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U19 mit bitterer Pleite gegen Moukoko und den BVB

Die A-Junioren des 1. FC Köln haben einen Fehlstart ins Pflichtspiel-Jahr 2020 hingelegt. Gegen Borussia Dortmund unterlag die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck unglücklich mit 0:2 (0:2). Youssoufa Moukoko sorgte mit zwei Toren kurz vor der Halbzeitpause für die zweite Kölner Saisonpleite. An der Tabellenspitze der Staffel West wird es nun immer enger.

Köln – Knapp tausend Zuschauer waren am Sonntagvormittag ins Franz-Kremer-Stadion gekommen, um das Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer und dem Dritten aus Dortmund zu sehen. Neben FC-Vizepräsident Carsten Wettich, NLZ-Chef Matthias Heidrich und Vorstandsberater Erich Rutemöller war auch Ex-Manager Andreas Rettig gekommen. Auch der Neu-Leverkusener Florian Wirtz schaute vorbei, der sich am Vortag von seiner alten U17 beim FC verabschiedet hatte.

FC-Trainer Stefan Ruthenbeck hatte nach dem Abgang von Sebastian Müller im Sturm (ging im Januar nach Bielefeld) eine Umstellung im Angriff vornehmen müssen. Für Müller rückte der eigentliche Rechtsaußen Tim Lemperle ins Sturmzentrum. Seine Position übernahm der von der U17 zur U19 beförderte Philipp Wydra, der bei den B-Junioren in der Hinserie 13 Tore erzielt hatte. Darüber hinaus spielte Mathias Olesen, der künftig eigentlich vermehrt bei der U21 auflaufen soll, erneut bei den A-Junioren des FC. Doch es half während der 90 Minuten am Sonntagvormittag nicht.

Köln fehlt es an der Durchschlagskraft

Nach anfänglichen Problemen gegen druckvolle Dortmunder war der FC in Hälfte eins eigentlich die agilere Mannschaft. Ein Fehler im Aufbauspiel kostete den FC dann aber die Mühen ihrer Arbeit. Dortmund gewann den Ball in der Kölner Vorwärtsbewegung. Einen langen Pass auf Moukoko konnte Erkan Akalp nicht mehr verhindern und das Toptalent des BVB ließ Daniel Adamczyk im FC-Tor keine Chance. Nur zwei Minuten später musste Adamczyk gegen Moukoko alles riskieren und mit einer Grätsche außerhalb des Strafraums nach einem verunglückten Rückpass von Robert Voloder klären. Wiederum nur zwei Minuten später war es dann aber passiert – und das überaus unglücklich. Der FC griff mutig an, kombinierte sich durch die Dortmunder Defensive und Joshua Schwirten traf zum vermeintlichen Ausgleich. Dieser wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen – zu Unrecht, wie der FC-Videoanalyst seinem Trainer Ruthenbeck nur Sekunden später von der Tribüne zurief. Doch da hatte Dortmund bereits den nächsten Angriff gefahren und Moukoko hatte aus 18 Metern ins lange Eck vollstreckt. Mit 0:2 statt 1:1 ging es daher in die Kabine.

Die Geissböcke unternahmen in Hälfte zwei alles für den Anschlusstreffer. Er wollte aber nicht fallen. Sava Cestic scheiterte nach einem Eckball per Kopf am gut reagierenden BVB-Keeper. Mehrfach kombinierten sich die Kölner über die Außen in den Strafraum, doch weder Marvin Obuz noch Lemperle oder Schwirten kamen gefährlich zum Abschluss. Ruthenbeck nahm nach einer guten Stunden den unauffälligen Wydra vom Feld und verhalf dem südkoreanischen Winter-Neuzugang Jae-Hwan Hwang zu seinem Debüt für den 1. FC Köln. Es spielte praktisch nur der FC, Dortmund kam phasenweise kaum noch aus der eigenen Hälfte. Doch es fehlte den Kölner an der nötigen Genauigkeit im letzten Drittel und vor allem an der nötigen Abschlussstärke. Ob erneut Cestic per Kopf oder der ebenfalls eingewechselte Jonas Berg aus zehn Metern – es sollte an diesem Sonntag einfach nicht sein.

Drei Teams mit 33 Punkten an der Tabellenspitze

So ging das Spiel gegen die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe letztlich unglücklich mit 0:2 verloren. Es war das befürchtete Ergebnis, das die A-Junioren-Bundesliga im Westen so eng wie nur möglich zusammengeführt hat. Der FC steht zwar mit 33 Punkten weiter an der Tabellenspitze. Doch Dortmund und nun auch Fortuna Düsseldorf weisen ebenfalls 33 Zähler auf, Borussia Mönchengladbach auf Rang vier 32 Punkte. So kommt es am nächsten Wochenende zum nächsten Spitzenspiel mit Kölner Beteiligung. Die Geissböcke müssen zu Fortuna Düsseldorf.

2 Kommentare
  1. BM says:

    Diese Tore hätte vermutlich jeder Dortmunder erzielt, andere Spieler des BVB waren stärker als Moukoko. Das erste wurde ihm ja vorgelegt durch eine verunglückte Grätsche der Kölner auf nassem Rasen, beim zweiten Tor wurde der Ball noch abgefälscht und veränderte die Flugbahn nach oben, sonst hätte Adamczyk den Ball vermutlich gehalten. Davon abgesehen ist Moukoko schnell, schussstark und ballsicher, kommt auch mit vielen Fouls durch (jedenfalls heute) – er könnte also mal ein Großer werden. Dass er aber erst 15 Jahre alt sein soll, glaubt wohl niemand (die angebliche deutsche Geburtsurkunde ist ja „nur“ eine Beglaubigung der dt. Botschaft in Kamerun). Seine bislang enormen körperlichen Vorteile werden aber zusehends geringer und deshalb muss man sehen, was aus ihm wird. DFB und BVB haben aber größtes Interesse, nicht am Geburtsdatum des Jungen zu rütteln. Ich schätze ihn so auf 18/19 Jahre.
    Andererseits: der FC steht jetzt ohne Müller und Thielmann ohne abschlussstarken Spieler dar, da dürfte es schwer werden, an der Spitze zu bleiben. Sie haben viele Trickser (Lemperle, Obuz u. a.), aber wohl keinen Knipser mehr. Auch hier noch ein Dankeschön an den unsäglichen Veh, der grünes Licht für eine Verlängerung mit Müller hätte geben müssen. Der spielt jetzt um den Abstieg bei Arminia statt um die Spitze und eventuell um die deutsche Meisterschaft, wohnt aber auch nur noch 90 min von zuhause entfernt und sein Bruder kickt nebenan in der Paderborner Jugend. Klar, jeder weiß, Veh und Fleiß ist ein Gegensatz. Aber selbst ein lediglich „bemühter“ Manager ist über solche Fakten informiert und steuert rechtzeitig dagegen. Oder ein Vorstand mit selbst reklamierter Sport-Kompetenz (Schumacher).

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