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Kommentar: Anfangs Vorlage für seine Mannschaft

Markus Anfang hat sich am Mittwoch auf der Pressekonferenz mit emotionalen Worten der Öffentlichkeit gestellt. Dabei ging seine Ansprache über das Sportliche hinaus, der 44-Jährige zeigte sich menschlich bewegt und betonte seine Verbundenheit zu den Spielern. Die FC-Profis sind nun gefordert, dem Trainer das Vertrauen zurückzuzahlen.

Ein Kommentar von Sonja Eich

Markus Anfang stellt sich bedingungslos hinter seine Spieler. Immer. Seit seinem Amtsantritt im letzten Sommer hat sich der Trainer zu keinem Zeitpunkt einzelne Spieler namentlich herausgepickt – schon gar nicht im Negativen. Sobald sich Anfang in der Öffentlichkeit äußert, steht die Mannschaft als Einheit im Vordergrund.

Selbst nach der blamablen Leistung gegen Dynamo Dresden verzichtete der Trainer darauf, seine Spieler öffentlich in die Mangel zu nehmen. Sehr wohl betonte Anfang die „Nicht-Leistung“ seines Teams und die daraus resultierende Unzufriedenheit und Enttäuschung. Die schonungslose Analyse erfolgte jedoch am Geißbockheim hinter geschlossenen Türen, nicht in der Öffentlichkeit. Das blieb auch am Mittwoch auf der Pressekonferenz vor dem Duell am Freitag gegen den SV Darmstadt 98 so.

Gemeinschaft bedeutet Geben und Nehmen

Vielmehr ging Anfang zwei Tage vor dem vorletzten Heimspiel der Saison in die Offensive. Er dankte seinem Team für die Unterstützung, die er nach dem Drama um seinen Vater von der Mannschaft erfahren hatte. Er wurde emotional, betonte, dass in diesen Tagen „zwischenmenschlich etwas entstanden“ sei. „Die Jungs geben mir Kraft. Und genauso gebe ich ihnen diese Kraft, damit wir gegen Darmstadt ein richtig gutes Spiel machen, um drei Punkte zu holen.“ Anfang ließ die Keule also erneut im Köcher, versuchte im Gegenteil, seine Verbundenheit zu den Spielern zu unterstreichen. „Die Jungs dürfen auch mal einen schlechten Tag haben. Das ist menschlich. Trotzdem bleiben sie meine Jungs. Ich muss sie als Trainer schützen.“ Und dann fügte er hinzu: „Das ist immer ein Geben und ein Nehmen.“

Die Spieler sind in der Pflicht

Ob sich die Spieler diesen Schutz verdient haben, müssen diese am Freitagabend beweisen. Anfang hat sich menschlich geöffnet, wie er es zuvor noch nicht getan hat. Er hat seinen Spielern die Hand gereicht für den letzten Teil des Bündnisses, den das Trainerteam und die Profis vor dieser Saison geschlossen haben, um gemeinsam den Wiederaufstieg zu schaffen. Doch so, wie der Coach seinen Spielern nun Rückendeckung gegeben hat, kann dieser im Umkehrschluss den Rückhalt seines Teams nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz erwarten. Die 90 Minuten gegen Darmstadt werden zeigen, ob die Spieler noch gewillt sind, mit und für ihren Trainer die richtige Antwort auf das Versagen von Dresden zu geben. Gegen die Lilien wird es nicht nur darum gehen, den vermutlich finalen Schritt zum Erreichen des gemeinsamen Ziels zu machen. Das Spiel wird auch zum Charaktertest für eine fragile und launische Mannschaft, die in dieser Saison bereits allzu häufig enttäuscht hat. Ihr Trainer hat die emotionale und menschliche Vorlage geliefert. Nun gilt es diese zu verwandeln.

22 Kommentare
  1. Dieter says:

    Morgen Abend steht der Charakter der Mannschaft auf dem Prüfstand. Sollte das in die Hose gehen, dürfte es laut werden in Müngersdorf. Ich kann nur hoffen, dass alle Spieler die Situation begriffen haben. Die ständigen Nebenkriegsschauplätze bringen uns immer wieder in unruhiges Fahrwasser. Für morgen wünsche ich uns allen, ein gutes Spiel und den Aufstieg am Sonntag.
    Dann kommen erst die richtig harten Zeiten für unseren FC !!!

  2. Franz-,Josef Pesch says:

    Nur was auf dem Platz geschieht zählt. Die Mannschaft steht verdammt in der Pflicht nicht nur für den FC sondern sich für die tausenden Fans den „Arsch“ aufzureißen. Die Fans gehen sprichwörtlich für den FC wie in den letzten Jahren durch dick und dünn. Welcher Verein hat schon solche treuen Fans ?

  3. Tibu says:

    off topic war mal die Qualität der 2. Bl bewerten will kann sich gerade real madrid gegen den üBerachungs 4. Der la liga getafe anschauen. GeTafe presst hoch und spielt körperlich mit vielen Fouls und verteidigen konsequent, setzt auf standards. real kommt nicht zurecht und findet kaum statt.außerhalb der Ball Behandlung sieht man nichts von der individuellen klasse reals. sieht aus wie deutscher 2. Liga fussball mit gewissen Stilmitteln kann die andere Mannschaft immer runter gekämpft werden…

    • Pedro Castelo says:

      Ich bin da inhaltlich vollkommen bei dir!
      Dieses ständige Anfang- und Veh- Bashing aufgrund seiner Aussage, die 2. Liga sei sehr stark, ist einfach unerträglich und zeigt, welch hoher „Fussball-Sachverstand“ in den einschlägigen FC-Foren vorzufinden ist!

      Hier mal einige Ergebnisse des diesjährigen DFB-Pokals:
      Fürth – Dortmund 1:1
      Dortmund – Union 2:2
      Heidenheim – Leverkusen 1:2
      Bayern – Heidenheim 5:4
      HSV – Nürnberg 1:0
      usw.

      Das sind Fakten, Wahrheiten – über diese Ergebnisse lässt sich nicht diskutieren!

      Aber, liebe Kölner, selbstverständlich habt ihr „Fussball-Experten“ vollkommen recht wenn ihr behauptet, der GROßE 1. FC Köln hätte die Liga mit 34 souveränen Siegen beenden müssen! Wer will schon behaupten, die Dortmunder oder Bayern hätten einen ebenso hervorragenden und ausgeglichenen Kader wie unser fantastischer 1. FC Köln mit National-Spielern wie Risse, Timo Horn, Höger, Terodde, Hector, Clemens usw. Das sind seit Jahren internationale Top-Spieler und von denen muss ich einfach erwarten, dass sie jedes Spiel souverän gewinnen!

      Kindergarten!

  4. Jhen says:

    Dieses Tränendrüsengedöns geht mir auf den Wecker! Und doch hat er es wieder getan, die Verantwortung ganz weit weg von sich auf „seine“ Jungs geschoben. Will man es nicht sehen, oder sind alle schon so TV-verblöet, dass sie auf so eine Schmierenkomödie hereinfallen, wo bleibt die Selbstkritik für Konditionsprobleme, taktischer Aufstellung bei zu langsamen Spielern usw. Diese Probleme lassen sich mit “ meine Jungs dürfen auch einmal einen schlechten Tag haben“, wegreden. Ich finde wie so manch andere Äußerungen Anfangs war dies ein weiterer Affront.

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