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Grenzen aufgezeigt: Kölns Talente müssen Lehrgeld zahlen


Dass die jüngsten Spieler im Kader des 1. FC Köln nicht die gesamte Rückrunde würden überzeugen können, das war den Verantwortlichen der Geissböcke klar gewesen. Auch deshalb kamen Mark Uth und Elvis Rexhbecaj, um Trainer Markus Gisdol Bundesliga-erfahrene Alternativen zu bieten. In Dortmund waren die Youngster wohl auch wegen der Atmosphäre überfordert.

Köln – Wie wäre wohl das Spiel am Freitagabend ausgegangen, wenn Jan Thielmann eine Flanke von Ismail Jakobs in der dritten Minute aus 17 Metern richtig verarbeitet und den Schuss platziert zu seinem ersten Bundesliga-Tor in die Dortmunder Maschen gejagt hätte? Die Chance zum Ausgleich war da gewesen, die Chance für den jüngsten FC-Profi sich erstmals in die Torschützenliste einzutragen. Doch dem Rechtsaußen spielten die Nerven einen Streich. Der Abschluss zu überhastet, der Schuss vorbei.

Thielmann hatte bereits in der ersten Minute Rafael Guerreiro aus den Augen verloren und beim 0:1 den Abschluss nicht verhindert. Überhaupt lief es für das Talent beim BVB nicht rund. Nach der ersten Halbzeit musste der 17-Jährige vom Feld, für ihn kam Florian Kainz. Thielmann war nicht der einzige Nachwuchsspieler, der seine Probleme in Dortmund hatte. Ismail Jakobs und Noah Katterbach blieben auch nicht fehlerfrei, konnten sich nur selten durchsetzen und blieben weit hinter den Hoffnungen zurück, die ihre Leistungen in den letzten Wochen geweckt hatten.

Theoretisch könnte sich Thielmann am BVB rächen

Der Gegner hatte freilich Borussia Dortmund geheißen, die Atmosphäre von über 81.000 Zuschauern war für sie eine besondere Erfahrung, was es heißt, auswärts in der Bundesliga in einem Hexenkessel bestehen zu müssen. Nicht ganz unwichtig, geht es doch in zwei Wochen zum Rheinischen Derby nach Mönchengladbach. „Unsere jungen Spieler haben heute Lehrgeld gezahlt“, sagte Markus Gisdol nach der Partie und kündigte Gespräche mit den jüngsten FC-Profis an. Das Spiel am Freitagabend wird allen dreien länger in Erinnerung bleiben. Den Stab muss niemand über sie brechen. Gisdol hatte stets betont, die Jungs würden Fehler machen und dürften dies auch. Sie bekamen gegen Dortmund aufgezeigt, dass sie noch ein langer Weg erwartet, um ihr fraglos hohes Niveau zu stabilisieren. Insbesondere Thielmann zeigte bislang zwar gute Ansätze, aber noch längst nicht die enorme Abschluss- und Vorlagenqualität, die ihn in der U17 und U19 ausgezeichnet hatte.

Für den kommenden Sonntag wird Gisdol nun beurteilen müssen, wer vor heimischem Publikum erneut eine Chance bekommen und wem womöglich eine Pause gut tun wird. Thielmann hätte zwar die Möglichkeit sich am kommenden Sonntag am BVB zu rächen, müsste dafür aber vorübergehend zurück in die U19 wechseln. Seine A-Junioren spielen wenige Stunden vor der Bundesliga-Partie gegen Freiburg im ersten U19-Pflichtspiel des Jahres daheim ausgerechnet gegen den BVB. Doch so süß diese Rache für Thielmann sein könnte, so unwahrscheinlich ist sie. Denn Sportchef Horst Heldt betonte im Trainingslager in Benidorm nicht umsonst, dass der ehemalige Trierer nun fest zum Profikader gehört. Und damit wird er wohl auch am Sonntag mindestens wieder im Kader stehen, wenn nicht sogar in der Startelf. Dann nicht von der Atmosphäre RheinEnergieStadion beeindruckt, sondern umso motivierter.

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