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Kölner Standardkönige: Darum läuft es offensiv so gut

Der 1. FC Köln führt die Zweiten Liga nicht nur nach Punkten an. Auch in Sachen Standard-Tore sind die Geissböcke Klassenprimus. Mit Johannes Geis haben die Kölner im Winter eine echte Waffe bei ruhenden Bällen dazu geholt. Nur bei der Verteidigung von Eckbällen und Freistößen müssen sich die Domstädter noch steigern.

Köln – Mit 5:1 (2:0) hat der Effzeh Arminia Bielefeld am Samstag aus dem Stadion geschossen. Es war ein starker Auftritt und ein auch in der Höhe angemessener Erfolg. Mit 64 geschossenen Treffern in 25 Spielen ist die Mannschaft von Trainer Markus Anfang das mit Abstand offensivstärkste Team der Liga. Ein Drittel davon – nämlich 21 Treffer – erzielten die Kölner nach Standards. Bestwert der Liga mit vier Toren Vorsprung vor Union Berlin auf Rang zwei der Meister der ruhenden Bälle.

Schon in der Hinrunde war der Effzeh bei Ecken und Freistößen außergewöhnlich stark. Das lag vor allem an Louis Schaub. Der Österreicher war für fast alle Standards zuständig, mit Simon Terodde fand er häufig den richtigen Abnehmer im Zentrum. In diesem Jahr kommt Schaub aber noch nicht richtig in Tritt. Ein Knochenödem im Wadenbein zwang in zu einer Zwangspause. Aktuell reicht es für den Offensivspieler vorerst nur zu Kurzeinsätzen. Doch mit Johannes Geis holte Sportchef Armin Veh im Winter einen zweiten Standardspezialisten in die Domstadt.

Standardschützen: Nach Schaub nun Geis

Für seine gefährlichen Freistößen und scharf hereingespielten Eckbälle war der defensive Mittelfeldspieler schon in Mainz und Schalke gefürchtet. Seit seinem Wechsel zum 1. FC Köln ist Geis nicht nur Stammspieler, er durfte auch sofort sämtliche Standards treten. Das zeigte sich schon im Trainingslager auf Mallorca, als der 25-Jährige im Testspiel gegen RCD nach nur wenigen Trainingseinheiten mit Mannschaft alle Freistöße und Ecken schießen durfte. Und Geis zeigt, warum.

Umso schöner, dass die Standards aktuell so gut funktionieren

Gegen Bielefeld waren es zwei Eckbälle, die der Sechser maßgenau in den Fünfmeterraum schlug. Zwei Mal war es Simon Terodde, der als Abnehmer zur Stelle war und per Kopf einnickte. „Umso schöner, dass die Standards aktuell so gut funktionieren“, freute sich Geis nach dem Spiel. Für Köln waren es die Saisontore 20 und 21 nach ruhenden Bällen und bereits die Tore neun und zehn nach Eckbällen. Dazu kommen vier Tore nach Freistößen, zwei nach Einwürfen und fünf nach Elfmetern.

Und es könnten noch einige dazu kommen. Denn bislang standen Rechtsfuß Geis und Linksfuß Schaub noch nicht lange gemeinsam auf dem Feld. In Zukunft stehen den Geissböcken bei Freistößen und Ecken also von beiden Seiten zwei Vorlagen-Garanten zur Verfügung. Eine Stärke, die dem Effzeh über viele Jahre abging, die nun aber gerade gegen schwer zu bespielende Gegner in der Zweiten Liga als Dosenöffner dient.

Hilft Sobiech in den kommenden Wochen?

So gut der Effzeh im Verwerten von Standards ist, so ausbaufähig ist Kölns Verteidigen von Eckbällen und Standards. Von 31 Gegentore kassierte das Anfang-Team in dieser Saison bereits zehn Treffer nach ruhenden Bällen. Damit liegen die Geissböcke nur im Mittelfeld der Standardtabelle der Zweiten Liga. Zwar hatte Veh im Sommer mit Lasse Sobiech ein Defensivspieler geholt, der mit seinen 1,96 Metern Körpergröße in der Luft für Klarheit sorgen sollte. Verletzungen warfen den Ex-Paulianer in der laufenden Saison aber immer wieder zurück. Gegen Bielefeld kehrte Sobiech erstmals seit dem neunten Spieltag in die Startelf zurück und machte ein gutes Spiel. Womöglich ein Modell für die kommenden. Denn nebst seiner Stärke im Defensivkopfball sorgte er gegen Bielefeld auch dafür, dass Terodde in der Offensive mehr Platz bei Standards hatte, weil sich die gegnerische Defensive auch auf Sobiech konzentrieren musste.

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