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Veh erklärt: So kann der FC sich Bornauw leisten

Der 1. FC Köln hat mit der Verpflichtung von Sebastiaan Bornauw noch einmal für ein Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt gesorgt. Mit dem sechsten Neuzugang in diesem Sommer überzogen die Geissböcke ihr ursprünglich festgelegtes Budget zwar deutlich. Die sportliche wie wirtschaftliche Perspektive gab jedoch den Ausschlag für einen Transfer, der eigentlich nicht möglich schien.

Köln – Alles für den Klassenerhalt: Dieses Motto hatte Armin Veh und Alexander Wehrle schon zur Saisoneröffnung am Sonntag ausgegeben. Ausgeben war da auch gleich das Stichwort, denn schon am Sonntag wussten Veh und Wehrle, dass sie noch einmal investieren würden. Der Deal mit Bornauw war da schon auf der Zielgeraden – und wurde zu einem Kraftakt für die Geissböcke.

Denn eigentlich, so hatte Armin Veh im Trainingslager in Kitzbühel vor nur einer Woche noch erklärt, wäre ein Transfer in solch einer Größenordnung nicht noch einmal möglich gewesen, nachdem mit der Verpflichtung von Ellyes Skhiri schon insgesamt 13 Millionen Euro auf die Konten anderer Klubs geflossen waren. „Wir hätten nicht noch mal gleich sechs Millionen Euro überweisen können“, sagte Veh nun auch am Dienstag. Das entscheidende Wort in dieser Antwort: „gleich“. Also auf einen Schlag. Der RSC Anderlecht hatte sich aber auf einen Deal eingelassen, der den FC die Ablösesumme offenbar in mehreren Tranchen zahlen lässt. „Es gibt noch andere Deals und Formen, die man vereinbaren kann, damit der Transfer uns nicht belastet“, sagte Veh, ohne die genaue Vereinbarung preiszugeben.

Bornauw der nächste Meré?

Die gesamte Ablösesumme, wenn auch nicht in vollem Umfang sofort zu überweisen, soll bei rund sechs Millionen Euro liegen, zuzüglich eines Erfolgshonorars und einer Beteiligung an einem Weiterverkauf des Spielers in der Zukunft. So wurde der Deal schließlich möglich, vorgeschlagen von Veh und Wehrle, abgesegnet vom Gemeinsamen Ausschuss. „Anderlecht ist uns nicht im Betrag entgegen bekommen, aber in der Form, die den Transfer für uns darstellbar gemacht hat“, sagte Veh. Auch die lange Vertragslaufzeit über fünf Jahre führt dazu, dass die Gesamtsumme über einen längeren Zeitraum als sonst üblich abgeschrieben werden kann.

Nun kommt Bornauw also sofort und fest zum FC – ein Transfer, der in der Branche ähnlich überraschend eingestuft wird wie die Verpflichtung von Jorge Meré im Sommer 2017 fünf eine ähnliche Transfersumme von Sporting Gijon. Neben dem 22-jährigen Spanier soll der 20-jährige Belgier künftig das Innenverteidiger-Duo bilden. Bornauw steht körperlich voll im Saft, hat in Anderlecht die Vorbereitung absolviert und hätte eigentlich zur Stammformation beim belgischen Rekordmeister zählen sollen, wenn der FC nicht angerufen hätte. Der belgische U21-Nationalspieler und Teilnehmer an der EM 2019 im Juni wird zwar ein paar Tage brauchen, um sich beim FC einzufinden und an die neue Mannschaft und das neue Trainerteam zu gewöhnen. Danach erhofft man sich am Geißbockheim aber eine mehr oder weniger sofortige Hilfe in der Kölner Defensive.

Wir müssen ja auch Werte aufbauen

Veh ließ durchklingen, dass der Deal vom Gemeinsamen Ausschuss auch deshalb sofort unterstützt wurde, weil alle Beteiligten neben der sportlichen Soforthilfe auch die wirtschaftliche Perspektive als positiv bewerteten. „Wir brauchen auch Spieler, in denen wir perspektivisch etwas sehen, denn wir müssen ja auch Werte aufbauen“, erklärte der 58-Jährige und drückte damit die Hoffnung auf den Wertzuwachs bei Bornauw und auch den weiteren Neuzugängen aus. „Dafür muss man natürlich richtig liegen, aber vor allem müssen wir in der Liga bleiben. Das steht über allem.“ Die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung – sie soll nicht nur bei Bornauw, sondern beim FC im Gesamten Hand in Hand gehen.

33 Kommentare
  1. Klaus Thelen says:

    Möglicherweise guter Einkauf. Hatte von dem Spieler noch nie gehört. Aber für den zweiten Innenverteidiger sehe ich die Perspektiven komplett anders als alle Experten. Ich bin davon überzeugt, dass der viel gelobte Mere der Erste von den Innenverteidigern ist, der über die Klinge springt. Denn seine „Größe“, seine Kopfballschwäche und seine fehlende Schnelligkeit werden in der 1. Liga gnadenlos aufgedeckt. Besonders bei einem Torwart wie Timo Horn, der sich bei jedem Herauslaufen in die Hose macht. Allerdings würde ich mich gerne eines Besseren belehren lassen.
    Jacques

  2. Gerd Mrosk says:

    „Möglicherweise guter Einkauf“…,hättste dir sparen können.“Hatte von dem Spieler noch nie gehört“….,hättste dir sparen können.Wovon du überzeugt bist?…Hättste dir sparen können.Analyse?…Hättste dir sparen können.Warum dich eines besseren belehren?…Nö,hättste dir sparen können.
    De Järd

  3. ingman says:

    Ich bin davon überzeugt, dass sich Mere und Bornauw super ergänzen können
    und zusammen ein tolle IV Duo bilden. Denn was der eine nicht hat, hat ja jeweils
    der andere. Gut, meine Theorie mit Pokerface Veh ist nicht aufgegangen. Von wegen
    wir haben nur 10 Millionen. Aber…man hat eine wahrscheinlich passable Lösung gefunden.
    Nun kann es aber auch bald mal langsam losgehen ;-))))

    • mcwolli77 says:

      Ich möchte mich nicht wiederholen, daher siehe Kommentar in dem Bericht: KEINE LEIHE! FC MACHT DEAL PERFEKT UND KAUFT BORNAUW .

      Ich denke und hoffe in dieser Transferperiode ist faktisch erstmal nichts falsch gemacht worden.
      Junge, ofensichtlich talentierte, Stammspieler ihrer abgebenden Vereine wurden verpflichtet. Das ganze zu nicht völlig überhitzten Preisen, somit besteht eine reale Chance nachhaltige Werte zu schaffen und somit das Eigenkapital des Verein weiter zu erhöhen.
      Desweiteren wurden, und ich denke hier wird niemand widersprechen, alle neuralgischen Positionen neu besetzt.
      Ob diese Spieler am Ende voll überzeugen steht in der Glaskugel, denn Spieler die 100% garantiert das Level der Mannschaft erheblich anheben können wir schlicht weg nicht bezahlen.
      In sofern haben mich zumindest in den letzten Wochen die handelnden Personen überzeugt.
      Ein endgültiges Ergebnis lässt sich im Fussball bei Verpflichtungen einfach nicht vorher sagen, da einfach zu vielen Faktoren Einfluss nehmen werden im Laufe der Saison.

      Also fest dran Glauben. Diesen habe ich diesmal voll und ganz. Come on FC

  4. Matthias says:

    Ich schließe mich mcwolli77 zu 100% an. Respekt und Anerkennung für die handelnden Personen bei unserem FC!
    UND JETZT HOFFEN WIR, DASS DIE ERSTEN 7 SPIELE DEN EINEN ODER ANDEREN PUNKT BRINGEN DAMIT DIE JUNGS UND DAS UMFELD NICHT ZU UNRUHIG WERDEN!

  5. Paul says:

    Der FC hat sein Transferbudget weit überzogen. So weit, so schlecht! Fast alle gekauften Spieler sind für die meisten vollkommen unbekannte Spieler. Einzig der King aus Kiel war vorher bekannt. Alle gekauften Spieler sind jung und haben noch ein großes Potential, was zukünftige Transfersummen betrifft.

    Entweder hat die Scouting-Abteilung herausragend gearbeitet und der 1. FC Köln mit diesen Transfers einen Meilenstein bei der Kaderentwicklung zurückgelegt, oder wir haben wieder einmal den alten Fehler gemacht, nach dem Prinzip Hoffnung unsere finanziellen Möglichkeiten zu überfordern.

    Die kommende Saison wird diese Frage entscheiden!

  6. Klaus Thelen says:

    Erstaunlich, wie hier Spieler gelobt werden, die noch niemand von Euch hat spielen gesehen und auch Keiner die Schwächen des Herrn Mere gesehen hat, dann herzlichen Glückwunsch. Warum wurde er bei der EM in den entscheidenden Spielen nicht mehr gebracht? Wo ist ein belegbares Angebot für Mere offeriert worden? Die von seinem Management gestreuten Spinnereien könnt Ihr stecken lassen.
    Wir werden sehen.
    Jacques

    • Holger says:

      Sorry, ich verstehe das negative Schreiben über Mere jetzt gerade nicht?!
      Wir sind der FC und nicht Real Madrid!
      Wäre Mere perfekt und müsste nicht mehr dazu lernen, wäre er schon längst woanders.
      Ich finde seine Leistungen insbesondere in der Vorbereitung sehr gut und er stach in einer verdammt schlechten Konkurrenz richtig heraus!
      Ich persönlich hoffe er hat im neuen IV nun einen Partner der auch Mere besser macht.
      Je besser die Qualität im Kader umso besser entwickeln sich alle Spieler.

      • mcwolli77 says:

        Manch einer glaubt wohl immer noch das der FC ein großer Verein ist nach 6 Abstiegen. Nein wir sind ein kleines Licht und die Transfer die wir tätigen sind immer auch mit Glück, oder auch nicht gepaart.
        Wir können froh sein überhaupt Stammspieler von Championsleague und Euroleagueteilnehmern zu bekommen, jung und mit Sicherheit entwicklungsfähig im richtigen Umfeld. Und ob der FC dieses bietet muss sich genau so zeigen und ist für uns nicht zu beantworten.
        Ob alle Jungs das Zeug haben wird sich zeigen, ich glaube dran. Was auch sonst, denn immerhin brennt unser Licht ja noch, wenn auch klein. LG an Euch

        • mcwolli77 says:

          Übrigens lese ich nicht das hier jemand explizit die Spieler lobt, sondern eher die Transferstrategie als solche, das alle Positionen besetzt wurden die zu besetzen waren und das nicht mit Ersatz- oder abgehalfterten Spielern die wir vielleicht kennen, jedoch nachweislich unteres Mittelmaß sind.
          Denn diese Spieler haben ja automatisch Mondpreise an sich getackert nur weil ihr Name schon mal im Kicker erwähnt wurde.
          Somit gewagte Transfers, aber sicher einen Versuch wert. Vielleicht sogar mehr als das, abwarten.

          • Gerd Mrosk says:

            Selbst wenn mcwolli77,man darf auch Spieler mal vllt zu viel loben als Fan eines Vereins,viel besser als dieses permanent destruktive Geschreibsel vom Kläuschen Jaques

  7. Karl Heinz Lenz says:

    Es hört sich bestimmt banal an, aber es dürfte stimmen: Spieler-Transfers sind immer ein Risiko! Vor zwei oder drei Wochen brachte der Kicker für jeden BL-Verein eine Liste mit den Spielern, die den Verein verlassen. Da dürften seitdem noch eine Menge Namen dazu gekommen sein. Aus dieser großen Anzahl von Spielern sind natürlich auch solche dabei, die sich sportlich bewährt haben und jetzt sich woanders zumindest finanziell verbessern werden. Aber es sind auch jede Menge Spieler dabei, die in ihren Vereinen eben nicht eingeschlagen sind. Und das passiert nicht nur beim FC, sondern auch in allen anderen Klubs. Am wenigsten vielleicht noch bei den Bayern, weil diese sich weitgehend nur auf der Beletage bedienen. Transfers sind und bleiben immer ein Risiko und Veh und Aehlig sind nicht die einzigen, die Spieler holen, die eventuell die sportlichen Erwartungen nicht erfüllen.

    • CJ EFFZEH says:

      Diese vermeintlichen Floptransfers gibt es beim FC Bayern genauso. Es fällt allerdings nicht so ins Gewicht , weil man ja eh ständig Meister wird und jedes Jahr nur ein bis zwei neue integriert werden müssen.

      Zum Sebastiaan kann ich nicht viel sagen. Er spielt jedoch in den U Nationalmannschaften seines Landes und sollte daher ja nicht so schlecht sein.
      Vermeintlich Schwächen am Ball können in dem Alter sicherlich noch korrigiert und sukzessive verbessert werden.

      Die Abwehr ist für unsere Verhältnisse nun doch sehr gut aufgestellt. Auch wenn ich hier für böd gehalten werde, Czichos sehe ich auch als nicht so schlecht an, wie er hier gemacht mit. Er ist sicherlich in keinem Aspekt wirklich überragend aber auch in keinem wirklich schlecht. Er wird auch häufiger spielen als die meisten glauben und nein das ist keine Drohung. :)

  8. Norbert Neuheisel says:

    Ich glaube, dass das finanzielle Risiko überschaubar ist, auch wenn mehr, als veranschlagt, ausgegeben wurde. Die Qualität der Transfers – von Vorschusslorbeeren halte ich nichts – wird sich noch erweisen müssen; vor Allem, ob die einzelnen Puzzleteile zueinander passen. Leider haben wir ein schweres Auftaktprogramm, was ich übrigens sehr unfair seitens der DFL gegenüber einem Aufsteiger finde. Also eine doppelte Bewährungsprobe für Mannschaft, Offizielle und Fans.

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