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Rote Karte, acht Tore und eine Niederlage zum Aufstieg

Der 1. FC Köln hat eine turbulente Partie gegen den SSV Jahn Regensburg am 33. Spieltag vor den heimischen Fans mit 3:5 (0:3) verloren. Die Geissböcke zeigten in der ersten Halbzeit von den Feierlichkeiten der letzten Woche nicht erholt und lieferten eine schwache Vorstellung ab. Sportlicher Tiefpunkt war eine Rote Karte gegen Jhon Cordoba. Doch nach der Pause drehte der FC in Unterzahl auf und verdiente sich, wenn auch keine Punkte, zumindest die Aufstiegsparty nach dem Schlusspfiff.

Aus Müngersdorf berichten Jonas Klee und Marc L. Merten

Die Fans des 1. FC Köln waren von Beginn an in Bundesliga-Stimmung. Ob Leverkusen, Düsseldorf oder die Elf vom Niederrhein – im Laufe der 90 Minuten gegen Regensburg sangen sich die Kölner Anhänger schon mal warm für die vier rheinischen Derbys, die in der kommenden Saison anstehen werden. „Die Nummer eins am Rhein sind wir“, schallte es schließlich aus der Südkurve.

Ausgangslage

Die Mannschaft von André Pawlak wollte den Fans noch einmal etwas bieten, und so entschied sich der FC-Coach für die siegreiche Startformation aus dem Aufstiegsspiel in Fürth. Auf der anderen Trainerbank saß derweil mit Achim Beierlorzer der künftige Trainer der Geissböcke. Der Spielverlauf sorgte jedoch dafür, dass diese Personalie zunächst in den Hintergrund rückte.

Moment des Spiels

Es lief die Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Nach einem Regensburger Freistoß kam es zu einem Gerangel zwischen Hamadi Al Ghaddioui und Jhon Cordoba. Erst der Jahn-Angreifer, dann der Kölner leistete sich ein Nachtreten. Schiedsrichter Dr. Robert Kampka wertete aber nur Cordobas Tritt und zeigte dem Kölner Stürmer die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Al Ghaddioui kam ungestraft davon, Regensburg bekam überdies einen Elfmeter zugesprochen, weil sich die Szene im Strafraum abgespielt hatte. Al Ghaddioui selbst trat an und traf zum 0:3. Entschieden war das Spiel damit jedoch noch lange nicht.

Die wichtigsten Szenen

Das Spiel war keine drei Minuten alt, da hätte es schon 2:0 für den FC stehen müssen. Jhon Cordoba wurde zweimal perfekt von Florian Kainz bedient. Doch beide Male scheiterte der Kolumbianer freistehend an Philipp Pentke im SSV-Tor. In der 7. Minute kam Regensburg erstmals vor das Kölner Tor – und führte. Andreas Geipl schlug einen Eckball auf den ersten Pfosten. Mehr ein Lupfer denn eine Flanke, doch der Ball flog über drei Spieler am Pfosten hinweg. Dort standen Rafael Czichos und Timo Horn, beide reagierten nicht, und so prallte der Ball an den Kölner Abwehrspieler und von dort ins eigene Tor. Der FC danach von der Rolle, fahrig und mit vielen Fehlern. Die Folge: In der 20. Minute hätte Sargis Adamyan beinahe das 0:2 erzielt. Wieder eine Ecke, wieder auf den ersten Pfosten, wieder fiel der Ball dahinter runter, diesmal vor Adamyans Füße, der erst am stark reagierenden Horn scheiterte, den Nachschuss dann aus zwei Metern weit über das Tor jagte. Regensburg wollte an diesem Sonntag unbedingt den Partycrasher spielen. Das gelang, weil der FC weiter patzte. In der 34. Minute düpierte Sebastian Stolze Jonas Hector, traf mit seinem Schuss zwar nur den Pfosten, doch Adamyan war schneller als Benno Schmitz und schob zum 0:2 ein. Und als dann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit noch Cordoba mit Rot vom Platz musste und Al Ghaddioui den Elfmeter verwandelte, wirkte der Feier-Kater doppelt nach.

Pawlak musste reagieren und brachte zur zweiten Hälfte Simon Terodde und Matthias Lehmann, der vor der Partie noch unter großem Applaus offiziell verabschiedet worden war. Doch in Unterzahl schien den Geissböcken der Zahn gezogen. Hector allerdings brachte nach einer Schaub-Ecke die Hoffnung per Kopf zurück. Und obwohl nur zwei Minuten Adamyan das 1:4 machte, schien der FC nicht geschlagen. Denn wiederum nur fünf Minuten später war es erneut Hector, der traf. Terodde hatte den Ball an SSV-Keeper Pentke vorbei gelegt und war dabei gefoult worden. Doch Schiri Kampka ließ weiterlaufen, sodass Hector zum Doppelpack abstauben konnte. Dieses Aufbäumen war es auch, das die Zuschauer im ausverkauften Müngersdorf noch einmal mitriss und eine spannende Schlussphase bescherte. Erneut Hector scheiterte nach einem Schaub-Freistoß per Kopf an Pentke (75.), doch nur Sekunden später war es eine butterweiche Drexler-Flanke, die auf dem Fuß des ebenfalls eingewechselten Anthony Modeste landete. Der nahm den Ball direkt und verwandelte zum 3:4 (75.). Das Stadion war nun hellwach und der FC hatte seinen Kater abgeschüttelt. Zum Ausgleich reichte es jedoch nicht mehr. Mehrfach entschied Schiri Kampka in streitbaren Situationen zu Ungunsten der Geissböcke, und als Timo Horn bei einem Freistoß in der Schlussminute schließlich mit nach vorne ging und sein Tor offen zurückließ, konterte der SSV und traf durch Jonas Föhrenbach zum 3:5-Endstand. Doch das war mit dem Schlusspfiff nur noch Nebensache. Denn dann begann die Aufstiegsfeier mit dem erwarteten Platzsturm.

Fazit

Zum Freuen: Das Aufbäumen riss die Zuschauer noch mal mit.

Zum Ärgern: Die erste Halbzeit inklusive Rote Karte.

Mann des Tages: Jonas Hector war in Hälfte zwei der Leitwolf.

Aufstellung

Horn – Schmitz, Meré, Czichos, Hector – Höger (46. Lehmann) – Risse (46. Terodde), Schaub, Drexler, Kainz (68. Modeste) – Cordoba

Tore

0:1 Czichos (ET, 7.)
0:2 Adamyan (34.)
0:3 Al Ghaddioui (FE, 45.)
1:3 Hector (65.)
1:4 Adamyan (68.)
2:4 Hector (73.)
3:4 Modeste (75.)
3:5 Föhrenbach (90.)

23 Kommentare
  1. Max Moor says:

    zum Freuen gabs . . Nichts ! Modeste Tor war gut und 2 x Jonas aber zuviel Mist was da gespielt wird . Timo Horn als Torwart überzeugt mich die letzten 2 Jahre garnicht mehr . Was ist mit den Jungen passiert ?

    • Gerd Mrosk says:

      Warst ja wahrscheinlich auch nicht im Stadion,da würd mich auch kaum was freuen.Ich kann dir sagen was mich gefreut hat.Die ersten paar Minuten,davor die euphorische Verabschiedung von Matze und Kess…zwei tolle Sportsmänner und Menschen im Übrigen,das Aufbäumen auf niedrigem Niveau,da Regensburg alles andere als sattelfest war,das schöne Wetter und überhaupt ,das ich es trotz grosser Anreise pünktlich zum Spiel geschafft hab.Solltest vllt ab und an was abwarten mit schreiben nach dem Spiel.Nichtsdestrotrotz war es ne peinliche Vorstellung vom FC Und es soll mir jetzt keiner mit Spannungsabfall und sonstigem kommen.Auch nicht mit dem idiotischem Schirigespann oder Fehlleistungen einiger Spieler

      • Max Moor says:

        Das Beste am Spiel war für mich 3 mal die Köln Hymne zu hören . Da habe ich Gänsehaut bekommen ! Die Beste Hymne hat Köln mit Abstand , einfach Geil !!! Ich war leider nicht im Stadion Gerd . Alles Gute an den ehemaligen Kapitän für seine Leistungen und das Tor von Modeste war toll und das Hector in HZ 2 es sehr gut machte . Insgesamt aber zuviele Totalausfälle wieder . . Kainz z.B.

  2. Dieter says:

    Habe das Trauerspiel aus dem Urlaub verfolgt, bereue nicht, dass letzte Heimspiel nicht vor Ort gewesen zu sein. Zu T.H fehlen mir die Worte :-( A.M sollte schleunigst freigestellt werden. Der hat T.H nix beigebracht, sondern, nur zurück Entwickelt. Schade für die Fans im Stadion.

  3. Schellert says:

    Mir wird schlecht, wenn ich an die neue Saison in der 1. Liga denke. Den Kader muss du zu 2/3 ersetzen, wenn du nicht gegen den Abstieg spielen willst. Ob Veh da der Richtige ist, wage ich nach dieser Saison zu bezweifeln. Wenn es Ärger gab, war er nicht weit.

  4. micha129 says:

    Ich weiß nicht, was es bei dem Spiel zum Freuen gab! Die Saison war, trotz des Aufstieges, eine Katastrophe! Bis jetzt neun Niederlagen in der mit Abstand schlechtesten 2. Liga, die es je gab!
    Mir reicht es!

  5. Geisbock Renner says:

    Wir haben zu viele Selbstdarsteller. Das fängt bei Schumacher an. Geht weiter über Arnin Veh bis hin zu Alex Wehrle.
    Keiner hat das FC Herz, alle nur eins im Kopf. Wie kann ich an den Fleischtöpfen bleiben. Ich nenne das
    ERBÄRMLICH.

    • Matthias says:

      An Geisbock Renner:
      Erbärmlich ist das, was du den Verantwortlichen unterstellst!
      Aber es ist ja leider so einfach, über alles und jeden zu meckern, wenn man selbst nicht nachweisen muss, dass es besser geht.

    • ingman says:

      Also ganz ehrlich….wer Alex Wehrle kritisiert…einem Mann der seit Jahren obergeile gute Arbeit abliefert….dem hat wohl der Frost das Gehirn zerstört…..
      einfach nur lächerlich…
      Unter welchem Stein bist Du hervor gekrochen…..kriech dahin zurück

    • Mike Quincy says:

      wenn nächste Woche keine Punkte mehr dazu kommen, war in der Neuzeit (ab der 3-Punkte-Regelung 1995/96) nur der 1. FC Nürnberg 2003/04 mit 61 Punkten schlechter. Wobei die Düsseldoofen letztes Jahr mit 63 Punkten auch keine Zweitliga-Bäume ausgerissen haben. Spielt der FC aber eine ähnliche Erstliga-Saison wie die Düdos, dann soll’s mir mit den 62 Punkten recht sein.

  6. Holger says:

    Leute…..Aufstieg!
    Wann hat ein bereits Aufgestiegener Verein jemals im Anschluss noch ernsthaft gute Spiele abgeliefert?
    :-)
    Hey, und egal was alles schief gelaufen ist, schaut Euch den HSV an ……erbärmlich:-))))

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