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Mit Geduld und Mut: Gelingt Gisdol erneut der Kraftakt?


Wohl nur wenige hätten dem 1. FC Köln aus den vergangenen beiden Spielen gegen Dortmund und Wolfsburg vier Punkte zugetraut. Doch den Geißböcken scheint die Rolle des Underdogs zu liegen. Schon vor einem Jahr hat der FC gezeigt, wie man sich aus einer scheinbar aussichtslosen Situation befreien kann. Die Geduld, die seit dem ersten Tag der Vorbereitung am Geißbockheim gepredigt wird, scheint sich dabei nun auszuzahlen. 

Köln – Wie vor einem Jahr bewies Markus Gisdol Mut. Auf der Pressekonferenz vor Dortmund hatte er noch erklärt, die Situation nach der Union-Pleite 2020 sei eine gänzlich andere als nach der Union-Pleite 2019. Doch Gisdol hatte geblufft. Er stellte sehr wohl wieder in großem Stile um. Damals hatte er Jan Thielmann gegen Leverkusen ins kalte Wasser geworfen, dieses Mal war es Sava Cestic gegen Dortmund. Damals hatte er die taktische Formation im Mittelfeld und Angriff umgestellt. Dieses Mal stellte er die Abwehr auf Dreierkette um und brachte im Sturm eine falsche Neun statt eines Stoßstürmers.

Mainz wird die spielerische Entwicklung offenlegen

Und wie schon vor einem Jahr scheint Gisdol mit seiner neuerlichen Veränderung und seinem Mut die richtige Stellschraube gefunden zu haben. Mit dem Sieg gegen Dortmund und dem Punkt gegen starke Wolfsburger haben sich die Kölner am eigenen Schopfe aus ihrer selbstgeschaffenen Misere zumindest insoweit wieder befreit, als dass die Mannschaft nun wieder befreiter und mit neuem Selbstvertrauen aufspielen kann und zumindest wieder an sich glaubt.

Freilich ist nach den vier Punkten aus zwei Spielen längst noch nicht wieder die Zeit für überschwänglichen Optimismus gekommen. Noch immer ist die Situation mit sieben Punkten aus zehn Spielen und dem 15. Tabellenplatz mehr als bedrohlich. Doch der FC hat gezeigt, auch gegen die absoluten Top-Teams der Liga mithalten und stabil stehen zu können. Nur in der Offensive werden die Geißböcke weiterhin so konsequent arbeiten müssen, um in den kommenden Wochen noch mehr Torgefahr ausstrahlen zu können und insbesondere gegen die vermeintlich schwächeren Teams Durchschlagskraft zu entwickeln. Gegen Dortmund reichten den Kölnern zwei Eckbälle zum Sieg. Gegen den VfL Wolfsburg waren von drei Schüssen auf das gegnerische Tor zwei drin. Die Spiele gegen Werder Bremen oder Union Berlin haben aber auch gezeigt, dass es gegen weniger offensiv ausgerichtete Mannschaft für den FC schwierig wird, eigene Torchancen zu kreieren.

Mit Mainz 05 wartet für die Gisdol-Elf nun der nächste echte Prüfstein im Abstiegskampf. Es ist nicht auszuschließen, dass der Tabellenvorletzte aus Rheinland-Pfalz den Gästen aus der Domstadt zunächst Feld und Ball überlassen wird und versuchen wird, dem FC im Vorfeld der Partie die Favoritenrolle zuzuschieben. Eine Situation für die Geißböcke, die praktisch seit dem zweiten Spieltag gegen Arminia Bielfeld nicht mehr vorhanden war. Acht Spieltage sind seit dem spielerisch erschütternden 0:1 auf der Alm inzwischen vergangen. Die Kölner werden nun beweisen müssen, inwieweit sich ihre eigene Spielanlage seither wirklich entwickelt hat. Während der Sommer-Vorbereitung auch auch während des schleppenden Saisonstarts predigte Markus Gisdol vor allem immer wieder eins: Geduld. Mit den beiden Erfolgserlebnissen im Rücken scheint sich die Geduld und auch der Mut, welchen man beim FC auch trotz dem 18 sieglosen Spiele in Folge bewiesen hat, inzwischen auszuzahlen. Schon vor der Partie gegen den VfL Wolfsburg betonte Markus Gisdol, man werde keinen Millimeter vom eingeschlagen Weg abweichen. Sollte dieser nun auch in Mainz zu einem Erfolgserlebnis führen, wäre dies wie schon vor einem Jahr ein weiterer wichtiger Schritt im Kraftakt Klassenerhalt.

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