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394 Minuten ohne Liga-Tor: Schließt sich gegen Hertha der Kreis?


Seit vier Spielen wartet der 1. FC Köln inzwischen auf eigenen Treffer. Das 1:0 von Elvis Rexhbecaj gegen den 1. FSV Mainz 05 vor fast genau einem Monat war das letzte Tor eines Kölner Spielers in der Bundesliga. Doch das Spiel in Freiburg hat gezeigt, dass Markus Gisdol mit seiner Arbeit auch wieder in der Defensive wird beginnen müssen. 

Köln – Zugegeben, bis der 1. FC Köln den eigens aufgestellten Negativ-Rekord von zehn Spielen und 1034 Minuten ohne eigenen Treffer einstellen kann, dauert es noch einige Spieltage. Am 2. März 2002 erlöste Thomas Cichon den FC nach sage und schreibe zehn Spielen und 1034 Minuten ohne Tor mit dem 1:1-Ausgleich gegen Hertha BSC. Fast 19 Jahre später war das 0:5 bei SC Freiburg für die Geißböcke insgesamt das vierte Bundesliga-Spiel in Folge, bei dem der Mannschaft von Trainer Markus Gisdol kein eigener Treffer gelungen war. Vielmehr steht von den Spieltagen zwölf bis 15 die unterirdische Bilanz von 0:10 Toren.

FC-Defensive fällt wieder auseinander

Dass die Geißböcke so die Klasse nicht werden halten können, erklärt sich von selbst. Beim FC wird sich in den kommenden Tagen und Wochen etwas verändern müssen. Doch wo wird Markus Gisdol nun vor allem kurzfristig den Hebel ansetzen? Vor dem Spiel gegen Freiburg betonte der Trainer, zuletzt die Defensive vermehrt stabilisiert und damit bewusst in Kauf genommen zu haben, dass die Offensive darunter leidet. Gegen Freiburg fiel jedoch auch die Hintermannschaft des FC wieder in seine Einzelteile auseinander und ließ wohl nicht nur Gisdol mit zahlreichen Fragezeichen zurück. Um gegen Hertha BSC am kommenden Wochenende die Trendwende einleiten zu können, wird der Trainer also wohl den Spagat zwischen gesicherter Defensivarbeit und Torgefahr in der Offensive bewerkstelligen müssen. Dass das im bisherigen Saisonverlauf nur zu selten funktionierte, belegt alleine die Tatsache, dass der FC am vergangenen Spieltag wieder auf den Relegationsrang abgerutscht ist.

Auch wenn Markus Gisdol unmittelbar nach dem Spiel harte Worte in Richtung seiner Mannschaft vermied, dürfte er diese im Laufe der Woche jedoch wohl direkt an seine Spieler richten. Ob mit Blick auf das nächste Spiel personelle Konsequenzen zu erwarten sind, ließ der Trainer noch nicht durchblicken. Klar dürfte jedoch sein, dass er vor allem defensiv von seiner Mannschaft wieder ein anderes Gesicht fordern wird. Denn nur so kann es seiner Meinung nach auch mit einem erfolgreichen Spiel nach vorne funktionieren: „Wenn du defensiv gut arbeitest, machst du meistens auch offensiv ein gutes Spiel“, sagte der 51-jährige nach der Partie. Bislang sind die Kölner dem Wahrheitsgehalt dieser Aussage allerdings in jeglicher Hinsicht schuldig geblieben. Selbst in den defensiv starken Spielen, wie beispielsweise gegen Leipzig, lief in der Offensive wenig bis gar nichts zusammen.

Modeste bleibt Antworten auf dem Platz schuldig

Abzuwarten bleibt zudem, welche Ausrichtung der Trainer im Sturm wählen wird. Gegen Freiburg kehrte Gisdol mit Anthony Modeste zu einem richtigen Neuner im Zentrum zurück, statt wie zuletzt auf den spielerisch starken Ondrej Duda zu setzen. Doch erneut blieb der Franzose hinter seinen Erwartungen zurück. Erneut trat der einstige 25-Tore-Stürmer gegen Freiburg offensiv praktisch nicht in Erscheinung. Über die gesamte Zeit hatte der Stürmer nur 23 Ballkontakte und brachte nur neun seiner 15 Pässe an den Mann. Wie der gesamte FC läuft auch Anthony Modeste weiterhin seiner Form hinterher. So werden sich bis zum nächsten Bundesliga-Spiel in drei Tagen Spieler wie Trainer hinterfragen müssen, wie sie gegen Berlin den Turnaround schaffen wollen. Denn gegen die Alte Damen aus der Hauptstadt bekommen die Geißböcke ihre nächste Chance auf den ersten Sieg im neuen Jahr und 90 weitere Minuten, um nicht noch ein weiteres Torlos-Spiel oben drauf zu packen. Und vielleicht schließt sich am Ende der Kreis und der FC beendet diese Negativ-Serie wie vor 19 Jahren gegen Hertha BSC.

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