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Die nächste Saison ist Kölns große Chance

Der 1. FC Union Berlin hat es tatsächlich geschafft: Nach dem 1. FC Köln und dem SC Paderborn steigen auch die Eisernen in die Bundesliga auf. Für die Geissböcke gilt damit: Der Klassenerhalt ist ein realistisches Szenario, die Kölner können sich einen Vorsprung gegenüber anderen Traditionsklubs erspielen. Die nächste Saison stellt für den FC eine große Chance dar.

Köln – Mit großem Interesse dürfte der 1. FC Köln am Montagabend verfolgt haben, wie sich Union Berlin mit einem 0:0 daheim gegen den VfB Stuttgart das letzte Bundesliga-Ticket sicherte. Für den VfB hingegen geht es erneut in Liga zwei. Und diesmal, so fürchtet man bereits in Stuttgart, ist die sofortige Rückkehr alles andere als selbstverständlich. Denn: Mit dem Hamburger SV, Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg sowie dem VfB werden gleich mehrere Schwergewichte um den Aufstieg kämpfen – von den weiteren arrivierten Klubs wie Bochum und St. Pauli sowie den jährlichen Überraschungsteams ganz abgesehen.

Das zeigt, wie wichtig die sofortige Rückkehr für den Effzeh war, wäre es doch im nächsten Jahr ungleich schwerer geworden. Darüber hinaus gibt die kommende Bundesliga-Saison dem FC die Chance, den Vorsprung auf die Absteiger und die in Liga zwei verbliebenen Konkurrenten zu vergrößern. Schafft Köln 2019/20 den Klassenerhalt, wäre den Geissböcken ein deutlicher Vorsprung in der TV-Rangliste (aktuell Rang 15) sicher – mit Blick auf den folgenden TV-Vertrag ab 2021 könnte dieser Unterschied sogar noch einige Millionen Euro schwerer wiegen. Und weil sich Klubs wie der HSV und Stuttgart nun erst einmal konsolidieren müssen, besteht für den FC die Hoffnung, zum richtigen Zeitpunkt die Kurve bekommen zu haben.

Personalrochade bei der Konkurrenz

Dafür sind freilich gute Entscheidungen vonnöten, ein Bundesliga-tauglicher Kader, ein funktionierendes Trainer-Spieler-Verhältnis und eine sportliche Leitung, die perspektivisch kluge Entscheidungen trifft. Die abgestiegene und in Liga zwei verbliebene Konkurrenz wirft personell alles über den Haufen. Mirko Slomka übernimmt das Traineramt in Hannover, ein neuer 96-Manager wird noch gesucht. Tim Walter wechselt als neuer Chefcoach des VfB aus Kiel nach Stuttgart und trifft dort auf die neue sportliche Leitung um Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat. Beim HSV übernahm jüngst Jonas Boldt, ein neuer Trainer wird gesucht. Und auch beim 1. FC Nürnberg hat man die sportliche Führung ausgetauscht und Damir Canari als Trainer sowie Robert Palikuca als Vorstand Sport eingesetzt. Diese Duos müssen alle erst einmal aufräumen.

Beim FC hat man zwar mit Achim Beierlorzer auch einen neuen Trainer holen müssen, Armin Veh ist aktuell in Köln aber der starke Mann (wenngleich nicht klar scheint, wie lange noch). Viel Geld hat Veh für den Kader nicht zur Verfügung, dass dies für einen Bundesliga-Verbleib aber nicht zwingend nötig ist, hat Fortuna Düsseldorf in dieser Saison bewiesen – und der VfB Stuttgart das Gegenteil gezeigt. Der frisch gebackene Relegations-Absteiger hatte inklusive Wintertransfers rund 47 Millionen Euro in die Mannschaft investiert, deren Spieleretat man auf diese Weise auf 60 Millionen Euro aufgeblasen hatte. Union Berlin und der SC Paderborn werden genauso wie Fortuna Düsseldorf ebenso keine großen Sprünge in der Bundesliga machen können. Und so kann der FC hoffen, zunächst in Sachen Finanzkraft und später auch sportlich drei Teams hinter sich zu lassen – kluge Personalentscheidungen erneut vorausgesetzt.

Bundesliga-Niveau ist gesunken

Hinzu kommt, dass die Bundesliga in den letzten Jahren merklich an spielerischem Niveau eingebüßt hat. Was nicht nur durch das Scheitern der deutschen Klubs in den internationalen Wettbewerben deutlich wurde, manifestierte sich in den letzten Jahren auch im Abstiegskampf. In den vergangenen zehn Jahren reichten 38 Punkte stets zum Klassenerhalt, oftmals deutlich weniger. Teams wie Düsseldorf, Augsburg oder Mainz beweisen seit Jahren, dass der Verbleib in Liga eins mit einfachen Mitteln – neben und auf dem Platz – möglich ist. Gleiches werden Paderborn und Union in der kommenden Saison versuchen, auch der FC unter Achim Beierlorzer und Armin Veh. Die Chance auf den Klassenerhalt ist für den 1. FC Köln groß. Sie zu nutzen, würde die Geissböcke in eine komfortable Situation gegenüber diversen anderen Klubs bringen, die man in Köln auf Augenhöhe wähnt.

47 Kommentare
  1. FC-Freund says:

    Na dann kann ja jetzt schon fast nichts mehr schief gehen. Immerhin vor 1 Jahr mit starken 22 Punkten unglücklich und denkbar knapp abgestiegen, anschliessend ein Jahr sportlich verschenkt (wir haben schliesslich derzeit kein Team, dass auf ein oder 2 Spielsysteme richtig gut eingespielt oder vom kader her ausgerichtet ist). Dann haben wir in dieser Saison doch glatt 1 (!!!) Punkt gegen unsere Mitaufsteiger geholt. Und schliesslich können die übrigen Klubs in der 1. Liga nicht viel. Da könnte ja glatt wieder mal “ Europa“ drin sein. „Eines Tages…. „

    • major says:

      Wir alle wissen ja, daß die zweite Liga unheimlich schwer zu spielen war. Da aber aus diesem elitären Kreis nur Paderborn und Union den Weg ins Urlaubsparadies Bundesliga geschafft haben, sollte es auf jeden Fall für einen CL-Platz reichen, mit nur etwas Glück machen wir das Double, 2021 fallen Weiberfastnacht, Ostermontag und Weihnachten auf das gleiche Wochenende und Uli Hoeneß verkauft mit Prinz Poldi erfolgreich Schweinswürstchen in Ehrenfeld.

      Und der Herr Sieger fabuliert ja schon von der Superleague :)

  2. Tibu says:

    So viel zum Thema die zweite Bundesliga sei soooo schlecht. Ich habe den Fakt, dass da jeder jeden schlagen kann eher als Stärke begriffen. Die Paarungen Union/BVB, Heidenheim/Bayern ,jetzt Union/VFB und auch Regensburg gegen den Fc und den HSV haben gezeigt dass auch die vermeintlich kleinen Teams überzeugende Spiele zeigen und meiner Meinung nach auch in der 1. bl besser gepunktet hätten als Nürnberg und Hannover. Wir sollte stolz auf den Aufstieg und unsere Jungs sein.

    • Steffen Türk says:

      Genau meine Meinung, unser Team wird hier teilweise so schlecht gemacht, was ich garnicht verstehen kann.
      Klar war die Saison nicht der Börner, aber das Ziel ist erreicht worden.
      Man muss auch erstmal gegen die Teams gewinnen die sehr tief und auf Konter gegen uns gespielt haben.
      Das wird in der nächsten Saison genau andersrum sein, dann müssen wir so spielen und das liegt uns eher.

  3. Hans-Georg Skowronek says:

    Schön, dass es wieder einmal eine große Chance für den Effzeh gibt. Sehr viel zu bedeuten hat dies allerdings nicht, dafür hat der Effzeh bereits zuviel große Chancen in den letzten Jahrzehnten regelmäßig in den Sand gesetzt…

  4. Paul says:

    Für mich steht fest, dass der FC im kommenden Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Veh wird den Kader gezielt verstärken, und Beierlorzer wird aus den Spielern das Beste herausholen. Da ist ein enormes Potential in der Mannschaft. Kritisch wird es ab der kommenden Saison, wenn die Spieler mit den Rentenverträgen endgültig ins Alter kommen und starke Aufsteiger angreifen, aber in der nächsten Saison werden wir einen stabilen Mittelfeldplatz erzielen!

  5. Anti Raute says:

    Formulieren wir es doch mal ganz einfach und deutlich: Sollte unser Effzeh in der kommenden Saison sich unter den letzten 3 Teams befinden, dann müsste man sehr viel falsch gemacht haben.

    Union, Paderborn und Düsseldorf werden am Ende hinter dem Effzeh stehen. Wer aus den Teams, Freiburg, Augsburg, Mainz, Hertha sich noch hinter uns einreihen wird, hängt wie meistens von einen guten Start ab.

    Habe bei unserem Trainergespann ein gutes Gefühl, aber jetzt müssen erst einmal die Transfers sitzen. Beierlorzer hat Regensburg fast zu einem Aufsteiger gemacht, da wird er doch den Klassenerhalt hin bekommen in Köln, bei dieser Ausgangslage eigentlich ein MUSS.

      • Jose Mourinho says:

        So kann man nur reden, wenn man der Meinung ist – wie so viele hier und beim HSV – der Aufstieg sei für „große“ Clubs eine Selbstverständlichkeit. In der Saison gab es nichts geschenkt – auch keine Entwicklung. Ich bin jedenfalls froh, dass Anfang den Aufstieg mit allen Mitteln priorisiert hat anstelle Systeme und/oder Talente zu entwickeln, da ich nicht sicher bin, dass beides zusammen möglich gewesen wäre.

    • major says:

      Für „fast“ und „beinah“ kriegt man vielleicht Szenenapplaus, sonst nix.

      Und die Prognose hinsichtlich Union, Paderborn und diesem Dorf mit D teile ich nicht, das sind Durchhalteparolen, die zur Zeit durch keine Kaderverbesserung Substanz haben.

      Nächstes Jahr steigt der FC wieder sang- und klanglos ab oder spielt Relegation um den Fahrstuhlpreis gegen Nürnberg.
      Für mich stellt sich nur die Frage, ob man neue Zaunfahnen malt oder die alten rausholt.

      Der Unterschied unserer Prognosen liegt aber nur in der Hoffnung auf die Wirksamkeit von möglichen Veränderungen. Ich habe keine mehr, das ist mir alles zu einseitig und farblos, was Mitgliederrat und diese Kandidaten da von sich geben.

  6. Dieter Lemke says:

    Der effzeh steigt in die 1. Bundesliga auf, verpflichtet einen neuen Trainer, bekommt im September einen neuen Vorstand und meiner Meinung nach auch bald einen neuen Geschäftsführer Sport (Herr Veh wird den durch den Mitgliederrat vorgeschlagenen neuen Vorstand – ich nenne den Vorschlag mal „Neben-Geschäftsführung“ zu den handelnden Geschäftsführern der 1. FC Köln GmbH (HH. Veh und Wehrle) mit dem Wunsch eines Sport-Beirats zu institutionieren – nicht mittragen wollen); so ist der einzigste Stabilitätsfaktor im Gefüge des 1. FC Köln unsere Mannschaft.
    Diese Mannschaft, die fast eine Saison lang zu einem 4-1-4-1 System von zwei Trainern genötigt wurde. Ein System, in dem viele Spieler ihre Qualitäten nicht ausleben durften und Trainern, die mich (und sicherlich einige Spieler) oftmals mit ihren Aufstellungen sprachlos, kopfschüttelnd und fassungslos gemacht haben. Nun werden die 4-1-4-1 System-Trainer (Hr. Pawlak) und sein Assistent (Hr. Schmid) die Assistenztrainer des neuen Trainers (Hr. Beierlorzer). Herr Beierlorzer favorisiert das 4-4-2 System, das ist meiner Meinung nach schon mal gut (Lernen wir etweas von den Besten? Welsche Spielsysteme spielen die erfolgreichen Mannschaften in Europa???) . Oder zeichnet sich da ein neues vorprogrammiertes Pannungsfeld im Trainerteam ab?

    Kann das die Mannschaft aushalten? Sie soll mit einem neuen Umfeld in einer neuen Liga die Stabilität im Verein erhalten, dessen Zukunftsausrichtung (Vision) nicht mehr definiert ist? Bleiben die sportlichen Erfolge in den ersten Spielen aus, wird es sehr schwer die notwendige Ruhe und Stabilität in der Mannschaft und im Umfeld sowieso zu halten!

    Quo Vadis mein geliebter 1. FC Köln?

    • major says:

      Was soll denn das für eine Mannschaft sein, die sich nötigen lässt? Wie gehen die dann mit dem Gegner um? Eine Mannschaft, deren „Leitfigur“ der Bier-Höger ist.

      Die Fahrstuhlleistung lag an der Mannschaft und generell an einer Anpassungsunfähigkeit der Mannschaft und des Trainers.

      Aber Danke für die Zuversicht. Ich nenne das „Lautes Pfeifen im dunklen Wald“

    • CK says:

      Also bitte informieren Sie sich etwas besser wir haben diese Saison 15 Spiele in einem 4141 gespielt nach dem 12. Spieltag wurde auf 532 umgestellt. Dann wieder auf 4141 unter Pawlak, was hier eher Grundsätzlich positiv gesehen wurde, da wir so endlich wieder mehr Kontrolle auf den Aussenbahnen hatten.
      Pawlak nach 3 in Worten DREI Spielen als 4141 System Trainer abzustempeln, was in Köln spätestens seid Solbakken sehr sehr negativ belastet ist, finde ich mehr als unfair. Des weiteren kommen gerade in einem 4141 einige Spieler deutlich besser zur Geltung als in einem 442. Immer dieser Traum das man mit Zwei Stürmern spielen muss um Druck auszuüben…

      Achso nur am Rande gegen den Ball hat der von Ihnen so schön negativ Dargestellte Trainer Pawlak ein 442 spielen lassen lediglich in Ballbesitz wurde dann eine 4141 Grundordnung verwendet. Aber warum sollte man auch sauber analysieren wenn man stattdessen Stammtisch Parolen raus hauen kann.

      Darüber hinaus welche europäischen Spitzenmannschaften spielen denn in dem von Ihnen bevorzugten 442?

      Barcelona 433
      Real Madrid 433
      Liverpool 433
      Arsenal 4231
      ManCity 4411

      ???

  7. Ottla says:

    Zitat: „Teams wie Düsseldorf, Augsburg oder Mainz beweisen seit Jahren, dass der Verbleib in Liga eins mit einfachen Mitteln – neben und auf dem Platz – möglich ist.“

    Also: D’dorf ist 2012 auf- und dann in 2013 gleich wieder abgestiegen – dann waren sie recht lange in Liga 2 (bis 2018) und haben es dieses Jahr zum ersten Mal seit einer Ewigkeit (vielen Jahrzehnten) überhaupt mal geschafft, nicht gleich wieder abzusteigen… „seit Jahren“ nenne ich was anderes…

  8. Bockerer says:

    Die nächste Saison wird Kölns große Chance….na hoffentlich! Ich persönlich freue mich jedenfalls sehr, den Effzeh zweimal zu Hause erleben zu dürfen (seit gestern ist das ja amtlich) und auf die Chance, ihn dann auch zweimal gewinnen zu sehen!! ;-)

  9. Huey L. says:

    Ich möchte nicht nur die nächste Saison als Chance sehen, sondern einmal einen langfristig und durchdachten Aufbau einer Mannschaft erleben, die dann tatsächlich nur noch punktuell verstärkt werden muss. Ganz wichtig dabei wird -neben dem Trainer- die Besetzung des Chefscout- Postens und damit einhergehend der gesamten Scoutingabteilung sein. Das ist nämlich ein entscheidender Faktor, warum einige Klubs -die übrigens nicht über einen wahnsinnig hohen Etat verfügen- seit Jahren in der Bundesliga spielen und andere sich gerne beim Fahrstuhlwechsel begegnen. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ein anerkannter Fachmann seiner Branche wie Sven Mislintat beim VfB Stuttgart gelandet ist und mit dem nun in die 2. Liga geht. Hätte man den nicht auch vom FC begeistern und mit der Aussicht auf die Bildung einer Scoutingabteilung nach seinem Gusto ködern können?
    Man darf gespannt sein, welchen „Chefscout mit Trainerlizenz“ Armin Veh in den nächsten Tagen präsentiert. Das muss sitzen. Bei Beierlorzer spricht die Presse gern vom Königstransfer. Der eigentliche Königstransfer muss aber (auch) in diesem Bereich geleistet werden. Das wird mir beim FC seit Jahren zu sehr unterschätzt und etwas stiefmütterlich behandelt. Die Aufgabe der Scoutingabteilung ist immens wichtig. Wichtiger, als dass man beim Fernsehgeld demnächst mal vor oder hinter Stuttgart steht. Die Vereine der oberem Tabellenhälfte sind uns enteilt. Durch geschickte Ein- und Verkäufe können wir nicht nur das Spiel unserer Mannschaft attraktiver und konstanter machen, sondern auch Werte schaffen, die die Fernsehgelder weit in den Schatten stellen, sieht man sich nur die Transfersummen an, die gezahlt werden und die wir schon lange nicht mehr zahlen können und auch auf absehbare Zeit zahlen können werden.

  10. Max Moor says:

    Ich finde das man schon mit diesen Königs Transfer falsch liegen wird ! Ich schaue mir die nächste Saison an aber es ist schon ganzschön gewagt mit den Regensburg Trainer. Markus Anfang war schon total Überfordert in Liga 2 , mit ein Kaliber wie Köln , hatte nur Glück das der Kader gute Einzelspieler hatte und jeder andere Trainer mit diesen Kader das genauso geschafft hätte ! Ich sehe nicht , das der neue Trainer , mehr Qualität haben soll , als der Schubert von Braunschweig, oder Dutt von Bochum usw . Der Klassenerhalt wird schwer genug werden. …gegen Union und Paderborn hatte Köln auch kaum positive Momente …. nun hoffe ich das noch ein paar schwache Spieler Wechseln und 3-4 Neue kommen die keine Bankdrücker waren bzw. gescheiterte …..Come On FC

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