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„Der Anfang ist gemacht“: Wie viel war der Punkt wert?


Einen Punkt gewonnen oder wieder nicht gewonnen? Diese Frage muss sich der 1. FC Köln nach dem 1:1 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt stellen. Dass die Geißböcke nach dem Rückstand zurückkamen, war ehrenwert. Die erste Hälfte hingegen war es einmal mehr nicht. Für Markus Gisdol könnte daher das Spiel gegen den VfB Stuttgart am Freitagabend richtungsweisend sein. 

Aus Müngersdorf berichtet Marc L. Merten

Geschichte des Spiels: Zahlen und Serien spielten am Sonntag eine wichtige Rolle. Die 14 zum Beispiel – es sind nun 14 sieglose FC-Spiele in Serie. Ebenso die 3 – drei Elfmeter gegen den FC in drei Heimspielen bzw. vier Saisonspielen. Auch die 4 – denn es war der vierte richtig schlechte Auftritt der Geißböcke in der jeweils ersten Halbzeit aller vier bisherigen Saisonspiele. Und dann war da natürlich noch die 1 – das 1:1, das erste FC-Tor für Ondrej Duda und gleichbedeutend der erste Punkt in dieser Spielzeit.

Das Ergebnis: Adi Hütter meinte, Frankfurt hätte gewinnen müssen, es seien zwei verlorene Punkte gewesen. Aus Sicht der Eintracht wohl richtig, schließlich hätte die SGE den FC unmittelbar nach der Pause in die Versenkung schießen müssen, doch Kamada und Co. ließen die Entscheidung liegen. Niemand hätte sich vorstellen können, dass Köln nach einem 0:2 noch einmal zurückgekommen wäre. Doch auch der FC hätte letztlich sogar noch gewinnen können, schließlich rettete Trapp gegen Duda kurz nach dem 1:1 spektakulär und auch Modeste hätte beinahe noch spät das Siegtor gemacht. So war das 1:1 letztlich gerecht.

Mann des Spiels: In positiver wie negativer Hinsicht war es Kingsley Ehizibue. In Halbzeit eins stand der Niederländer komplett neben sich, lieferte eine schaurige Vorstellung ab, kassierte früh Gelb und brachte kaum einen Ball zum Mitspieler. In Halbzeit zwei waren es jedoch sein Antritt und seine Flanke, die dem FC den Ausgleich bescherten. Dass sich der Rechtsverteidiger hinten raus verletzte, war bitter für den 25-jährigen. Doch die Geißböcke gaben am Montag Entwarnung, Ehizibue wird nicht ausfallen.

Zitat des Spiels: „Wir haben uns den Punkt verdient. Der Punkt ist genau einen Zähler wert. Jetzt geht’s weiter. Der Anfang ist gemacht.“ (Markus Gisdol)

Erkenntnis des Spiels: Es gibt zwei Interpretationen des 1:1 aus Kölner Sicht. Nummer eins: Der Punktgewinn war der Beginn eines Aufschwungs unter Markus Gisdol, der echte Start in die Saison, die zwar weiterhin schwer werden dürfte, jedoch unter Gisdol zum gewünschten Erfolg führen kann. Interpretation Nummer zwei: Der Punktgewinn hat die Probleme nur kaschiert, eigentlich hat sich nichts verbessert. Schon das nächste Spiel in Stuttgart wird einen Hinweis darauf liefern, wie es für den FC – und für Gisdol – weitergeht. Denn nach dem Spiel gegen den VfB kommt der FC Bayern nach Köln. Klar ist: Geht das Freitagabend-Spiel in Stuttgart verloren, wird die Luft für Gisdol extrem dünn. Mit einem Erfolg beim VfB hingegen wäre die erste Last von den Schultern der Geißböcke genommen. Insofern war der Punktgewinn gegen Frankfurt tatsächlich ein Anfang – entweder der Anfang von etwas Erfolgreicherem oder der Anfang vom Ende für Gisdol beim FC.

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