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Gisdol: „Ich scheue mich nicht vor Entscheidungen“


Markus Gisdol hat wichtige Tage beim 1. FC Köln vor sich. Der neue Trainer der Geissböcke muss nach dem verpatzten Auftritt bei RB Leipzig die Spieler wieder aufrichten, gleichzeitig aber auch deutliche Worte finden, um den FC in die Spur zu bringen. Dabei will der 50-Jährige auch dem Nachwuchs eine Chance geben.

Köln – Das kurzfristige Ziel ist gleich geblieben. Trotz des 1:4 – oder gerade wegen der deutlichen Niederlage in Leipzig – will und muss Markus Gisdol mit seiner Mannschaft an den grundlegenden Mechanismen auf dem Platz arbeiten. „Wir müssen wieder Basics definieren, um eine Sicherheit zu finden, die uns im Spiel hilft“, sagte Gisdol am Donnerstag.

Keine unbekannten Worte, keine überraschende Erkenntnis nach dem defensiv teils desaströsen Auftritt bei RB. Doch während das Eine die taktischen Elemente betrifft, muss Gisdol andererseits auch personell seine Möglichkeiten überdenken. Welchen Spielern kann er in der jetzigen Phase vertrauen? Wer ist dem Druck gewachsen? Wer ist in Form, wer nicht? Welche Spieler sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, welche Spieler wählen auf dem Platz eher das Versteckspiel, anstatt sich mutig in den Dienst der Mannschaft zu stellen? Gisdol hat in dieser Woche insgesamt fünf Trainingseinheiten, um weitere Erkenntnisse zu sammeln, nachdem am Samstag vor allem Negatives aufgefallen war.

Mit unseren Talenten müssen wir frisches Blut in den Kader bekommen

„Jeder Spieler ist jetzt ein unbeschriebenes Blatt. Vor mir liegt zu jedem Spieler ein Blatt, das ich selbst beschreibe“, sagte Gisdol und meinte damit, dass alles Geschehene vor dem Einstieg des Schwaben beim FC nicht mehr zähle. „Ich blicke nicht gerne zurück. Ich muss mir selbst ein Bild machen.“ Dabei betonte Gisdol auch, dass er zwar „am liebsten nicht dazwischen hauen“ würde, aber „ich scheue mich nicht vor Entscheidungen“. Und damit meinte er: harte Entscheidungen, unpopuläre Maßnahmen, die auch personelle Konsequenzen nach sich ziehen könnten.

Gisdol drohte seinen Spielern freilich nicht am Donnerstag. Doch er öffnete die Tür zu Veränderungen – auch durch junge Spieler aus der zweiten oder dritten Reihe. In den ersten Tagen als FC-Trainer testete Gisdol bereits mehrere Talente aus der U19 und U21. In dieser Woche laufen Innenverteidiger Robert Voloder und Stürmer Sebastian Müller mit. Sie sollen sich anbieten – nicht nur für die Zukunft, sondern auch schon für das Jetzt und Hier. „Wir haben viele unglaublich talentierte Spieler in der U17 und U19“, sagte Gisdol. „Diese Talente müssen unser Faustpfand sein, um immer wieder frisches Blut in den Kader zu bekommen.“ Ob er sich schon jetzt vorstellen könne, dass eines der Talente plötzlich in den Spieltagskader rutschen könnte, wollte Gisdol nicht verraten. „Aber bei meinen Aufstellungen sind Namen egal.“

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