee ist. Am besten per Sprachnachricht, aber ohne diese an AV oder AW oder gar MA weiter zu geben.
    Sehr verwirrend das Ganze.

    • major says:

      STMT..äh..Stimmt.

      Diese ganze Vorstandsposse ist doch sowieso nur BDSM.

      (Ich werde mir „Stefan Müller-Römer“ jetzt nicht auf eine Funktionstaste legen, sonst stürmt der als Frau mit Doppelnamen noch auf die Bühne und macht mein Programm kaputt)

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