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Tor-Premiere für Easy: „Ich dachte: Was habe ich gerade getan?“

Gegen den SC Freiburg erzielte Kingsley Ehizibue sein erstes Tor im Trikot des 1. FC Köln. Einen Tag später beschrieb der Rechtsverteidiger seine Gedanken und Gefühle, als er im Vollsprint in den Strafraum lief und zum 3:0 vollendete. Ab sofort gilt der Fokus aber dem Derby am kommenden Sonntag. 

Köln – Die Nachspielzeit im RheinEnergieStadion war am Sonntagnachmittag gegen den SC Freiburg gerade angebrochen, als Kingsley Ehizibue beherzt in einen Pass von Dominique Heintz spritzte und den Ball zu Simon Terodde weiterleitete. Was danach passierte, beschrieb der Niederländer einen Tag später wie folgt: „Ich bin einfach nur gerannt und habe gehofft, den Ball zurückzubekommen.“ Ehizibues Hoffnungen wurden erfüllt, der kurz zuvor eingewechselte Terodde spielte den Doppelpass in den Lauf des Rechtsverteidigers und Easy konnte in den Strafraum eindringen.

Davon träumt man als kleiner Junge

Dort hatte der 24-jährige noch Heintz vor sich. Mit einer einfachen Körpertäuschung ließ er den ehemaligen Kölner aussteigen und schob mit links zum 3:0 ein. „Ich dem Moment ging alles ziemlich schnell“, erinnert sich Ehizibue. „Erst dachte ich, ich schieße mit meinem rechten Fuß. Dann habe ich aber mit links geschossen, mich umgedreht und gedacht: Was habe ich gerade getan?“, lachte der Außenverteidiger über sein erstes Bundesliga-Tor. Für Ehizibue dürfte der Treffer gegen Freiburg eine Art Belohnung für seine ansteigende Formkurve der letzten Wochen gewesen sein. In der Hinrunde wurde der Sommer-Neuzugang häufig aufgrund seiner teilweise ungestümen Spielweise gescholten. Inzwischen scheint sich der Niederländer aber immer mehr stabilisiert und an die Bundesliga gewöhnt zu haben. Allerdings hätte Easy auch gegen Freiburg zum Pechvogel der Partie werden können. Der Niederländer hatte Glück, dass sein Ellbogen-Check ins Gesicht von Höler in der 53. Minute beim Stand von 1:0 keinen Elfmeter zur Folge hatte. Doch spätestens mit seinem Treffer zu 3:0 dürfte die unglückliche Situation wieder vergessen gewesen sein. Für Ehizibue selbst ging mit dem Treffer ein Traum ein Erfüllung. „Zu aller erst bin ich wirklich dankbar. Ich danke Gott, dass ich hier spielen darf“, erklärte der gläubige Christ und fügte hinzu: „Ein Tor in der Bundesliga für sein Team zu erzielen – davon träumt man als kleiner Junge.“

Mit Ruhe und Bescheidenheit in die Derby-Woche

Für den FC geht es nun mit viel Selbstvertrauen in das kommende Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Ehizibue weiß dabei nicht erst seit dem Sieg über Bayer 04 Leverkusen, was es den Fans in Köln bedeutet, ein Derby für sich zu entscheiden. „Als ich hier her gekommen bin,  hat man mir direkt gesagt, dass es drei Spiele gibt, die wir unbedingt gewinnen müssen. Ich weiß also um die Bedeutung des Derbys.“ Trotzdem wollen die Geißböcke nach fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen der Partie in Gladbach nicht in zu große Euphorie verfallen. Daher mahnt auch Ehizibue: „Wir müssen jetzt bescheiden bleiben. Am Mittwoch werden wir analysieren, was wir gut und was wir schlecht gemacht haben.“ Gegen den Tabellenvierten, der im Derby auf seinen besten Torschützen Alassane Pléa gesperrt verzichten muss, sind die Kölner trotz ihrer starken Serie nicht in der Favoritenrolle. Nichtsdestotrotz werden sich die Geißböcke in Gladbach nicht verstecken. Trotz aller Brisanz will Ehizibue aber im Vorfeld gelassen bleiben. „Wir müssen ruhig und fokussiert sein. Dann werden wir sehen, was passiert.“ Spätestens aber wenn am Sonntag um 15.30 Uhr der Anpfiff im Borussia-Park ertönt, dürfte es mit der Ruhe und Gelassenheit vorbei sein.

34 Kommentare
  1. FC Neukoelln says:

    „Was habe ich gerade getan?“
    Haha! Trefflicher könnte man die wunderlichen Aktionen im Leben des Kingsley Ehizibue nicht zusammenfassen – im Guten wie im Schlechten. Anarchie – jetzt oder nie.
    Habe mir das Stolpertor noch mehrmals angesehen. Nicht wegen des Tores. Sondern weil er danach wirklich so aussieht, als wüsste er so gar nicht wohin damit. Völlige Ratlosigkeit. Total sympathisch.
    Seine Bruce-Lee-Ballannahme überkopf und die maßgeschneiderte Flanke danach hatten nicht weniger das Prädikat „Was habe ich gerade getan?“. Weiter so… auch wenn sein Repertoire bestimmt noch die eine oder andere Gurke hergeben wird.
    Ist in der kicker-Elf-des-Tages :))) Wird garantiert ein ganz Großer!

  2. Ulrich Treimer says:

    Endlich ein richtig gutes Spiel von Easy. Er muß halt Beständigkeit reinbekommen und die krassen Fehler abstellen. Aber seit Sonntag besteht Hoffnung, dass wir hoffentlich eine langfristige Lösung hinten rechts gefunden haben.

  3. Bob Brown says:

    Naja mal davon abgesehen dass ich auch sehr viel von ihm halte, hat er trotzdem wieder mal ein Elfmeter produziert. Auch wenn er dieses mal nicht gepfiffen wurde, 8 von 10 schiris pfeifen den wahrscheinlich, abgestellt ist da also noch lange nichts.
    Wenn man sich das Tor ein paar mal anschaut und sieht was die Abwehr da macht dann muss man auch sagen er hätte sogar ins Tor rennen können, die sind alle stehen geblieben bis auf Heinz, den hat er aber mustergültig mit Ruhe ausgetanzt, keine Ahnung wie ihr da auf stolpertor kommt.

  4. gregor69 says:

    Immer locker bleiben,Easy haette um ein Haar den naechsten,x-ten Elfer verschuldet.Wer weiss wie
    sich das Spiel dann entwickelt haette.Nichtsdestotrotz hat Easy Potential,nicht zu vergessen wie jung
    er noch ist.Mir gefaellt aber in jedem Fall,dass er sehr authentisch rueberkommt,kein Spinner oder aufgeblasener Affe,wie viele von den jungen BL Spieler heutzutage.

  5. Gerd Mrosk says:

    Hast ja Recht,der Elfer +möglicher roter Karte sogar wäre …im Bereich des Möglichen gewesen. Der Junge muss noch viel lernen,aber er temperiert schon mal die wilden Ausflüge der Vorrunde besser.Zweikämpfe muss er noch vermehrt üben.

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