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Kritik an Horn, aber Heldt „steht die Diskussion bis hier oben“


Timo Horn hat mit seinem krassen Torwartfehler beim 0:1-Siegtreffer von Bielefeld für erneute Diskussionen um seine Person gesorgt. Nach der Niederlage waren sich Teamkollegen und Trainer uneins darüber, ob der Gegentreffer auf die Kappe von Horn ging oder nicht. Sportchef Horst Heldt stellte die Sicht des Klubs am Sonntag dann klar heraus. Er kritisierte Horn, machte aber auch deutlich: Eine Diskussion um die Nummer eins will Heldt nicht aufkommen lassen. 

von Cedrik Kaiser

Bielefeld/Köln – Es war die entscheidende Szene des Spiels: Nach einem Befreiungsschlag der Kölner Hintermannschaft rückte diese nicht konsequent geschlossen nach vorne. Den darauffolgenden langen Ball von Bielefelds Keeper Ortega Moreno antizipierte der startende Joan Edmundsson früh und entwischte so der Kölner Abwehr. Timo Horn im Kasten des FC erkannte die Situation früh genug, das belegen die TV-Zeitlupen. Doch der bis dahin fehlerlose Schlussmann verfiel in alte Muster und konnte sich nicht zwischen Herauslaufen und Verweilen im Fünfmeterraum entscheiden. So stand Horn bei Edmundssons Schuss zu nah am Stürmer für gute Reflexe und zu weit entfernt, um den Bielefelder zu stören oder auch, um einen Querpass zu verhindern. Im Niemandsland des Strafraums ließ Horn so den Ball aus spitzem Winkel passieren. In der TV-Wiederholung ist zu sehen, dass Horn sich nach dem Gegentor zu seinen Verteidigern umdrehte und gestikulierte. Hatte er damit gerechnet, dass einer der Verteidiger sich auf die Torlinie stellte?

Nach dem Spiel war man sich im FC-Lager zunächst uneins, ob diese spielentscheidende Szene ein Torwartfehler war oder nicht. Verteidiger Rafael Czichos sprach sich Sekunden nach Abpfiff gegen einen Torwartfehler aus. Markus Gisdol wiederum sah einen klaren Fehler Horns: „Der Ball kommt aufs kurze Eck. Da darf er ihn nicht bekommen“, sagte der FC-Coach. Schon in der Vorwoche sah Horn beim Siegtreffer der Hoffenheimer nicht gut aus. Den schwach geschossenen Ball von Kramaric ließ er mittig passieren. Dennoch wird sich am Status des FC-Eigengewächses wird sich nichts ändern. Gisdol betonte auf der Pressekonferenz, dass Horn „die Nummer eins bleibt“. Zwar steht mit Ron-Robert Zieler ein erfahrener Schlussmann in den Startlöchern. Doch Horn genießt weiterhin das Vertrauen der Verantwortlichen.

Heldt mit klaren Worten

Das machte auch Horst Heldt am Tag nach dem 0:1 klar. „Jeder hat das Recht diese Diskussion zu führen. Mir steht das aber bis hier oben“, schimpfte der Sportchef, wenngleich er Horns Fehler klar herausstellte. „Natürlich hat Timo einen Fehler gemacht. Das ist keine Frage. Da müssen wir nichts drumherum reden. Er muss die kurze Ecke zumachen. Und natürlich wird die Kritik intern angesprochen. Aber wir sind ein Mannschaftssport. Es haben auch noch andere Spieler Fehler gemacht.“ Heldt erklärte, er fände es „mehr als bedenklich“, dass sich so mancher auf Horn als Sündenbock eingeschossen habe. „Wir werden keinen Einzelnen zur Schlachtbank führen. Wenn wir das zulassen, können wir uns abmelden.“ Horn wird also auch im Derby am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach zwischen den Kölner Pfosten stehen.

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