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Elfer-Held Horn: „Das ist Balsam für die Seele eines Torhüters“


Timo Horn avancierte beim 1. FC Köln gegen Wehen Wiesbaden am Ende doch noch zum Spieler des Spiels. Während der Partie hatte der Keeper bei zwei Gegentoren nicht gut ausgesehen. Im entscheidenden Moment aber sicherte der 26-Jährige seiner Mannschaft mit drei gehaltenen Elfmetern doch noch das Weiterkommen im DFB-Pokal. Umso größer war die Erleichterung beim Torhüter und seinen Teamkollegen. Die Stimmen zum 6:5-Sieg der Geissböcke nach Elfmeterschießen. 

Aus Wiesbaden berichtet Marc L. Merten

Simon Terodde: „Die Erleichterung ist groß. Wir hatten genug Chancen, das Ding in der regulären Spielzeit zuzumachen. Dann gehen wir in der Verlängerung auch noch in Führung und kriegen mit der letzten Aktion so ein Tor. Im Elfmeterschießen kann dann natürlich alles passieren. Ich glaube, beide Torhüter hatten einen guten Tag. Zum Glück hat Timo einen mehr gehalten. Es ist ein unheimlich interessanter Wettbewerb, von daher sind wir sehr glücklich, dass wir weitergekommen sind. Die Emotionen sind rausgekommen, nachdem Birger das entscheidende Tor gemacht hat. Jeder Erfolg tut uns gut. Wir nehmen den Schwung jetzt gerne mit. Der Wettbewerb macht sehr viel Spaß, weil man sehr schnell etwas erreichen kann. Jetzt müssen wir gut regenerieren und dann geht es auf Wolfsburg zu. Da wollen wir möglichst erfolgreich starten.“

Es war ein eigenartiges Spiel

Florian Kainz: „Es war ein ganz eigenartiges Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt keinen Zugriff bekommen, führen trotzdem 2:0. Das dürfen wir nicht mehr so aus der Hand geben. Wir hatten genügend Chancen, in den Umschaltsituationen noch mehr Tore zu schießen. Wir haben aber zu schlampig und unkonzentriert gespielt. Gott sei Dank ist es gut ausgegangen. Ich fühle mich in dem System sehr wohl und bin froh, dass ich jetzt wieder im Mittelfeld spiele. Ich freue mich auch, dass ich ein Tor und ein Assist gemacht und den Elfmeter dann auch noch reingehauen habe. Das ist für mich persönlich ganz wichtig, weil ich im letzten halben Jahr kein Tor gemacht habe. Das gibt mir Selbstvertrauen und pusht mich. Aber natürlich war es wichtiger, dass wir weiter kommen. Wir werden das Spiel gut analysieren und gehen dann sicher gut vorbereitet in das erste Ligaspiel.“

Timo Horn: „Ich freue mich, dass wir hinten raus weitergekommen sind. Das ist Balsam für die Seele eines Torhüters. Nichtsdestotrotz haben wir es natürlich unnötig spannend gemacht. Wir haben dieses Wochenende schon gesehen, wie schwer sich die Bundesligisten tun. Wir hatten für die erste Runde mit Sicherheit eines der schwersten Lose gezogen. Nach der 2:0-Führung hatten wir eigentlich alles in der Hand und geben das Spiel dann wieder her. Es ist nie zufriedenstellend, drei Gegentore zu bekommen. Wir haben die Bälle viel zu leichtfertig hergegeben. Wehen hätte auch schon in Führung gehen können in den ersten Minuten. Beim ersten Gegentor habe ich versucht, den Ball so gut es geht nach außen abzuwehren. Ein Aufsetzer bei nassem Boden ist aber ekelhaft für den Torhüter. Nach so einer Situation muss man einfach weiter machen. Dann kommt noch ein einfacher Ballverlust und ein Sonntagsschuss hinzu und man versteht die Welt nicht mehr. Das dritte Gegentor war viel zu einfach, das darf uns in der Bundesliga nicht passieren. Es gab auch mal Zeiten, da habe ich keinen Elfmeter gehalten. Wir hatten die Schützen von Wehen analysiert und dann ist es auch ein Stück weit Intuition. Nach Tonys Elfmeter habe ich zu ihm gesagt: Den Nächsten halte ich wieder. Jetzt müssen wir die negativen Dinge analysieren. Vom Einsatz her können wir aber niemanden etwas vorwerfen. Wir würden gerne einmal über die dritte Runde hinaus kommen. Aber ein Heimspiel in der nächsten Runde wäre schon schön.“

Es gibt nichts Schönes zu holen in der ersten Runde

Achim Beierlorzer: „Es war der erwartete Pokal-Fight. Es zählt nur, in die nächste Runde zu kommen. Es gibt nichts Schönes zu holen in der ersten Runde. Taktisch hat Wiesbaden es uns sehr schwer gemacht. Wir waren am Anfang zu unsauber im Passspiel, zu unsauber im ersten Kontakt, haben viele Umschaltmomente zugelassen. Danach haben wir sehr effektiv gespielt. Nach dem Wechsel hatten wir uns vorgenommen, noch stabiler zu stehen, doch dann kommt es genauso, wie es manchmal kommt. Was in der zweiten Hälfte gut war, dass wir eine Chance nach der nächsten herausgespielt haben. Wir waren dran, haben Wiesbaden dominiert. Trotzdem läuft es in der Verlängerung schon wieder so, dass wir erst führen und es dann nicht geregelt kriegen, das dritte Tor zu vermeiden. Wenn eine Mannschaft so viele Nackenschläge erlebt, im Elfmeterschießen aber so auftritt, dann muss ich meinen Spielern ein großes Kompliment machen. Wir wussten, dass es nicht einfach würde. Trotzdem haben wir es erfolgreich gestalten können.“

Rüdiger Rehm: „Das Weiterkommen ist das Einzige, was zählt. Ich schwanke zwischen Stolz und unglaublicher Enttäuschung. Wir haben uns für ein unglaubliches Spiel und eine starke Moral nicht belohnt. Deswegen sind wir geknickt und am Boden. Wir können stolz sein, was wir dem FC entgegen gesetzt und trotz der Rückstände nie aufgegeben haben. Wir hätten in Führung gehen müssen, laufen zweimal alleine aufs Tor zu. Wir haben es verpasst, dem Gegner den Nackenschlag zu verpassen. Köln hat es dann über ihre Qualität über die Flügel geschafft, ihre Kaliber vorne im Sturm einzusetzen. Ein Pokalspiel ist aber erst zu Ende, wenn es zu Ende ist. Wir hätten den Lucky Punch setzen können. Das ist nicht passiert. Das tut weh. Wir gehen aber erhobenen Hauptes nach Hause.“

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