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Köln überrennt auch Schalke: FC ist jetzt schon Zehnter!


Der 1. FC Köln hat sich auch vom FC Schalke 04 nicht stoppen lassen und die Königsblauen in der Höhe verdient mit 3:0 (2:0) bezwungen. Die Geissböcke lieferten erneut eine taktisch herausragende Leistung ab, ließen kaum gegnerische Torchancen zu und machten offensiv weiter, wo sie in Berlin aufgehört hatten. Die Belohung: Platz zehn, 29 Punkte und acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Mit Markus Gisdol und Horst Heldt auf der Bank gegen ihren Ex-Klub, dafür ohne Mark Uth auf dem Rasen gingen die Geissböcke in das brisante Duell gegen Schalke 04. Die Paderborner Niederlage in Mainz, die Pleite des FC Augsburg gegen Gladbach, vor allem aber das spektakuläre Unentschieden zwischen Düsseldorf und Hertha spielten dem Effzeh vor ihrer eigenen Partie am 24. Spieltag in die Hände. Zwar war der Vorsprung auf Rang 16 auf fünf Zähler geschrumpft. Doch Köln ging nach dem 5:0 in Berlin mit mächtig Selbstvertrauen ins Spiel.

Ausgangslage

Allerdings musste Markus Gisdol gegen Schalke seine Mannschaft erneut umbauen. Sebastiaan Bornauw kehrte nach seiner Gelb-Sperre zwar zurück, dafür fehlte Rafael Czichos nach seiner schweren Verletzung in Berlin. Czichos’ Position übernahm Toni Leistner. Zudem kehrte Jonas Hector nach seinen muskulären Problemen bei der Hertha zwar in die Startelf zurück, allerdings rückte dafür bekanntlich Uth aus dem Kader. Seine Position auf der Zehn übernahm der in Berlin überragende Elvis Rexhbecaj, für den Hector neben Ellyes Skhiri wieder auf die Doppel-Sechs rückte. Ansonsten blieb Gisdol seinem in Berlin siegreichen Team und dem 4-2-3-1 treu.

Moment des Spiels

Kurz vor der Pause stand Jhon Cordoba im Mittelpunkt des Interesses. Erst war er mit einer Entscheidung des Schiedsrichter-Assistenten nicht einverstanden und sah für sein Reklamieren die Gelbe Karte. Es war seine Fünfte, und so muss er in einer Woche in Paderborn zuschauen. Doch nur wenige Sekunden später konterten die Geissböcke erneut. Über Ellyes Skhiri und Rexhbecaj gelangte der Ball zu Cordoba, der alleine auf Alexander Nübel zulief und dem Schalker Keeper keine Chance ließ. Das 2:0 und die perfekte Antwort auf seine Sperre.

Die wichtigsten Szenen

In der 7. Minute tobte Müngersdorf erstmals. Über Cordoba gelangte der Ball zu Hector. Dieser verzögerte geschickt und schob den Ball dann überlegt ins lange Eck. Das 1:0? Nein! Kainz hatte zuvor den Weg vor S04-Keeper Nübel im Abseits gekreuzt und so ins Spiel eingegriffen. Schiedsrichter Gräfe gab den Treffer nicht. Doch nur drei Minuten später zählte das Kölner Führungstor. Freistoß Kainz von der linken Seite, in der Mitte stieg Bornauw am höchsten und köpfte unhaltbar direkt neben den Pfosten – Riesenjubel in Müngersdorf. Die Geissböcke hatten losgelegt wie die Feuerwehr und sich mit der frühen Führung belohnt. Schalke fiel es dagegen schwer ins gegnerische Drittel zu kommen. Bis auf einen Fernschuss und einen Kopfball nach einem Freistoß gelang den Gästen nicht viel. Der FC dagegen taktisch clever, vor allem aber handlungsschnell und giftig, dazu nun mit dem Platz für Konter. Gleich zweimal hatte Rexhbecaj das 2:0 auf dem Kopf, konnte aber den Ball nicht platzieren (30./33.). In der 38. Minute passierte dann das Unerfreuliche für Köln: Cordoba sah nach Reklamierens seine fünfte Gelbe Karte. Doch nur eine Minute später war das egal, denn der Kolumbianer schloss einen Konter in bester Torjägermanier ab. Die Geissböcke führten völlig verdient mit 2:0 (39.). In der 45. Minute musste Horn erstmals eingreifen. Nach einem abgefälschten Schuss tauchte Gregoritsch plötzlich alleine vor dem FC-Keeper auf, dieser jedoch reagierte stark und klärte per Grätsche. Auf der Gegenseite scheiterte Rexhbecaj zum Dritten an Nübel, und so ging es unter dem Jubel der Kölner Fans mit 2:0 in die Pause.

Die zweite Hälfte begann mit einer unschönen Szene: Die Kölner Fans zogen ein „Hurensohn“-Plakat hervor und sangen gegen Dietmar Hopp – eine Reaktion auf die Kollektivstrafe für die Dortmunder Fans bei Hoffenheimer Auswärtsspielen. Erst als die gesamte (!) Kölner Elf inklusive Horst Heldt und Markus Gisdol zu den Ultras in die Kurve gingen, beendeten diese den Protest. Erst da war Gräfe bereit das Spiel wieder anzupfeifen. Man spürte nun, dass Schalke das Tempo erhöhen wollte. Doch Köln wich nicht zurück. Als die FC-Defensive nach einer Stunde einen Schalker Angriff mit Härte und Konsequenz abwehrte, ballte Gisdol in der Coaching Zone die Faust. Sein Team agierte weiter so, wie sich der FC-Trainer das vorstellte. Die Krönung folgte in der 75. Minute. Nach einem Einwurf auf der rechten Seite, als nichts wirklich zu passieren schien, zog Kainz plötzlich an drei Schalkern vorbei in den Strafraum. Jeder rechnete mit einer Flanke, doch der Österreicher zog aus zwölf Metern aus spitzem Winkel ab. Der verdutzte Nübel im Schalker Tor glaubte den Ball am kurzen Pfosten sicher zu haben, er rutschte ihm aber durch und trudelte über die Linie. Ein Murmel-Tor aus Schalker Sicht, ein Tor mit Überzeugung und als Kölner Belohnung für eine erneut starke Mannschaftsleistung – das 3:0 und damit der Endstand. Denn der FC verteidigte bis zum Schluss mit allem, was die Gisdol-Truppe zu bieten hatte. Am Ende sangen die FC-Fans sogar noch „Ohne Uth habt ihr keine Chance“ – es war der Schlusspunkt auf eine Partie, die aus Kölner Sicht fast nicht besser hätte laufen können. Cordobas Sperre im nächsten Spiel ausgenommen, zog der FC mit nun 29 Punkten dank des besseren Torverhältnisses nicht nur an Hertha und Augsburg, sondern auch an Frankfurt und Union Berlin vorbei. Platz zehn ist der Lohn konsequenter Arbeit auch am Samstagabend mit den dazugehörigen acht Punkten Vorsprung auf Rang 16 und schon zwölf (!) Zählern auf Rang 17.

Fazit

Zum Freuen: Der Blick auf die Tabelle ist atemberaubend.

Zum Ärgern: Cordoba fehlt gesperrt in Paderborn.

Stimmung: Hetze gehört nicht ins Stadion. Sie gehört nirgendwo hin!

Mann des Tages: Ellyes Skhiri ist der unauffällige Chef im FC-Mittefeld.

Aufstellung

Horn – Ehizibue, Bornauw, Leistner, Schmitz – Skhiri, Hector – Kainz (85. Thielmann), Rexhbecaj, Jakobs (75. Drexler) – Cordoba (78. Modeste)

Tore

1:0 Bornauw (9.)
2:0 Cordoba (39.)
3:0 Kainz (75.)

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