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„Ein sehr guter Spieler“: Meré zeigt mal wieder, was er kann


Seit dreieinhalb Jahren weiß man beim 1. FC Köln, dass Jorge Meré ein herausragender Verteidiger sein kann. Doch seit dreieinhalb Jahren bekommt der Spanier seine PS zu selten auf die Straße. Diese Saison war bislang geprägt von Verletzungspech. Am Samstag jedoch stand der 23-jährige zum zweiten Mal in der Startelf und lieferte eine nahezu fehlerfreie Vorstellung ab. Seine Leistung über die 90 Minuten bei RB Leipzig (0:0) weckt einmal mehr die Hoffnung, dass Meré nun die Kurve kriegt. Es wäre für den FC von großem Wert.

Köln – Als Timo Horn in der 33. Minute eine Flanke nach vorne vor die Füße von Angelino faustete, hatten die Leipziger den Torschrei bereits auf den Lippen. Doch der Ball fand den Weg ins Tor nicht. Der Grund war Jorge Meré. Der Spanier blockte den Schuss im letzten Moment mit dem Knie ab und lenkte ihn so über das Tor. Eine Aktion, die er kaum hatte so planen können, doch die zu seiner Leistung passte. Meré machte vieles richtig im Laufe des Spiels, mit seiner Antizipation, seinem Stellungsspiel und seinem Auge für die jeweilige Situation.

Man hat gesehen, wie wertvoll er für uns sein kann

Meré gilt nicht als der schnellste Spieler, durch seine Größe (1,82 Meter) auch nicht als der kopfballstärkste. Doch der 23-jährige macht an guten Tagen diese Nachteile mit scheinbarer Leichtigkeit wett. An guten Tagen wie am Samstag in Leipzig. Gegen die schnellen, kombinationsstarken Leipziger fand Meré stets die bessere Position im Zweikampf, fing Pässe ab, blockte Flanken und gewann Luftduelle selbst gegen den zehn Zentimeter größeren Poulsen. Zudem weiß man bei Meré um dessen Stärke im Aufbauspiel, die zwar gegen die dominanten „Nagelsmänner“ kaum zum Tragen kam, jedoch schon am Dienstag gegen den VfL Osnabrück von großer Wichtigkeit werden dürfte, wenn der FC deutlich mehr Spielanteile haben wird.

Entsprechend froh war Markus Gisdol über die starke Leistung des Spaniers. „Jorge hat eine gute, vielleicht sogar eine sehr gute Vorbereitung gespielt und kam auch im DFB-Pokal zum Einsatz, doch danach hat er sich verletzt“, sagte der FC-Coach nach dem 0:0 in Leipzig. „Das war für uns und für ihn ärgerlich. Dann war er wieder dran und hat sich gleich wieder verletzt. Jetzt ist er wieder hergestellt. Und was er im Training gezeigt hat, hat er heute auch auf den Platz gebracht.“ Meré kann in der Viererkette ebenso agieren wie in einer Dreierkette. Sollte er nun endlich verletzungsfrei bleiben, hat er die Chance sich Festzuspielen, zumal Rafael Czichos verletzt und Sava Cestic aktuell angeschlagen sind.

Hoffnungen ruhen auf Meré (23), Bornauw (21) und Cestic (19)

„Jorge ist ein sehr guter Spieler. Wir hoffen, dass wir in körperlich jetzt soweit haben, dass er verletzungsfrei bleibt und Rhythmus bekommt“, sagte Gisdol. „Wir brauchen ihn. Man hat heute gesehen, wie wertvoll er für uns sein kann.“ Und im Bestfall noch länger bleiben soll. Denn trotz aller Transfergerüchte hätte man es beim FC am liebsten, wenn Meré endlich den Durchbruch in der Bundesliga schafft. Denn noch immer ist der Spanier erst 23 Jahre alt. Fraglos gehört er zu den fußballerisch besten Spielern beim 1. FC Köln. Und Meré hat überdies noch einen gültigen Vertrag bis 2023, also noch zweieinhalb Jahre. Ein Meré ist stabiler Form wäre neben dem wuchtigen Sebastiaan Bornauw (21 Jahre alt, Vertrag bis 2024) und dem ähnlich kantigen Talent Sava Cestic (19 Jahre, Vertrag bis 2024) Teil einer Innenverteidigung mit Perspektive über Jahre hinweg. Doch dafür muss der Spanier verletzungsfrei bleiben und seine Leistung aus Leipzig bestätigen. Am besten schon am Dienstag im DFB-Pokal gegen Osnabrück.

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