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Bleibt Wettich Vizepräsident? Virtuelle Mitgliederversammlung kommt


Der 1. FC Köln plant eine virtuelle Mitgliederversammlung und hat sich dafür bereits bei einem anderen Klub informiert, der eine solche im Mai abhalten musste. Derweil läuft alles darauf hinaus, dass Carsten Wettich, aktuell interimsweise Teil des Vorstands, für eine Kandidatur als Vizepräsident bereit stehen wird.  

Köln – Es war eine herbe Niederlage für den Mitgliederrat des 1. FC Köln. Nur drei Monate nach der Wahl des neuen Vorstands um Präsident Werner Wolf hatte sich im Dezember 2019 Vizepräsident Jürgen Sieger wieder aus dem Gremium zurückgezogen. Dabei hatte der Mitgliederrat anderthalb Jahre nach einem neuen Vorstand gefahndet und Sieger als ersten Kandidaten angesprochen und für den FC gewonnen. Der Jurist soll gar eine Option auf den Präsidentenposten gewesen sein, aber abgelehnt haben. Im Dezember 2019 musste dann ein Interimsvorstand ernannt werden, weil Sieger hingeworfen hatte. Carsten Wettich rückte aus dem Mitgliederrat auf.

Nun deutet alles darauf hin, dass Wettich auch über die nächste Mitgliederversammlung des FC hinaus im Amt bleiben will. Zunächst hatte der Anwalt für Gesellschaftsrecht Bedenken geäußert, da er als Partner einer Kanzlei anderweitige berufliche Verpflichtungen hat. Inzwischen aber sollen diese Probleme gelöst sein. „Personalfragen stehen aktuell hinten an. Ich werde zunächst mit dem Mitgliederrat sprechen, schließlich entscheidet das Gremium über eine Nominierung“, sagte Wettich am Sonntag lediglich zu der Frage, ob er sich vorstellen könne im Amt zu bleiben.

Nominieren müsste ihn der Mitgliederrat. Da Wettich diesem jedoch vor seinem Aufrücken in den Vorstand als stellvertretender Vorsitzender angehörte, gälte eine Nominierung als sicher, sofern sich der Jurist für den Posten im FC-Präsidium entscheiden würde. Eine Bestätigung auf der für den Spätherbst 2020 geplanten Mitgliederversammlung würde als Formsache angesehen.

FC-Bosse holen sich Eindrücke aus Karlsruhe

Allerdings wird die Mitgliederversammlung in diesem Jahr unter gänzlich anderen Voraussetzungen als in der Vergangenheit stattfinden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gilt eine reine Veranstaltung als undenkbar, da mit mehreren Tausend FC-Mitgliedern in der KölnArena unter Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen gerechnet werden müsste. Daher laufen die Planungen für eine digitale Lösung auf Hochtouren. „Wir planen eine virtuelle Mitgliederversammlung“, bestätigte Präsident Werner Wolf. „Sollte es uns möglich sein, werden wir eine hybride Veranstaltung auch mit Mitgliedern vor Ort durchführen. Aktuell prüfen wir mehrere Optionen.“ Eine hybride Lösung sähe vor, dass mehrere hundert Mitglieder in die Arena kommen dürften, dann aber weit voneinander entfernt sitzend im weiten Rund der Halle. Alle weiteren FCler müssten sich virtuell dazu schalten.

Ein genauer Termin wurde noch nicht gefunden, dafür aber mehrere Termine geblockt. Als frühester Termin gilt derzeit der November. Wie solche eine Veranstaltung digital ablaufen könnte, haben sich die FC-Bosse im Mai bereits bei einem anderen Klub angeschaut. Der Zweitligist Karlsruher SC hatte seine Mitgliederversammlung virtuell abgehalten, der Vorstand hatte sich mit den Klub-Verantwortlichen ausgetauscht und Erfahrungen geteilt. In Karlsruhe hatten sich in der Spitze rund 2.400 Mitglieder eingewählt – allerdings von lediglich knapp 10.000 Mitgliedern. Der FC hat bekanntlich inzwischen über 111.000 Mitglieder und könnte virtuell somit auf eine deutlich höhere Beteiligung hoffen.

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