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Weiter ohne Gegentor: Das macht die U19 aktuell so stark

Die U19 des 1. FC Köln hat am Mittwochabend auch das dritte Spiel der neuen Bundesliga-Saison gewonnen. Im Derby gegen Fortuna Düsseldorf sicherten sich die Geissböcke dank zweier Tore in der zweiten Halbzeit die drei Punkte und blieben beim 2:0-Erfolg auch in der dritten Partie der neuen A-Junioren-Spielzeit ohne Gegentor. Der Traumstart ist auch die Folge einiger Umstellungen.

Köln – Trainer Stefan Ruthenbeck kann zufrieden sein. Nicht nur, dass die Offensive der U19 ihrem Ruf gerecht wird und bislang in jedem der drei Saisonspiele für genügend Tore sorgte. Auch die Kölner Defensive verrichtete ihre Arbeit wie erhofft und nahm auch am dritten Spieltag die Angreifer des Gegners aus dem Spiel. Die A-Junioren des FC bestätigen damit, dass auch der neue, junge Jahrgang eine gute Rolle in der Staffel West wird spielen können.

Erkan Akalp (47.) und Jan Thielmann (72.) hießen am Mittwochabend die Torschützen, nachdem in den ersten beiden Spielen vor allem Sebastian Müller im Angriff mit je zwei Toren für die Erfolge gegen Preußen Münster und Borussia Dortmund gesorgt hatte. Während Müller und Akalp zum älteren 2001er-Jahrgang der A-Junioren gehören, haben sich auch die jüngeren Spieler wie Thielmann, Marvin Obuz oder Daniel Adamczyk schnell an die neue Liga und die älteren Gegenspieler gewöhnt.

Die Gründe für den starken Saisonstart

Gegen Düsseldorf hatte die U19 zunächst noch Mühe, dann legte sich die Ruthenbeck-Elf den Gegner immer mehr zurecht und dominierte nach der Halbzeitpause das Spiel nahezu nach Belieben. „Wir mussten Düsseldorf abarbeiten, die erste Halbzeit war komplett offen“, sagte Ruthenbeck dem GEISSBLOG.KOELN. „Im Laufe des Spiels haben sich uns dann immer mehr Räume geboten. Wir hätten noch mehr Tore schießen können, aber wir haben richtig gut gespielt und in der zweiten Hälfte praktisch keine Torchance des Gegners mehr zugelassen.“

Das Ergebnis der ersten drei Spiele kann sich sehen lassen: drei Siege, neun Punkte, neun Tore, null Gegentore. Die perfekte Bilanz hat den FC auf Platz zwei gespült, nur Leverkusen liegt dank der besseren Tordifferenz (13:2) vor den Geissböcken. Während die beiden großen Favoriten Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 mit jeweils nur einem Sieg aus den ersten drei Spielen bereits zweimal strauchelten, bewahrte sich der FC bislang eine Weiße Weste. Und das, obwohl mit Elias Oubella einer der beiden bisherigen Stamm-Innenverteidiger in dieser Woche zur U21 befördert wurde und damit ebenso fehlte wie der bisherige Außenverteidiger Meiko Sponsel, der mit einer Schulterverletzung länger ausfällt.

Doch Ruthenbeck konnte die Ausfälle kompensieren, weil der FC in der Sommerpause die Lehren aus der starken, aber gegen Ende nicht einfachen Saison 2018/19 gezogen hatte. „In der Analyse der Saison haben wir erkannt, dass wir mehr Körperlichkeit in der Defensive brauchen“, sagte Ruthenbeck nun. Die Folge: Der FC holte mit Mathias Olesen von Eintracht Trier einen schnellen und zweikampfstarken Sechser für das Zentrum vor der Abwehr. Darüber hinaus kam vom FC Schalke 04 mit Sava Cestic ein robuster und hochgewachsener Innenverteidiger, der gegen Düsseldorf erstmals für Oubella verteidigte und seine Sache neben Kapitän Robert Voloder gut machte.

Ganz Deutschland schreit nach solchen Spielern – wir haben sie!

„Wir haben in der Offensive einige echte Individualisten, die gerne ins Eins gegen Eins gehen“, sagte Ruthenbeck. „Diese Jungs muss man sich bewahren. Ganz Deutschland schreit nach solchen Spielern – wir haben sie. Was aber auch bedeutet, dass wir sie absichern müssen. Und da braucht man zwei starke Zweikämpfer auf der Sechs mit einem guten Tempo und eine Abwehrreihe, die die Lücken schließen kann.“ Bislang gelingt dies wie erhofft. Gegen Münster und Düsseldorf blieb die U19 daheim ohne Gegentor, aber auch bei Borussia Dortmund nahm die Kölner Defensive das Supertalent Youssoufa Moukoko fast komplett aus dem Spiel.

Noch früh in der Saison zeigt sich die U19 also bereits formstark und will die Gunst der Stunde nutzen, um sich oben festzusetzen. Der nächste Gegner heißt Alemannia Aachen. Bei den Schwarz-Gelben hat der FC noch eine Rechnung offen. In der vergangenen Saison verlor Köln dort Mitte April mit 1:2. Es wurde eine der bitteren Niederlagen, die am Ende zum Verpassen der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft beitrugen. Diese Pleite will die Ruthenbeck-Elf am Sonntag vergessen machen.

5 Kommentare
    • Andreas Temme says:

      Ich kenne Ruthenbeck um 2 Ecken und er musste schon überredet werden überhaupt den Interimstrainer zu machen. Er hat kein Interesse mehr im Profibereich zu arbeiten. Der Stress bekommt ihm nicht gut und die Nähe zur Familie weiß er zu schätzen. Ein wirklicher Glücksgriff für den FC.

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