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Viele Anzeichen der Besserung – aber wo ist die Laufstärke hin?


Das 2:4 (1:2) des 1. FC Köln gegen RB Leipzig hat Hoffnung auf Besserung für die Geissböcke gemacht. Die Leistung der Mannschaft von Markus Gisdol war über weite Teile der Partie kaum mit den schwachen Auftritten aus den Vorwochen zu vergleichen. Zum Leidwesen des Trainers sorgten haarsträubende Fehler in der Defensive für die Niederlage. Doch es gibt Anzeichen, wonach sich Köln fangen könnte.

Geschichte des Spiels: Es war das Comeback von Rafael Czichos, das alle bewegte. Am 101. Tag nach seiner schlimmen Verletzung in Berlin, einer Lähmung nur knapp entgangen, lief der Innenverteidiger wieder auf. Ein Comeback, das sich der Spieler hart erarbeitet hat, das der Mannschaft gut getan hat und das Trainer Markus Gisdol hinterher mit ehrlichen Worten der Freude beschrieb: „Er hat es bravourös gemacht. Er war der Spieler, den ich mir auf dem Platz gewünscht habe. Das verdient ein Sonderlob, Hut ab!“

Das Ergebnis: Das 2:4 des FC hatte viele Facetten. Die sportliche Wichtigste war: Die Geissböcke zeigten sich taktisch disziplinierter als in den Wochen zuvor, machten es Leipzig eigentlich sehr schwer, zwangen RB zu Ballverlusten, verschoben konsequent, verteidigten aggressiv und brachten damit erstmals nach der Coronavirus-Ligapause wieder vieles von dem auf den Platz, das sich Gisdol strukturell von seinem Team erwartet. Das Problem: Die Gegentore fielen erneut zu einfach. Leipzig nutzte die vier größten Kölner Böcke eiskalt aus.

Zahl des Spiels: Vor Wiederbeginn der Liga meinte Markus Gisdol: „Ich bin gespannt, wie sich die Laufleistung der Mannschaften verändern wird.“ Inzwischen ist klar: Der FC läuft weniger als vorher. In Hoffenheim war Köln ähnlich viel wie der Gegner unterwegs. Gegen Fortuna Düsseldorf liefen die Geissböcke allerdings deutlich hinterher, am Ende standen sechs Kilometer weniger auf der Uhr. Gegen Mainz war es zwar nur minimal weniger als der Gegner, dafür lag die Laufleistung ingesamt nur bei knapp 109 Kilometern. Das galt gegen Leipzig nun erneut. Nach 45 Minuten hatte Köln gerade einmal 51 Kilometer zurückgelegt (Leipzig 53). Sportchef Horst Heldt erklärte tags darauf, man dürfte nicht nur auf die Laufwerte zu schauen, sondern auch auf das Verhältnis zu Ballbesitz und Zweikämpfen. Doch auch in diesen beiden Werten war der FC dem Gegner unterlegen. Entsprechend erklärte der Sportchef: „Es fehlt der eine oder andere Kilometer. Deswegen müssen wir die körperliche Arbeit beibehalten.“

Pfiff des Spiels: Es lief die 62. Minute. Der FC hatte sich gerade um die Früchte des Anschlusstores gebracht und lag 2:4 hinten. Dominick Drexler kam ins Spiel, um es noch einmal zu beleben. Da unterlief dem Mittelfeldspieler ein katastrophaler Fehler. Gegen Patrik Schick verlor er im Aufbauspiel den Ball. In der nächsten Sekunde war Timo Werner durch. Er hätte alleine auf Timo Horn zulaufen und das 2:5 erzielen können. Doch Schiedsrichter Dingert pfiff. Drexler hatte Schick beim Ballverlust gefoult und sah dafür Gelb. Den Leipziger Vorteil pfiff Dingert damit jedoch weg, eine für einen Bundesliga-Schiri schlimme Entscheidung, allerdings zum Glück der Kölner. Julian Nagelsmann war an der Seitenlinie gar nicht mehr einzukriegen und tobte minutenlang wie ein Rumpelstilzchen.

Zitat des Spiels: „Wir sind sehr gefestigt innerhalb der Mannschaft, aber es nervt uns total, dass wir nach der Zwangspause noch keinen Dreier geholt haben. Wir arbeiten hart daran und ich bin mir sicher, dass wir das am Sonntag gegen Augsburg abhaken können.“ (Rafael Czichos)

Erkenntnis des Spiels: Laut Heiner Lauterbach (via Express) soll jüngst ein Kölner Alt-Internationaler gesagt haben, in Zeiten von Geisterspielen brauche der FC zwei, drei Drecksäcke. Dieser Eindruck hat sich in den bisherigen Spielen ohne Zuschauer bestätigt. Die Geissböcke können sich damit rühmen eine Mannschaft mit vielen guten Charakteren zu haben. Doch so mancher Spieler tritt in diesen Wochen zu brav auf, nicht robust genug. Ohne Zuschauer im Rücken lassen sich einige FC-Profi zu leicht abkochen, zur Seite schieben, aus dem Spiel nehmen, entnerven und aus dem Konzept bringen. Fans wirken emotionalisierend. Doch diese Kraft fehlt jetzt. So mancher Kölner Spieler hat damit sichtlich mehr zu kämpfen als andere.

30 Kommentare
  1. Max Moor says:

    Zu viel schön gerede ! Ich glaube wir könnten die letzten 6 Spiele auch noch Verlieren da liesst man dann immer noch die ersten 5 Min waren sehr stark und dann war einer verletzt und dann war dies und anderes mal war es das . . ein gutes Spiel war es Gestern keinesfalls . Modeste und Cordoba waren gut aber doch nicht Katterbach ,Horn oder Leistner . Hector hab ich auch nicht gesehen das der gut gewesen sein soll ..Im Kicker haben Spieler Note 3 und im Express 5 . Express Noten sind Richtig da bin ich meist mit Einverstanden auch die Beurteilung der Spieler stimmt . Wenn man ständig Verliert , kann nicht die ganze Truppe so gut weg kommen . Dieter hat es Heute richtig geschrieben hier in einen anderen Bericht . Viele Schreiben hier zu viel Mist und ergötzen sich an schöne 5 Min ! Lichtblicke sind für mich nur Cordoba und Modeste . Viele Spiele Wo für Wo desolat und kapieren nix um was es geht . Dieser Hector lacht jede Niederlage schön . . Lottner Damals war viel besser , wenn der Sauer war wusste man warum !

  2. Dieter says:

    Oh weia, so langsam Zweifel an Gisdol ! Gisdol über Czichos: Dafür ergatterte er nach Schlusspfiff ein „Sonderlob“ von Gisdol: „Er hat es bravourös gemacht. Er war der Spieler, den ich mir auf dem Platz gewünscht habe. Hut ab vor seiner Leistung“
    Na dann gute Nacht, Stammplatz , egal wie schlecht er spielt ! Bei Stöger hieß der Czichos Rausch. Der konnte auch spielen was er wollte , vom Trainer kam immer Lob !

  3. Max Moor says:

    Genau Dieter ! Nun fängt Herr Gisdol und Herr Held auch schon an Alles Schöne zu reden . . Köln war schwach auch mit den 2 Toren , Modeste Tor war traumhaft . Aber das wars dann auch schon ! Abwehr war Schrott , Mittelfeld war Mist , Torwart 2,3 gute Paraden aber auch viele haarsträubende Fehler wo jeder Ball drinne is. Leipzig war auch nicht gut aber besser als Köln und ein Klostermann , Pouvlsen vielen garnicht auf das sie fehlten. Bei Köln könnte man Gestern nur 4 Spieler loben der Rest spielte so wie ich es von denen kenne. Kainz War ok , Shkiri, und gut waren Modeste und Cordoba .

    • Max Moor says:

      nicht ganz ..Ehizibue kann auch Laufen aber Du musst auch Qualität mitbringen ! Es gibs langsame / Mere, Koziello … und schnelle Spieler, Werner, Sancho , Gnabry … nur Laufen bringt nix , Du musst wissen was mit Ball machst und gute Pässe sind wichtig und Flanken die an kommen . Torhüter die auch im 1 gegen 1 ein kühlen Kopf behalten ! Horn sieht mir immer so aus als wenn er schon vor dem Torschuss aufgibt. Die sind nicht Ehrgeiz ig so wie der Cordoba der ackert und kämpft das sehe ich immer aber bei vielen FC Spielern nicht ! Hector gestern lasch bewegt ..Schmitz lächerlich .. wer hat da was anderes gesehnt !?

  4. Max Moor says:

    „Sie können sich entspannen“, sagte Alex Wehrle im Hinblick auf den Rest der Saison.

    Markus Gisdol „macht sich überhaupt keine Gedanken“, dass das Ziel Klassenerhalt in irgendeiner Form in Gefahr gerät.

    Öffentliche Aussagen, die das Team dazu verleiten könnten, die Saison in aller Ruhe ausklingen zu lassen und nicht mehr an die Leistungsgrenze zu gehen.

    1. FC Köln muss den Deckel auf die Saison machen
    Angebrachte Selbstsicherheit oder Fahrlässigkeit? Im Normalfall brennt tatsächlich nichts mehr an, das Polster müsste reichen, um bis zum Saisonende davon zu zehren. Doch wer weiß, wie die Tabellensituation aussehen würde, wenn man nach den direkten Duellen in Augsburg und gegen Union Berlin auch noch mit leeren Händen da steht.

  5. Max Moor says:

    Timo Horn 5

    Zu Beginn mit klasse Parade gegen Werner. Beim 1:2 nicht energisch genug, beim 1:3 hätte er früher rauskommen müssen.,usw . schaut zu oft nur zu ohne etwas zu unternehmen oder zu einer Ecke springen guckt er nur in sein Nest . .

    Benno Schmitz 5

    Konnte die Flanke vor dem 1:1 nicht verhindern. Es fehlte wie so oft der Zugriff. Hätte beim 1:3 mit absichern müssen. viel zu langsam übern Platz gelaufen finde ich .. spielte nur mit nicht mehr

    ab 75. Meré –

    Mit ihm auf dem Feld kassierte der FC immerhin kein Tor mehr. naja immerhin etwas ..

    Toni Leistner 5

    Rutschte vor dem 1:2 am Ball vorbei. Überfordert mit Leipzigs Offensive. Er stand doch völlig neben sich wie sone 2. Liga Kicker höchstens wenn nicht 3.

    Rafael Czichos 4

    Mit Licht und Schatten bei seinem Comeback. Verlor das Duell gegen Schick vor dem 1:1.
    naja gut nach der schweren Verletzung nehme ich ihn erstmal in Schutz . Es war nicht schlecht von Ihm insgesamt da ist die 4 in Ordnung auch

    Noah Katterbach 4

    Noch nicht der Alte, zeigte sich aber definitiv formverbessert. naja ich fand ihn nicht dolle wie fast immer , die 2 guten Spiele machen auch keinen Superheld

    Jonas Hector 4

    Kehrte in die Startelf zurück und absolvierte sein 250. Pflichtspiel für den FC. kein schönes Jubiläum für den Kapitän. völlig korrekt er war schwach und kaum zu sehen .

    Ellyes Skhiri 4

    Der stille Arbeiter leistete so gut es ging Widerstand. Hatte gegen die robusten Leipziger einen schweren Stand.

    Florian Kainz 4

    Sein Pass auf Rexhbecaj vor dem 1:0 war eine Augenweide. Defensiv mit Schwächen. Hätte vor dem 1:2 zupacken müssen.

    ab 58. Thielmann 4

    Der Youngster sollte für frischen Wind sorgen, es blieb bei einem lauen Lüftchen. völlig Überbewertet der Junge !

    Elvis Rexhbecaj 4

    Ersetzte Uth auf der Zehn. Schrammte Zentimeter an seinem ersten FC-Tor vorbei. Baute mit fortwährender Spieldauer dann aber ab.

    ab 58. Drexler 4

    Sorgte für Belebung auf rechts und probierte es immer wieder mit Flanken – leider ohne Erfolg.

    Ismail Jakobs 5

    Hatte mit sich selbst zu kämpfen, ließ seine Dynamik und seinen Zug erneut vermissen. Unglücklicher Auftritt.

    ab 75. Terodde –

    Wurde als zweite Spitze gebracht, konnte sich aber nicht mehr in Szene setzen.

    Jhon Cordoba 2

    Immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. Der Kolumbianer hat einfach einen Riecher. Musste nach einem Zusammenprall allerdings schon nach 24 Minuten angeschlagen raus.

    ab 24. Modeste 2
    Erneut mit einem Joker-Tor, hauchte dem Team mit dem Treffer noch mal Leben ein. Köpfte vor dem 2:4 allerdings genau in die Mitte. Hätte das 3:4 machen müssen.

  6. Bob Brown says:

    Finde unsere Abwehr zur Zeit sau schlecht, kein Plan warum schmitz und Leistner überhaupt noch spielen. Beide machen ständig eklatante Fehler in Situationen wo es absolut tödlich ist. Minimales Pressing und die sind mit ihrem Latein am Ende.
    Schmitz ist viel zu langsam, technisch zu limitiert, keine Ruhe, unter Druck ständige Fehlpässe.
    Leistner steht auch komplett neben sich, Spieleröffnung gleich Null. Fand ihn aber noch nie wirklich gut, als Ersatz für Rafa ganz okay aber Rafa ist da schon um einiges besser auch wenn die 2 sich vom Spielertypen her ähneln. Deshalb frage ich mich auch wieso die beiden zusammen gespielt haben, hat wirklich nichts gebracht, dann lieber Rafa und Mere. Man hat gemerkt dass Mere viel besser mit den Situationen umgehen kann und das Spiel im Aufbau besser macht.
    Die Form ist meiner Meinung nach eine Einstellungssache, hin und her schieben, in der Nachspielzeit den Ball hinten Rum spielen, einfach blind nach vorne klatschen und somit den Ball verlieren oder aber eben unter voll Druck den Torwart anspielen.
    Viel zu wenig Bewegung drin, zu wenige Positionen die rotieren und demnach viel zu wenig Anspielstationen unter Druck.
    Ähnliches Bild wie vor Gisdol.
    Die Abstände stimmen wieder nicht und man hilft sich nicht gegenseitig

  7. Bob Brown says:

    Wenn ich sehe dass Czichos den Ball hat und sich keine sau anbietet, sich vom Gegenspieler löst oder sonst was tut und stattdessen nur blöde vorne Rum steht vergeht mir alles. Wenn das nicht abgestellt wird gewinnen wir kein Spiel mehr

  8. OptiPitt says:

    Max Moor und Bob Brown schreiben mir hier aus der Seele! Sehr gut erkannt, beurteilt und haarscharf formuliert! Macht bitte weiter so, nach jedem FC Spiel freue ich mich schon auf Eure Kommentare. Irgendwie hat das was Tröstliches….

  9. wiwakoe says:

    In der Nachbereitung kann jeder Spieler seine eigene Leistung beurteilen. Ob aber jeder für sich sieht was er verbessern kann weiss ich nicht aber dabei wird der Trainer wohl jedem helfen.
    Erkannte Fehler kann man abstellen, und an seinen Schwächen kann man arbeiten. Wir werden es beim kommenden Spiel ja sehen was der einzelne daraus gemacht hat.

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