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Sieg gegen Weltmeister Klose: FC träumt vom Finale

Am Samstag um 11 Uhr steigt das Halbfinal-Rückspiel zwischen den B-Junioren des 1. FC Köln und des FC Bayern München. Im Franz-Kremer-Stadion wollen die Geissböcke ihren 1:0-Auswärtssieg vergolden und den Einzug ins Finale um die deutsche Meisterschaft perfekt machen. Doch auf der Gegenseite will ein prominenter Jung-Trainer beweisen, dass er zurecht zu Höherem berufen ist: Weltmeister Miroslav Klose.

Köln – In einer Hinsicht ist Martin Heck seinem Gegenüber etwas voraus: Der Kölner U17-Coach verfügt über mehr Erfahrung auf der Trainerbank als Miroslav Klose. Doch die Welt-Karriere, die Klose als Spieler hingelegt hat, soll dem FC Bayern München am Samstag im Halbfinal-Rückspiel um die Meisterschaft helfen. Der 40-Jährige kennt sich mit Drucksituationen aus, mit Halbfinals, mit Finals, mit Titelkämpfen.

Erst seit dieser Saison ist Klose als Trainer tätig. Anderthalb Jahre hatte er zwar dem erweiterten Trainerteam der deutschen Nationalmannschaft angehört, um ins Trainerleben reinzuschnuppern. Doch erst seit dem Sommer 2018 ist er hauptamtlich in erster Reihe tätig. „Ich nehme die taktische Finesse mit, die Jogi Löw hat. Da ist er ohnehin die Nummer 1“, hatte Klose gesagt, als er den DFB verlassen hatte, um beim FC Bayern die U17 zu übernehmen. „Dazu kommt das Zwischenmenschliche. Er hat ein Gespür für Spieler, für den Zusammenhalt in der Gruppe.“

Keine Auswärtstor-Regel

Genutzt haben ihm seine Lehrjahre in jedem Fall. Die B-Junioren führte er in der Staffel Süd/Südwest mit 21 Siegen bei nur einem Unentschieden und vier Niederlagen zur Staffel-Meisterschaft. Seinen Vorgängern Holger Seitz (Aufstiegstrainer der FC Bayern II) und Tim Walter (künftiger VfB Stuttgart-Coach) war Gleiches gelungen, allerdings mit weniger Punkten. Der 1. FC Köln ist also gewarnt, der Sieg aus dem Hinspiel bedeutet keine Sicherheit, zumal die im Europapokal geltende Auswärtstor-Regel in der nationalen Junioren-Meisterschaft keine Anwendung findet. Sollten die Bayern das Rückspiel mit einem Tor Unterschied über die regulären 80 Minuten Spielzeit gewinnen, käme es (ohne Verlängerung) zum Elfmeterschießen.

Das Hinspiel lässt jedenfalls kaum einen Schluss zu, wie das Duell am Samstag verlaufen könnte. In München hatte der FC eine starke erste Halbzeit absolviert und war verdient durch einen Treffer von Jan Thielmann in Führung gegangen. Nach der Pause drehte der FC Bayern jedoch, obwohl mit einem Mann in Unterzahl, mächtig auf und präsentierte sich als die spielstarke Mannschaft, die Klose über die gesamte Saison geformt hatte. „In der ersten Halbzeit habe ich meine Mannschaft nicht wiedererkannt“, hatte der FCB-Coach hinterher erklärt. „Köln hat eine sehr gute Mannschaft und wusste das auszunutzen. Nach der Pause haben wir ein besseres Gesicht gezeigt. Insgesamt hat uns aber die Abgezocktheit gefehlt.“ Diese will man im Rückspiel zurückerlangen.

Im Finale gegen Borussia Dortmund?

Auf der anderen Seite will sich der 1. FC Köln die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Martin Heck, der in der kommenden Saison beim DFB seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolvieren wird, hofft auf eine ähnlich starke Leistung wie in den ersten 40 Minuten am Mittwoch in München. „Unsere erste Hälfte war überragend“, hatte Heck gelobt und lediglich beklagen müssen, dass es bei dem einen Tor geblieben war. Die Mannschaft um Kapitän Sebastian Papalia und Spielmacher Florian Wirtz will Klose und Co. noch ein zweites Mal ärgern, um sich in einer Woche dann im Finale wohl mit Borussia Dortmund (4:1-Hinspielsieg gegen Wolfsburg) messen zu können. Das will jedoch auch Klose. Auch, um zu zeigen, dass er nach nur einem Jahr als Trainer der U17 zur kommenden Saison zurecht befördert wurde: Er wird die U19 übernehmen.

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