Der 1. FC Köln hat tausenden Inhabern für die kommende Saison die Dauerkarte entzogen. Der Besitz soll ab sofort nur noch unter einer Bedingung möglich sein.
Schock für tausende Dauerkarten-Inhaber des 1. FC Köln: Der Club hat am Freitag rund 6000 Dauerkarten-Verträge gekündigt. Betroffen sind diejenigen, die bislang keine Mitglieder des Vereins sind. In einem Schreiben an die betroffenen Inhaber kündigte der Verein die bestehenden Verträge.
„Da du aktuell noch kein FC-Mitglied bist, kündigen wir hiermit Deinen Dauerkartenvertrag zunächst formal gemäß Ziffer 7.1 der für deinen Vertrag geltenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen ordentlich und fristgerecht mit Wirkung zum 30. Juni 2026“, heißt es in der E-Mail.
FC nutzt Kündigungsklausel aus den AGB
Für die Betroffenen bedeutet das allerdings nicht automatisch den Verlust ihres Stammplatzes. Vielmehr erhalten sie die Möglichkeit, ihre Dauerkarte über den sogenannten Dauerkartendialog erneut zu bestellen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine Mitgliedschaft beim 1. FC Köln. Diese muss spätestens bis zum 31. Juli 2026 beantragt werden.
Juristisch stützt sich der Verein dabei auf seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Dort ist festgelegt, dass der Dauerkartenvertrag zwar grundsätzlich unbefristet läuft, vom FC jedoch mit einer Frist von einem Monat zum Ende einer Saison ordentlich gekündigt werden kann. Eine Begründung für die Kündigung ist laut AGB ausdrücklich nicht erforderlich. Bislang verfügten zahlreiche Fans über eine Dauerkarte, ohne gleichzeitig Mitglied beim FC zu sein. Künftig soll die Mitgliedschaft zur Voraussetzung werden.
Mitgliederbefragung liefert Rückendeckung
Der Schritt kommt nicht überraschend. Erst am 12. Mai waren bei einem Mitgliederstammtisch die Ergebnisse einer umfangreichen Fan-Befragung vorgestellt worden. Dabei sprachen sich 72 Prozent der rund 18.000 Teilnehmenden dafür aus, Dauerkarten an eine Mitgliedschaft zu koppeln.
Mit der nun eingeleiteten Maßnahme setzt der FC diesen Wunsch seiner Mitglieder zumindest teilweise um. Von den insgesamt rund 25.000 Dauerkarten-Inhabern sind etwa 5000 Käufer betroffen (teils mit mehreren Dauerkarten) – also knapp ein Viertel aller Dauerkartenbesitzer. Angesichts von inzwischen weit über 150.000 Mitgliedern, dem stetigen Kampf um Tickets für Heimspiele und einer langen Warteliste auf Dauerkartenplätze, war der Schritt für den Club nun unausweichlich.
„Als Verein mit mehr als 165.000 Mitgliedern, die zum Teil seit vielen Jahren auf der Warteliste für Dauerkarten stehen, werden wir unserer Verantwortung gerecht und binden auf Basis des Umfrageergebnisses alle Dauerkarten ab der Saison 2026/27 an eine Mitgliedschaft“, schreibt der FC weiter in einer E-Mail, die auch Dauerkarten-Inhaber erreicht haben, die bereits Mitglied sind.
Dauerkarte bleibt möglich
Für die betroffenen Fans bleibt die wichtigste Botschaft dennoch: Wer Mitglied wird, kann seinen Platz im Stadion weiterhin behalten. Der FC zieht den betroffenen Dauerkarten-Inhabern ihre Tickets also nicht ersatzlos weg. Damit dürfte die Zahl der FC-Mitglieder in den kommenden Wochen weiter steigen. Für den Club bedeutet das auch weiteren Umsatz: Für Personen ab 18 Jahren beträgt der Jahresbeitrag 92 Euro, sofern keine Ermäßigungsberechtigung vorliegt. Sollten sich alle Dauerkarten-Inhaber nun entscheiden, eine Mitgliedschaft abzuschließen, würde das eine jährliche Mehr-Einnahme für den e.V. von knapp einer halben Million Euro bedeuten.
Darüber hinaus hat der 1. FC Köln zur neuen Saison auch die Preise angepasst. So kostet eine Dauerkarte im Stehplatz-Bereich der Südkurve nun 241 Euro anstatt 234 Euro – eine Erhöhung von rund drei Prozent. In der Kategorie I kostet die Dauerkarte nun 1023 Euro anstelle von 995 Euro.







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