,

NLZ-Bosse warnen: „Es soll immer schneller in den Profibereich gehen“

Was verändert der U17-Titel für den FC?

Der 1. FC Köln kann wieder Titel gewinnen. Mit der Deutschen Meisterschaft durch die U17 haben sich die Geissböcke national wieder ins Rampenlicht geschossen. Für die beiden Leiter des Nachwuchsleistungszentrums ergeben sich plötzlich neue Perspektiven. Denn die Wirkung des Titels soll nachhaltig sein.

Der GEISSBLOG.KOELN hat mit Matthias Heidrich und Carsten Schiel gesprochen. Am Sonntag erscheint Teil eins des großen Nachwuchs-Interviews. Teil zwei erscheint am Montag. Das Interview führte Marc L. Merten.

GBK: Die U17 hat mit der Deutschen Meisterschaft erstmals seit 2013 (DFB-Pokal-Sieg der U19) wieder einen großen Titel ans Geißbockheim geholt. Was bedeutet der Erfolg für den FC?

MATTHIAS HEIDRICH: „Dieser Titel hat sicher eine nachhaltige Bedeutung. Er hilft uns, unsere Nachwuchsarbeit noch einmal in den Mittelpunkt zu stellen und zu unterstreichen, dass wir bei all den Nachteilen und Schwierigkeiten in der Lage sind, hohes nationales und internationales Niveau auszubilden. Das gibt uns gute Argumente an die Hand, um unseren Weg weiterzugehen.

Wohin führt dieser Weg?

Heidrich: „Dahin, dass wir nicht nur um Titel spielen, auch wenn wir den Titel gerne mitnehmen und die Jungs ihn sich verdient haben. Aber in zwei oder drei Wochen werden sie der junge Jahrgang in der U19 sein und müssen sich genauso wieder quälen und durchsetzen, müssen Schweiß vergießen und viel investieren, um ihren Platz zu verteidigen. Das wird nicht einfacher, sondern schwerer. Wir sind alle gefragt, dafür die Antennen bei den Spielern anzumachen.“

CARSTEN SCHIEL: „Unser Ziel lautet: Wir wollen Spieler für die Lizenzspielermannschaft ausbilden. Auf diesem Weg gibt es mehrere Etappen. Jetzt haben wir mal eine Etappe gewonnen, aber man will ja am Ende ganz oben stehen. Deswegen verändert sich durch den Titel für die Spieler nichts. Sie benötigen noch immer die bestmögliche Vorbereitung auf den Profifußball und auf das, was noch kommen soll. Dafür brauchen sie eine gut gesteuerte Ansprache. Und da wissen wir sie bei U19-Trainer Stefan Ruthenbeck in guten Händen, um sie wieder hungrig zu machen auf die nächsten Erfolge, aber auch, um die nächsten Widerstände zu überwinden.“

Die U19 hat den Sprung in die Endrunde dagegen knapp verpasst. Dennoch: Wie fällt das Fazit der A-Junioren-Saison aus?

Schiel: „Es war eine erfolgreiche Saison. Gerade gegen die großen Gegner hat sich die Mannschaft stark präsentiert. Obwohl es dann zum Schluss nicht für die Endrunde gereicht hat, hat man gesehen, wie gut gearbeitet wurde. Die Entwicklung der einzelnen Spieler ist uns am wichtigsten, und dass sich bereits einige U19-Spieler bei den Profis im Training zeigen durften, ist dafür ein Zeichen. Schließlich ist das unser zentrales Ziel.“

Heidrich: „Ich bin ja erst im Laufe der Hinrunde nach Köln gekommen und habe die Mannschaft fast nur gewinnen sehen. Durch die vielen Erfolge ist eine gewisse Selbstverständlichkeit entstanden. Am Ende war man sich vielleicht etwas zu sicher. Es ist ärgerlich, wenn man so lange oben dabei ist, Erster ist, und dann nicht in die Endrunde kommt. Auf der anderen Seite werden sie diese Erfahrung jetzt mitnehmen und in der nächsten Saison die vermeintlich leichteren Spiele nicht mehr so locker angehen.“

Welchen Anteil hat Stefan Ruthenbeck an diesem Erfolg?

Schiel: „Er ist sehr wichtig für die U19, aber darüber hinaus für den gesamten Nachwuchs. Er kennt das Geschäft im Profibereich. Er weiß, was es braucht, um es dorthin zu schaffen. Und er schafft es, seine fachliche Kompetenz mit einem positiven Umgang zu verbinden und die Jungs gut mitzunehmen. Entsprechend freuen wir uns sehr, dass er langfristig beim FC bleibt.“

Täuscht der Eindruck oder tut es ihm gut, im Nachwuchs nicht mehr ganz so im öffentlichen Fokus zu stehen?

Heidrich: „Ich kenne ihn zwar erst seit neun Monaten, aber ich glaube, er ist von den Inhalten derselbe Trainer wie bei den Profis.“

Schiel: „Vor allem muss man hervorheben, dass sich nicht viele Trainer so entschieden hätten wie Stefan. Er entwickelt Jugendliche gerne weiter und identifiziert sich vollkommen mit dieser Aufgabe.“

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar